Neustadt Esthal: Kloster schließt Herberge zum Jahresende

Ab Ende des Jahres beherbergt das Kloster Esthal keine Gäste mehr.  Foto: Wilde-KAufhold
Ab Ende des Jahres beherbergt das Kloster Esthal keine Gäste mehr.

Eine gefühlt endlose Geschichte scheint ihren Abschluss zu finden: Das Kloster St. Maria Esthal stellt seinen Beherbergungsbetrieb zum 31. Dezember ein. Dies teilt die Eigentümerin, die Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser, mit. Die Ordensschwestern des Esthaler Klosters und die Mitarbeiter wurden Anfang der Woche über die Entscheidung bei einem internen Informationstreffen unterrichtet. Seit Oktober 2017 steht das Kloster mit seinen 45.000 Quadratmetern, das von sechs Ordensschwestern bewohnt und als Tagungshaus mit Übernachtungsbetrieb geführt wird, für rund 1,1 Millionen Euro zum Verkauf.

Rentabilität ist nicht gegeben



Die bereits für 2018 geplante Betriebsaufgabe ist, wie damals erklärt, der mangelnden Rentabilität geschuldet. „Die anfallenden Kosten werden vom Beherbergungsbetrieb nicht gedeckt. Der Betrieb ist seit Jahren zuschussbedürftig“, erklärte Provinzoberin Schwester Rosa Fischer. „Vor allem behördliche Auflagen für den Brandschutz haben die wirtschaftliche Situation des Klosters weiter verschärft“, sagte sie.

Bürgermeister ist überrascht



Manfred Kirr

, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lambrecht, ist überrascht von der ultimativen Nachricht, die ihn erst mit der Bitte um Stellungnahme erreicht: „Das ist das Erste, was ich höre. Wir von der Verwaltung sind bisher noch nicht informiert“, bedauert er. „Die Schließung ist bitter für uns, denn wir sehen das Kloster und seine Anlage als Kleinod im Bereich des naturnahen Tourismus“, betont Kirr.

Zukunft des Anwesens offen



In welche Richtung die künftige Nutzung nach einem Verkauf gehe, ließe sich derzeit noch nicht abschätzen. „Die Interessenten kommen aus unterschiedlichen Branchen, die Interessenslage ist quer Beet – von der Nutzung als reine Immobilie bis hin zu öffentlichen gewerblichen Zwecken“, erklärt Ralf Olbrück vom Kölner Unternehmen Pro Secur, das seit vielen Jahren spezialisiert ist auf Betreuung, Management und Verkauf kirchlicher Immobilien. Die teuren Brandschutzauflagen seien bei den Gesprächen mit den potenziellen Investoren ebenso Thema wie der Vorgaben des Denkmalschutzes und das Ziel, den Friedhof und die Gräber für die Ordensschwestern zu erhalten.

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