Elmstein RHEINPFALZ Plus Artikel Ex-Bürgermeister als Herausforderer

Die Elmsteiner Burg ist das Wahrzeichen des Ortes.
Die Elmsteiner Burg ist das Wahrzeichen des Ortes.

Vor der Wahl: In Elmstein wird es am 9. Juni eine Neuauflage des Duells Rene Verdaasdonk – Stefan Herter geben. 2019 trug der Sozialdemokrat Verdaasdonk in der Stichwahl den Sieg gegen den früheren Ortsbürgermeister davon.

Bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren wurden die Elmsteiner bei der Ortsbürgermeisterwahl zweimal zu den Urnen gerufen. Im ersten Wahlgang hatte keiner der drei Bewerber - Rene Verdaasdonk (SPD), Stefan Herter (SWG) und Stefan Kobel (CDU) – die absolute Mehrheit erreicht. Herter, der von 2014 bis 2019 Ortschef war, lag mit 42,9 Prozent der Stimmen vorne, Verdaasdonk kam auf 40,4 Prozent. Kobel erzielte mit 16,7 Prozent der Stimmen mit Abstand das schlechteste Ergebnis und schied aus dem Rennen aus. Die Stichwahl konnte dann Verdaasdonk mit 55,7 Prozent der Stimmen für sich entscheiden. Dieses Mal kommt es schon im ersten Wahlgang zum Duell Verdaasdonk – Herter.

Rene Verdaasdonk
Rene Verdaasdonk

Verdaasdonk: Als Gemeinde gut vorwärtsgekommen

Verdaasdonk sieht dem gelassen entgegen. „Ich glaube, dass wir als Gemeinde ein Stück vorwärtsgekommen sind. Jetzt müssen die Bürger entscheiden, ob dieser Weg fortgesetzt werden soll.“ Elmstein sei seine Altlasten großenteils losgeworden und habe mittlerweile einen ausgeglichenen Haushalt. Jetzt könne man langsam wieder freier über Gestaltungsideen nachdenken. Sein wichtigstes Thema sei der Gemeinschaftssinn, verdeutlicht Verdaasdonk. Nur durch Zusammenhalt und Zusammenarbeit könne eine Gemeinde Erfolge erzielen. Es sei schön und richtig, dass jeder Ortsteil seine eigene Identität habe und stolz darauf sei. Doch wenn es um die Gemeinde gehe, sei das „Denken in Ortsteilen“ schädlich. Was ihn zuversichtlich macht: In Elmstein gebe es in hohem Maße ehrenamtliches Engagement, der Blick sei nach vorne gerichtet. „Das ist Schwung hineingekommen.“ Als wichtige Themen der kommenden Legislaturperiode nennt er unter anderem die Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses in Iggelbach sowie Maßnahmen rund um den Möllbachweiher.

Verdaasdonk (61 Jahre) ist gebürtiger Niederländer und lebt seit 1997 in der Pfalz. 2004 übernahm er den in Sembach ansässigen Düngemittelhersteller Lebosol, damals mit sieben Mitarbeitern (heute: 120). Das Unternehmen sei seit der Übernahme stetig gewachsen und diese Entwicklung gehe weiter, sagt Verdaasdonk, der Agrarwirtschaft an der Fachhochschule Dordrecht studiert hat. Sein Interesse an Kommunalpolitik habe sich erst hier in der Pfalz entwickelt, erzählt er. „Als die Kinder hier in den Kindergarten und dann in die Schule gingen, wollte ich einen Beitrag leisten zur Unterstützung der Gesellschaft.“ Er ist nun seit 15 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv, zehn Jahre als Mitglied des Gemeinderats und des Verbandsgemeinderats und fünf Jahre als Bürgermeister.

Stefan Herter
Stefan Herter

Herter: Das Blatt hat sich gedreht

Auch Stefan Herter sieht die Neuauflage des Duells mit Verdaasdonk positiv, wie er sagt. Das Blatt habe sich seit der Stichwahl 2019 gedreht, ist er überzeugt. Denn der SPD-Mann habe die Erwartungen an ihn nicht erfüllt. „Die Leute dachten, dass mehr gemacht wird.“ Anzuerkennen sei, dass Schulden abgebaut beziehungsweise nicht aufgebaut worden seien. Doch die Kehrseite der Medaille sei, dass wenig passiert sei. Den Kauf des Möllbachweihers bezeichnet Herter als Fehler. „Für das Geld hätten wir den Weiher noch hundert Jahre weiter pachten können“, sagt er. Auch der geplante Bau der Fischtreppe sei nicht sinnvoll, weil in dem Gewässer noch so viele Wehre seien, dass es auch weiterhin nicht durchgängig für wandernde Fische sei.

Wenn er gewählt werde, werde er unter anderem den Wohnmobil-Stellplatz verschönern und ihn mit einer Entsorgungsstation für Abwasser ausstatten. „Es sieht nicht gut aus dort“, unterstreicht er. Beim Dorfgemeinschaftshaus beklagt er, dass es „nicht vorwärts gehe.“

Herter betont, dass die SWG sich auch in der Opposition ehrenamtlich im Ort eingebracht habe. So seien die Laufbrunnen mit einem erheblichen Aufwand saniert worden, außerdem sei die Gruppe stets bei der Kerwe und dem Weihnachtsmarkt dabei. Auch die Waldwege seien gereinigt worden.

Herter, 53 Jahre alt, ist gebürtiger Elmsteiner. Beruflich ist der Wasser- und Rohrnetzmeister als technische Führungskraft bei den Stadtwerken Lambrecht beschäftigt. In der Kommunalpolitik ist Herter seit 2004 aktiv, zunächst als Mitglied im Gemeinderat, seit 2006 im Verbandsgemeinderat. Fünf Jahre lang war er Beigeordneter, fünf Jahre Ortsbürgermeister. An seine damalige Arbeit wolle er nun anknüpfen, erklärt er.

Klimafreundliche Mobilität notwendig

Nachgefragt: Wie die CDU Elmstein fit für die Zukunft machen möchte

Für den Gemeinderat tritt neben SPD und SWG die CDU an. Wir haben Stefan Kobel, Spitzenkandidat der CDU, gefragt: Wie soll Elmstein fit für die Zukunft gemacht werden? Seine Antwort: Wir als CDU Elmstein wollen uns der Herausforderung stellen und trotz der schlechten Finanzausstattung durch Land und Bund alle uns bietenden Fördermöglichkeiten ausschöpfen, um unsere Gemeinde bestmöglich weiter zu entwickeln sowie für die Zukunft lebens- und liebenswert zu gestalten. Aus unserer Sicht ist ehrenamtliches Engagement eine wichtige, unverzichtbare Säule für eine gut funktionierende Dorfgemeinschaft, erst recht in Zeiten knapper Kassen.

Die Gemeinde muss durch den Erhalt der Infrastruktur sowie mit kulturellen Angeboten für die Bürger und Neubürger attraktiv und interessant bleiben. Die Erweiterung des ÖPNV hin zur nachhaltigen, klimafreundlichen Mobilität durch innovative Lösungen wie Carsharing und E-Ladestationen sehen wir als zwingend notwendig aufgrund unserer ländlichen Lage. Mit einem engagierten und motivierten Team, das ein Querschnitt der Bevölkerung darstellt, wollen wir aktiv dazu beitragen, die Gemeinde fit für die Zukunft zu machen.

Zur Sache

Die Gemeinde Elmstein hat gut 2400 Einwohner und besteht neben Elmstein selbst aus den Ortsteilen Appenthal, Iggelbach und Speyerbrunn sowie aus den Waldannexen Erlenbach, Harzofen, Helmbach, Hornesselwiese, Mückenwiese, Röderthal, Schafhof, Schwabenbach, Schwarzbach und Stilles Tal. Der Ortsgemeinderat hat 16 Sitze. Derzeit haben SPD und SWG jeweils sechs Sitze, die CDU vier. Diese drei Parteien treten auch dieses Mal wieder an.

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