Neustadt Für Arbeit über Pius XII. ausgezeichnet

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Die Arbeit einer Geinsheimer Gymnasiastin war Anlass für eine neue Auszeichnung des Bistums Speyer. Gestern erhielt Sarina Haigis (18 Jahre) die erste „bischöfliche Belobigung“ für ihre „Besondere Lernleistung“ (BLL) mit dem Titel „Die Rolle von Papst Pius XII. in der Zeit des Nationalsozialismus. Vorbild oder Mahnung für die Kirche von heute?“

Der Vorschlag für die Auszeichnung kam von Thomas Stephan, Haigis’ Religionslehrer am Gymnasium Edenkoben. Besonders die „Transfer-Leistung“ habe ihn überzeugt, erklärte er. Die Schülerin habe sich nicht nur mit einer schwierigen Frage wie der Rolle von Papst Pius XII. in der NS-Zeit beschäftigt, sondern darüber hinaus gefragt, was die Kirche daraus für die heutige Zeit lernen kann. Sarina Haigis’ Antwort: Es ist wichtig, in Zeiten, in denen Menschen verfolgt werden oder aus anderen Gründen aus ihrer Heimat fliehen müssen, schnell zu reagieren und keine Zeit zu verlieren. Haigis hat sich mit neueren wissenschaftlichen Studien zu Pius XII. beschäftigt und kam zu der Überzeugung, dass Eugenio Pacelli, der in den 1920er Jahren Nuntius in Deutschland war und 1939 zum Papst gewählt wurde, zu lange zögerte, bevor er sich zu Judenverfolgung und NS-Morden an Kranken und Behinderten äußerte. Ausgangspunkt für ihre Arbeit, die mit zwölf MSS-Punkten (2+) bewertet wurde, sei die Frage gewesen, ob „man etwas hätte tun können“ gegen Gewalt und Verfolgung in der NS-Zeit. In Absprache mit ihrem Religionslehrer grenzte sie das Thema dann ein und entwickelte einen aktuellen Bezug. Dabei seien auch die Unterschiede zwischen der damaligen und der heutigen Zeit gut herausgearbeitet worden, betonte Stephan. „Mir hat sehr gefallen, dass Sie sich auf das Thema eingelassen haben, und dass Sie sich eine eigene Meinung gebildet haben“, sagte Irina Kreusch von der bischöflichen Schulabteilung, die die Auszeichnung überreichte. Die Würdigung einer wissenschaftlichen Leistung habe es im Bistum bisher nicht gegeben, so Kreusch. Es sei Religionslehrer Stephan gewesen, der den Vorschlag zusammen mit der Einreichung von Haigis’ Arbeit vorgelegt habe. Bischof Karl-Heinz Wiesemann sei von der Idee sehr angetan. Kreusch geht davon aus, dass sich die neue Form der Anerkennung herumspricht und die Gymnasien in den kommenden Jahren darauf hinweisen. Es handele sich aber nicht um einen Wettbewerb. Denkbar sei, dass es mehrere Belobigungen gebe, aber auch, dass einmal gar keine Arbeit ausgezeichnet wird. Kriterien sind laut Kreusch, dass sich die Arbeit mit einer christlichen Frage beschäftigt, die gesellschaftliche Relevanz hat, und dass die vorgelegte Arbeit herausragende Qualität hat. |kkr

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