Neustadt „Es können nie genug Kinder sein“

Zwischen zehn und 16 Jahre alt ist der Nachwuchs der Feuerwehr in Niederkirchen. Die Jungen und Mädchen machen sich unter andere
Zwischen zehn und 16 Jahre alt ist der Nachwuchs der Feuerwehr in Niederkirchen. Die Jungen und Mädchen machen sich unter anderem auch mit dem neuen Fahrzeug vertraut, das am Sonntag in Dienst gestellt wird.

Die Jugend der Freiwilligen Feuerwehr Niederkirchen feiert dieses Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Dieses Jubiläum und die Übergabe eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs zelebriert die Wehr heute und morgen bei ihrem jährlichen Sommerfest. Auch die Jugendfeuerwehr wird ihren Teil zum Festakt beitragen: die Kinder und Jugendlichen werden Flammkuchen machen und verkaufen. „Gerade die Größeren können das schon fast ganz alleine“, berichtet Peter Sterff, einer der beiden Jugendwarte der Feuerwehr, stolz. Außerdem werden beim Sommerfest drei der zur Zeit noch 14 Mitglieder in die aktive Wehr wechseln. Zwischen zehn und 16 Jahre alt sind die 13 Jungen und ein Mädchen, die die Jugendfeuerwehr bilden. Wie das so sei als einziges Mädchen? „Ganz okay“, meint Johanna Heilscher grinsend. Jeden zweiten Montag treffen die Mitglieder sich von 18 bis 19.30 Uhr im Gerätehaus, um die Grundlagen der Feuerwehrausbildung zu lernen und zu üben. Dazu gehören unter anderem Fahrzeugkunde, der Aufbau einer Gruppenübung, Erste Hilfe sowie Stiche und Knoten. Auch Simon Burnickel sagt über das Training: „Man lernt immer was dabei.“ Neben den Übungsstunden in der Feuerwehr unternimmt die Jugendwehr regelmäßig Ausflüge. Denn in der Kletterhalle, auf Zeltlagern oder bei Wanderungen auf den Eckkopf mit Übernachtung, müssen die Kinder das „Gelernte in die Praxis umsetzen“, erklärt Stefan Schmitt, der zweite Jugendwart. So würden die Kinder auch sofort den Sinn hinter zum Beispiel dem Lernen eines Knotens entdecken. „Es ist die Vorbereitung auf die aktive Wehr, aber Spaß und die Gemeinschaft stehen im Vordergrund.“ Wie wichtig die Zusammenarbeit ist, wissen auch schon die Kinder: „Wir arbeiten gut zusammen“, berichten sie. Schmitt hat die Jugendfeuerwehr 2008 zusammen mit Sterff mit 13 Mitgliedern gegründet. Die beiden Männer waren zu diesem Zeitpunkt selbst seit zwölf Jahren in der aktiven Wehr: „Nachwuchs war wichtig. Sonst wäre die Gefahr gewesen, dass eine Lücke entsteht.“ Außerdem sei die Nachfrage da gewesen, fügt er hinzu. Wehrführer Dieter Reinhardt verdeutlicht: „Viele sind nach Deidesheim zur Jugendfeuerwehr gegangen bevor es uns gab.“ Und er ergänzt lächelnd: „Die Jugend hält uns ein Stück weit jung.“ Auch Jugendwart Schmitt bestätigt: „Es macht einen Riesenspaß den Jugendlichen Wissen zu vermitteln.“ Ab zehn Jahre können Mädchen und Jungen bei der Jugendfeuerwehr mitmachen. Der Beitritt ist kostenlos und die Ausrüstung, also T-Shirt, Jacke und Bundhose sowie Handschuhe und Helm stellt die Verbandsgemeinde Deidesheim. Die Kommune sei an Nachfolgern für die aktive Wehr interessiert und übernehme deshalb die Kosten, erläutert Schmitt. „Der Nachwuchs hält die aktive Wehr am Leben und wirkt dem demografischen Wandel entgegen“, bekräftigt Reinhardt. „Es können nicht genug Kinder sein“, sagt auch Jugendwart Sterff. Daran, dass es immer genug Nachfolger geben wird für die Freiwillige Feuerwehr in Niederkirchen hat Wehrleiter Reinhardt keine Zweifel. „Die Tour macht hier jeder mit“, sagt er und meint damit die Zeit bei der Feuerwehr. Paul Fuchs, der Neffe von Peter Sterff, unterstützt diese Aussage, indem er erzählt, dass auch schon sein Bruder bei der Feuerwehr gewesen sei. Die Erwachsenenwehr, die schon 1882 gegründet wurde, besteht, laut dem Wehrführer derzeit aus 29 Frauen und Männern. In einem Dorf wie Niederkirchen sei das eine beachtliche Anzahl. Doch besonders wenn tagsüber viele außerhalb auf der Arbeit sind, kämen deutlich weniger Leute zusammen, wenn der Melder zu einem Einsatz ruft. Mit 16 Jahren können die Jugendlichen sich zum Grundlehrgang anmelden und in den aktiven Dienst wechseln. Seit der Gründung der Jugendfeuerwehr sind 14 Jugendliche zu den „Großen“ gekommen. „Fast alle gehen über“, berichtet Reinhardt. Man brauche die richtige Einstellung, denn der aktive Feuerwehrdienst verlange ein großes Verantwortungsbewusstsein, stellt er klar. Ein anderer Faktor sei die Entwicklung des Lebenswegs der jungen Erwachsenen: „Wer eine Lehrer macht, bleibt oft hier. Wer ein Studium macht, zieht meist weg.“ Fragt man die Kinder, ob sie vorhaben weiter zu machen , antworten sie im Chor mit einem kräftigen „Ja!“. INFO Die Feier der Niederkirchener Feuerwehr beginnt heute um 18 Uhr in der Hauptstraße 23 mit dem Sommernachtsfest. Morgen geht es um 9.30 Uhr mit einem Gottesdienst und der anschließenden Segnung und Übergabe des neuen Fahrzeugs um 11 Uhr weiter.

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