Neustadt Für die Variante ohne Linden

Die bisherige Planvariante: Die drei grauen Blocks am linken Rand des Gebiets stehen dort, wo heute die Linden stehen. Bei der a
Die bisherige Planvariante: Die drei grauen Blocks am linken Rand des Gebiets stehen dort, wo heute die Linden stehen. Bei der abgeänderten Planung blieben die Bäume zwischen den Mehrfamilien- und den Einzelhäusern erhalten.

Als Clemens Stahler, Fraktionsvorsitzender der CDU, gestern Abend zum Thema Jahnplatz das Wort ergriff, wurde klar: Es zeichnet sich im Stadtrat eine Mehrheit ab, die an der bisherigen Planung für den Jahnplatz festhalten will. Und damit für die Fällung von 14 Linden, die drei Mehrfamilienhäusern für den sozialen Wohnungsbau weichen sollen. Der Vorschlag der Verwaltung war damit vom Tisch. Diese hatte nach heftigen Protesten gegen die Baumfällungen eine Alternativplanung erarbeitet, die auch vom Investor, der Firma Gerst aus Edenkoben, mitgetragen worden wäre. Die Mehrfamilienhäuser wären weiter in die Mitte des Baugebiets hineingerückt, am Rand hätten Einfamilienhäuser entstehen sollen. Die Linden hätten dann zwischen dieser Reihe von Einfamilienhäusern und den Mehrfamilienhäusern im nicht-öffentlichen Bereich erhalten werden können. Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG) erklärte, dass das aus seiner Sicht ein Kompromissvorschlag sei, der helfen könne, die Umsetzung des Projektes zu beschleunigen. Wenn an den bisherigen Plänen festgehalten werde, fürchte er, dass die Umsetzung des Baugebietes „auf Jahre verzögert“ werde. Durch den städtebaulichen Vertrag sei die Stadt gehalten, juristische Konflikte zu vermeiden. „Wir haben hier wirklich eine Ausnahmesituation“, so Weigel. Die Mehrheit der Ratsmitglieder sah das anders. Als Erster sprach Matthias Frey, Fraktionsvorsitzender der FDP, sich für die bisherige Variante aus. Seine Argumente: Wenn die Mehrfamilienhäuser mitten ins Wohngebiet verschoben würden, würde dort mehr Verkehr entstehen. Außerdem müsse an die künftigen Bauherren gedacht werden. Es sei ja kaum zu vermitteln, dass auf den Grundstücken der Einzelhäuser der Boden bleiben könne, während er nur ein Stückchen weiter, wo der Spielplatz geplant ist, ausgetauscht werden soll. Für eine Veränderung der Pläne setzten sich vor allem die Grünen ein. „Es ist gut, dass die Verwaltung sich aufgrund der Bürgerproteste bewegt hat“, sagte Fraktionsvorsitzender Kurt Werner. Für den alten Baumbestand gebe es auf Jahrzehnte hinaus keinen Ersatz, und es habe auch Vorteile, wenn die größeren Gebäude im Quartier lägen. „Dann kann sich das Gemeinschaftsleben besser entwickeln.“ Clemens Stahler forderte, nachhaltig zu planen. Bei der bisherigen Variante entstehe in 15 bis 20 Jahren eine schöne Allee. Während es im Falle einer Umplanung ganz dumm laufen könne: Wenn nämlich die Linden die Bauarbeiten doch nicht überlebten, eine Allee dann aber auch nicht mehr machbar sei. Pascal Bender, Fraktionsvorsitzender der SPD, glaubt, dass mit der bisherigen Planung längerfristig gesehen sogar mehr ökologische Flächen entstehen können als bei der neuen Variante. Außerdem seien die Linden ja öffentlich nicht mehr zugänglich, darüber hinaus müsse eine Spielplatzverkleinerung hingenommen werden. In der Abwägung überwögen die Vorteile der bisherigen Planung. Sein Fraktionskollege Claus Schick, Ortsvorsteher von Lachen-Speyerdorf, berichtete, dass er bis Montag auch gedacht habe, dass der Vorschlag der Verwaltung ein Kompromissvorschlag sei, mit dem man leben könne. Dann aber habe er eine Mail bekommen, aus der hervorgehe, dass die Gegner der Baumfällungen sich damit nicht zufrieden geben würden. „Wir werden auch mit dem Kompromissvorschlag keine Ruhe bekommen, weil die sogenannte Bürgerinitiative das Projekt komplett ablehnt und weiter Stimmung machen wird“, sagte er. Andreas Böhringer, ebenfalls SPD, machte deutlich, dass das Planungsverfahren keineswegs beendet sei, wenn der Stadtrat sich für eine Änderung der Bebauungspläne entscheide. Die Pläne würden dann wieder offen gelegt, und die Bürgerbeteiligung fange wieder von vorne an.

x