Neustadt Es knistert an der Weinstraße

Placeholder-Image

Neustadt. Ein Derby der Fußball-Bezirksliga Vorderpfalz, ein Derby voller Zündstoff: Trainer Michael Doll kehrt mit dem VfL Neustadt nach Deidesheim zurück – nur gut einen Monat nach seiner Entlassung dort. Die Tabellenlage beider Mannschaften ist prekär – es knistert an der Weinstraße.

TSG Deidesheim - VfL Neustadt (Samstag, 18 Uhr).

Nach zwei Niederlagen in Folge ist die TSG Deidesheim wieder auf Platz 15 gestrandet. Dort hing sie bereits fest, als Markus Humbert das Traineramt von Michael Doll übernahm. Das 2:3 jüngst gegen RW Seebach war dreifach bitter. Erstens: Der Widersacher ist ein direkter Kontrahent. Zweitens: Die TSG verspielte zwei Führungen. Drittens: Das Seebacher Siegtor fiel in der 88. Minute. „Es war überraschend, wie viel Lehrgeld wir wieder bezahlt haben“, sagt Markus Humbert. Er freut sich auf die Partie gegen den VfL, „denn irgendwann muss das ja mal aufhören ...“. Die TSG ist personell komplett. Der Brisanz durch die Heimkehr seines Vorgängers will Humbert keine Bedeutung beimessen, „für mich ist das eine Nebensache, ich werde das gegenüber der Mannschaft auch nicht thematisieren; es zählen nur drei Punkte“. Michael Doll versucht erst gar nicht, von einem normalen Spiel zu sprechen. Er weiß nicht, mit welchen Gefühlen er erstmals als Widersacher nach Deidesheim fahren wird, was ihn erwartet oder wie man ihm begegnet. Allerdings, die Emotionen will er an alter Wirkungsstätte kleinhalten. Die TSG habe durch das Heimrecht einen marginalen Vorteil, entscheiden werde aber die Tagesform und wem das Glück beiseitespringe. Der Auftritt beim VfB Haßloch (1:1) hat Doll aufgrund der Kampfeslust und Geschlossenheit seiner Mannschaft gefallen. Die Kooperation mit Torwart und „Co“ Reiner Schwartz funktioniere prächtig. „Er ist ein sensationeller Sportsmann und Charakter“, sagt Doll. „Wären alle so, hätte der VfL kaum ein Spiel verloren.“ Um die Siegchancen künftig zu erhöhen, hat sich der VfL für die Zeit nach der Winterpause schon jetzt drei Zugänge gesichert. Doll verzichtet (noch) auf das Nennen von Namen. Eines aber sagt er: „Aus Deidesheim ist niemand dabei ...“ VfB Haßloch - SV Büchelberg (Sonntag, 15 Uhr). Spiel nicht schnell gemacht, Elfmeter-Schock, spätes Erwachen – wenigstens Moral bewiesen: Frank Lieberknecht kann dem 1:1 gegen den VfL Neustadt kaum Positives abgewinnen. Auch mit der Leistung des Referees war der VfB-Trainer mäßig zufrieden. „Er hat sehr kleinlich gepfiffen, es kam wenig Spielfluss zustande, und das hat dem VfL eher geholfen als uns“, sagt er. Den Blick nach oben können sich die Gelb-Schwarzen als Achter bei 13 Punkten Rückstand auf Platz zwei sparen – nach unten müssen sie nicht schauen, oder? „Da sollte man ein bisschen vorsichtig sein“, warnt Lieberknecht, „wir haben jetzt vier nicht ganz einfache Spiele.“ Beim ersten der „nicht ganz einfachen“ Gegner handelt es sich um den Tabellenzweiten SV Büchelberg, dem der VfB ohne André Grässer und Matthias Kopf begegnen muss. Grässer hat sich im Training einen Muskelfaserriss zugezogen. Bei Kopf wurde das Pfeiffersche Drüsenfieber diagnostiziert. „Er hat das Schlimmste wohl schon überstanden“, sagt Lieberknecht. Zweimal erst hat der Gast aus der Südpfalz verloren. „Mit einer guten Ordnung kann man auch einen solchen Gegner bezwingen“, sagt Lieberknecht. Im rückwärtsgewandten Umschaltspiel des SVB hat er Schwächen erkannt. „Wir hoffen, die Lücken zu finden.“ FG 08 Mutterstadt - 1. FC 08 Haßloch (Sonntag, 15.15 Uhr). Die Elf von Trainer Christian Lederle sinnt in Mutterstadt vor allem auf Revanche für das 0:3 in der Hinrunde. Das ist eine größere Motivation als die Aussicht, noch näher an Tabellenrang drei heranzurücken. Die Lücke hätte sich am vorigen Wochenende schon auf einen Punkt minimieren können, doch die 08-Partie in Frankenthal fiel wegen Unbespielbarkeit des Platzes aus; der Nachholtermin ist offen. Lederle „will auf jeden Fall noch in diesem Jahr spielen“. Seine größte Aufgabe ist es nun aber, für die Partie beim Tabellenzehnten eine schlagkräftige Formation auf die Beine zu stellen. Der Herbst fordert seinen Tribut, Andreas Brill und Jannis Faust werden wie Lederle selbst von einer schweren Erkältung geplagt. Dominik Doll (Zahnoperation), Christian Rebres (Faserriss) und Kaan Temizkan (Bänderruptur) müssen ebenso passen. Gleichwohl ist Lederle guter Dinge: „Man kann erkennen, dass wir uns Schritt für Schritt stabilisieren.“ In den vergangenen vier Spielen verbuchte der FC 08 zehn Punkte. 28 sind es insgesamt. |aboe

x