Neustadt Erste Halbzeit dauert 109 Minuten

Neustadt (dil). Bei der Heimpremiere von Wolfgang Trapp als Trainer des Fußball-Verbandsligisten VfL Neustadt durfte sich dieser am Ende lediglich über eine gute halbe Stunde seiner Mannschaft freuen. Letztendlich gewann der FK Pirmasens II am Ende verdient mit 2:0 und setzte sich dadurch aufgrund des Waldalgesheimer Patzers im Heimspiel gegen den SV Morlautern einen Tag zuvor an die Tabellenspitze.
Sowohl Ergebnis als auch Spielverlauf waren zwar keineswegs überraschend, aber trotzdem geht dieses Spiel in die Annalen der Verbandsliga Südwest ein. Die erste Spielhälfte dauerte nämlich nicht 45, sondern 109 Minuten. Grund für die lange Unterbrechung war eine schwere Verletzung des Pirmasenser Spielers Florian Bicking, der in der 35. Minute so unglücklich fiel, dass er sich den Arm brach und kurz darauf auch der Kreislauf zusammenbrach. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis der Rettungswagen eintraf, und noch einmal ebenso lange bis zur Ankunft des danach noch angeforderten Hubschraubers. Zwischenzeitlich wurde auf und neben dem Platz heftig darüber diskutiert, ob die Partie fortgeführt werden soll. Die Pirmasenser wollten weiterspielen. Ausschlaggebend dürfte der bisherige Spielverlauf gewesen sein, denn der Favorit war vier Minuten vor dem Unglücksfall mit 1:0 in Führung gegangen. Nachdem es dem VfL bis dahin überraschenderweise gelungen war, das Spiel ausgeglichen zu gestalten, führte der erste sehenswerte Angriff des Spiels prompt zum 1:0 für den FKP. Nach tollem Pass aus dem Mittelfeld hatte Kevin Rose, der viel schneller als die Neustadter Abwehr reagiert hatte, kein Problem, auch noch Neustadts Torwart Dennis Karn zu umspielen und den Ball im leeren Tor unterzubringen. Rose hätte eine Minute später auch fast das 2:0 erzielt, scheiterte nach Zuspiel des Pirmasenser Mannschaftskapitäns Jannik Nagel diesmal jedoch an Torhüter Karn. Nachdem Schiedsrichter David Rau aus Nierstein wieder angepfiffen hatte, sank das bis dahin akzeptable Niveau der Partie gravierend. In der zweiten Hälfte musste beide Teams auch mit einem Spieler weniger auskommen, denn nach einem Foul des Neustadters Gino Padberg an Nico Freiler trat der Pirmasenser zunächst zurück, worauf sich auch Padberg noch einmal zu einer Gegenreaktion hinreißen ließ und beide Akteure daraufhin wenige Sekunden vor dem Seitenwechsel die rote Karte sahen. Es folgte auch nur ein Seitenwechsel, denn der Unparteiische ließ angesichts der langen Unterbrechung zuvor keine weitere Pause mehr zu und ließ gleich weiterspielen. Was die wenigen Zuschauer danach noch zu sehen bekamen, hatte mit hochklassigem Fußball nichts mehr zu tun. Der VfL bemühte sich, erarbeitete sich aber keine einzige nennenswerte Torchance, und die Gäste taten nicht mehr als erforderlich. Nachdem der Pirmasenser Kapitän Nagel einen von Enrico Gottwald verursachten Foulelfmeter zum 2:0 verwandelte, war endgültig alles klar. Auch die erneute Einwechslung von Ersatztorwart Reiner Schwartz als Mittelstürmer und das Debüt von Neuzugang Maximilian Rufe bewirkten nichts mehr.