Neustadt „Es wird kuschelig“

Elmstein wird zukünftig wahrscheinlich „den kleinsten Ratssaal in der Verbandsgemeinde“ haben, so Bürgermeister Stefan Herter (SWG). Bei einer Enthaltung stimmten die Ratsmitglieder dem Vorschlag zu, den Ratssaal vom Mehrzweckhaus in das Rathaus zu verlegen. Das geschieht allerdings nur, wenn die kommunale Kindertagesstätte ausgebaut wird. Diese Einschränkung wurde auf Forderung von Rene Verdaasdonk (SPD) in den Beschluss aufgenommen.
Wie Herter erläuterte, müssen die Ratsmitglieder aus dem Ratssaal im Mehrzweckhaus weichen, weil der Platz für die Erweiterung der kommunalen Kindertagesstätte benötigt wird. Verdaasdonk verwies darauf, dass der Rat noch nicht über den Ausbau der Kindertagesstätte entschieden habe. Der in früheren Zeiten als Ratssaal genutzte Raum im Rathaus sei nur 7,60 Meter auf 4,40 Meter groß, so Herter. „Es wird kuschelig“, sagte der Ortsbürgermeister. „Es gibt keine Alternative“, so Herter. „Was ist, wenn viele Zuhörer kommen, setzen wir uns dann gegenseitig auf den Schoß?“, erkundigte sich Erich Pojtinger (SPD). Bei Sitzungen mit Themen, bei denen viele Zuhörer zu erwarten seien, könne man in die Turnhalle der Verbandsgemeinde in der Heinrich-Weintz-Schule ausweichen, sagte Herter. In dem Raum im Rathaus müssten eine Stellwand herausgerissen, der Boden abgeschliffen und eine Schalldecke eingezogen werden, so Herter. Die Arbeiten sollen von den Gemeindearbeitern erledigt werden. Die Kosten würden er und die Beigeordneten auf rund 3000 Euro schätzen. Verdaasdonk und Pojtinger erinnerten daran, dass der frühere Bürgermeister Thomas Kratz (CDU) gesagt habe, es fielen keine Kosten an. Karin Hook (Unabhängige) regte an, die vorhandenen sperrigen Tische und Stühle zu verkaufen und kleinere Möbel zu kaufen. Aus Kostengründen wolle man es mit dem bisherigen Mobiliar versuchen, so Herter. Einig war man sich darüber, dass die Wohnung im Dachgeschoss des Rathauses saniert und dann wieder vermietet werden soll. Die Arbeiten sollen von den Gemeindearbeitern erledigt werden. Die Materialkosten habe man auf etwa 6000 Euro geschätzt, so Herter. CDU-Fraktionssprecher Ulrich Huber verwies darauf, dass sich diese Ausgabe in spätestens zwei Jahren durch die Mieteinnahmen amortisiert habe. Hook forderte, in der Haselbachstraße und in der Harzofenstraße Parkbuchten einzurichten, den Belag zu riffeln oder andere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung durchzuführen. Dort werde extrem gerast. Verdaasdonk nannte als weitere Möglichkeit eine optische Verengung der Einfahrt in die Straßen durch auf das Pflaster gemalte Streifen. Der Beigeordnete Michael Speiger (SWG) kritisierte, dass auf dem Triftplatz immer wieder Müll abgelagert werde. Das sei in der Ortsmitte ein sehr unschöner Anblick. Verdaasdonk regte an, das Problem zu lösen, indem die Müllcontainer, die auf dem Triftplatz stehen, an einen anderen Standort gestellt werden. An der historischen Wappenschmiede in Elmstein muss eine Fischtreppe gebaut werden. Das sei aufgrund der Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie unvermeidlich, so die Ratsmitglieder in nichtöffentlicher Sitzung. Dazu sind Grundstücksankäufe und Planungen erforderlich. (ann)