Neustadt Fünf Jahre Jugendkunstschule – aber wo sind die Jugendlichen?

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„Mit der Jugendkunstschule wollen wir gestalterische Erlebnisse vermitteln. Die jungen Leute sollen dabei auch neue und nützliche Dinge erfahren.“ Dieter Magin ist Leiter der 2009 gegründeten Einrichtung, die bei der Volkshochschule beheimatet ist und mit dem Jugend- und Kulturhaus Blaubär kooperiert.. Der 69-jährige frühere Kunstlehrer, der zuletzt an einem Gymnasium in Alzey unterrichtet hat, leitet auch den Fachbereich Kunst an der VHS. Die Jugendkunstschule an sich sei zwar eigenständig, erklärt er im RHEINPFALZ-Gespräch, doch: „Bekamen wir am Anfang noch 4000 Euro pro Jahr vom Kultusministerium des Landes, sind es jetzt nur noch 2500 Euro. Aber schon bei der Gründung wurde uns ausdrücklich gesagt, dass dieses Geld nur als Anschubfinanzierung gedacht ist. Zug um Zug wird die reduziert, und die Gemeinden sollen sich allmählich immer mehr selbst darum kümmern.“ Die VHS zeige sich bisher insofern großzügig, meint Magin, „dass sie mir immer ein bestimmtes Defizit zugesteht“ und die Kosten bislang auch auffange. „Es ist schön, dass wir 343 Anmeldungen im vergangenen Jahr verbuchen konnten“, so Magin außerdem. Im Gründungsjahr 2009 seien es noch 180 gewesen. „Allerdings muss man dabei sehen, dass anfangs noch viele Jugendliche darunter waren, nicht nur Kinder im Grundschulalter. Dass die Altersgruppe ab 14 aber nicht mehr hier mitmacht, ist sehr schade.“ Darum könne man in jüngster Zeit wohl eher von „Kindermalschule“ denn von „Jugendkunstschule“ sprechen, findet Magin, der als Kunstlehrer früher rund zehn Jahre lang die Lehrplankommission der Sekundarstufe II (gymnasiale Oberstufe) in Rheinland-Pfalz geleitet hat. „Wir wollen den Teilnehmern ein echtes Erlebnis bieten.“ Dass die 14- bis 15-Jährigen trotzdem ausbleiben, begründet Magin nicht nur mit verstärktem Ganztagsbetrieb an vielen Schulen, sondern auch damit, dass sie „regelrecht computersüchtig“ seien: „Sie experimentieren nicht mehr mit einem echten Bildbearbeitungsprogramm, sondern laden sich irgendwas Einfaches auf den Rechner oder das Smartphone.“ Deutlich schwieriger sei, einen Raum für eine „Offene Werkstatt“ zu finden: Die Gemeinde sollte einen solchen Ort zur Verfügung stellen, regt Magin an, um die Jugendlichen vielleicht doch noch zurück zur Kunst zu bewegen. Im Gespräch seien auch Räume im ehemaligen Schwesternhaus in der Schillerstraße. „Meine Dozenten und ich könnten dann mehrmals pro Woche den jungen Leuten, ohne vorherige Anmeldung, wechselnde Angebote vorschlagen. Womöglich würde sich das dann doch noch in den Köpfen etablieren.“ (stbe)

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