Neustadt Erste Hilfe für Asyl-Helfer

Eine Hilfe für Ehrenamtliche, die sich um Asylbewerber kümmern, soll ein neuer Leitfaden für Flüchtlingsbetreuer sein. Der Beirat für Migration und Integration des Landkreises hat ihn in Kooperation mit der Kreisverwaltung herausgegeben. Auf 88 Seiten sind eine Vielzahl von Adressen und sonstigen Informationen zu finden.
Der Leitfaden biete Hilfe und Unterstützung für die ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuer, indem er ihnen die Informationen liefere, die sie bei ihrer Arbeit benötigen. So fasste Ernst Bedau (Deidesheim), Vorsitzender des Beirats für Migration und Integration, die Zielsetzung der Broschüre zusammen, die der RHEINPFALZ im Kreishaus vorgestellt wurde. „Die Flüchtlingsbetreuer möchten unbürokratisch helfen“, so Bedau. Das gehe nur, wenn man wisse, was möglich sei und was nicht. Wer diese Informationen hat, erspare sich Frustration und könne seine Kapazitäten effektiver einsetzen, weiß Bedau, der sich seit vielen Jahren für Asylbewerber engagiert. Das Heft steigt ein mit statistischen Daten über Asylbewerber im Landkreis sowie allgemeinen Informationen zum Thema Asyl. Danach listet es Möglichkeiten zur Unterstützung von Flüchtlingen auf und fordert dazu auf zu prüfen, warum man helfen will und welche Ressourcen man hat. Es sei wichtig, dass Helfer „die Möglichkeiten und Grenzen ihres Engagements einschätzen können“, so Bedau. Die Broschüre beschreibt den Ablauf des Asylverfahrens und die Rechte, die Asylbewerbern zustehen, und informiert über deren Gesundheitsversorgung, den Besuch von Kindertagesstätten und Schulen oder Arbeitsmöglichkeiten. Zudem werden Fachbegriffe erläutert. In dem Leitfaden gibt es eine umfangreiche Liste mit Daten von Behörden und mit dem Thema befassten Institutionen und Einrichtungen, Kirchen, Hilfsorganisationen und Initiativen. Dabei ist immer auch ein Ansprechpartner genannt. Das solle den ehrenamtlichen Helfern mühsames Herumtelefonieren ersparen, so Bedau. Was nach der Anerkennung oder der Ablehnung eines Asylbewerbers getan werden muss, sind ein weiteres Infoangebot. Die Initiative für eine solche Broschüre ging vom Kreisbeirat für Migration und Integration aus. Erarbeitet haben ihn dessen Mitglieder Ernst Bedau, Bernd Frietsch und Rudolf Hoffmann. Möglich sei der Leitfaden nur dank der Unterstützung der Kreisverwaltung gewesen, betonte Bedau, der sich bei den zuständigen Mitarbeitern und insbesondere beim Beigeordneten Frank Rüttger bedankte, der die Sache „unbürokratisch, pragmatisch und zielorientiert“ gefördert habe. Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld betonte umgekehrt, wie wichtig es sei, die ehrenamtlichen Helfer zu unterstützen. Sie würden einen wertvollen Beitrag dazu leisten, „dass wir auf unserer Ebene Stabilität und Sicherheit in die Situation bringen“ können. Die Broschüre soll regelmäßig aktualisiert und überarbeitet werden, kündigte Bedau an. (ann) Kontakt Der Leitfaden ist im Kreishaus in Bad Dürkheim, beim Migrationsbeirat und bei Flüchtlingsorganisationen erhältlich. Im Internet findet man ihn unter der Adresse www.kreis-bad-duerkheim.de oder bmi-kreis-duew.de (Kopfzeilen-Link „Info“). (ann)