Neustadt Erste Amtshandlung: Besondere Ehrung
„Wieder Mut haben und die Initiative ergreifen.“ Dazu hat Marco Göring, der neue Vorsitzende des CDU-Kreisverbands Neustadt, die Mitglieder aufgefordert. Mit dem 30-Jährigen, bisher stellvertretender Vorsitzender, und seinem Amtsnachfolger Dirk Herber (39) hat sich die Parteispitze verjüngt. Beide wurden beim Kreisparteitag in Diedesfeld mit klaren Mehrheiten gewählt.
bescheinigte seiner Partei „eine Art politischen Dornröschenschlaf“ seit der Niederlage bei der B-39-Befragung im Jahr 2013. Doch dazu gebe es eigentlich keinen Grund, sagte er auch mit Blick auf die Arbeit der Jamaika-Koalition von CDU, FDP und Grünen im Stadtrat. Ein Wechsel an der Parteispitze könne für Aufwind sorgen. Wozu ein Konzept zur Neustrukturierung der Vorstandsarbeit gehöre sowie mehr Struktur, Intensität und Spaß an der Parteiarbeit. Was er damit meinte, machte der junge CDU-Mann nach seiner Wahl deutlich. Dem Bereich Ehrungen sei bislang nicht die Aufmerksamkeit geschenkt worden, die sich manche vielleicht vorstellen, das solle sich ändern. Zu „spüren“ bekam das direkt im Anschluss Otto Zimniak, seit 1971 Mitglied der CDU, langjähriger Vorsitzender des Ortsverbands Winzingen, früheres Stadtratsmitglied und „unermüdlicher Kämpfer, Berater und Plakatierer“. Für seine Verdienste wurde er zum ersten Ehrenmitglied der CDU Neustadt ernannt. Stehend und mit viel Beifall wurde diese Geste vom Parteitag gewürdigt. Eine Neuerung gab es zudem bei der Wahl der Beisitzer, für die der Vorstand eine Namensliste vorbereitet hatte. Um eine laut Dirk Herber bessere Vernetzung der Partei zu bekommen, sollte jeder Orts- und Stadtverband mit einem Beisitzer vertreten sein. Zumal die CDU-Ortsvorsteher und Ortsvorsteherinnen ohnehin kooptierte Vorstandsmitglieder seien. Auch diese Rechnung ging auf: Zusätzliche Vorschläge gab es nicht, alle vom Vorstand vorgeschlagenen Beisitzer wurden gewählt. Dem Wechsel an der Parteispitze war der Verzicht von Ingo Röthlingshöfer auf eine erneute Kandidatur vorausgegangen. Wie berichtet, will er sich ganz auf die Oberbürgermeister-Wahl konzentrieren. „Die CDU in Neustadt stand und steht hinter Dir“, erklärte Göring unter Beifall. 16 Jahre lang hat Röthlingshöfer den Kreisverband geführt. In seiner Bilanz rechnete er mit dem früheren Koalitionspartner FWG ab, um „Legendenbildung zu vermeiden“. Zum Beispiel jene, dass eine weitere Zusammenarbeit nach der Kommunalwahl 2014 an Personalfragen gescheitert sei. Die Ehe sei schon vor dem Wahltag zerrüttet, der spätere FWG-Stil teilweise „einfach nicht anständig“ gewesen. Die Arbeit der Jamaika-Koalition wertete Röthlingshöfer als Erfolg. Die Fraktionen hätten zueinander gefunden und seien einander verlässliche Partner. Sein Fazit: „Es geht voran, wir haben Akzente gesetzt“, die Stadt entwickle sich ökologisch, ohne ökonomisch, finanziell und sozial zu leiden. |ahb