Neustadt Erst zwei Benkler-Tore, dann drei Ehrenpreis-Treffer
Bellheim. Am Ende einer wilden Achterbahnfahrt hat die TSG Deidesheim den Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga Vorderpfalz geschafft: Die Elf von Spielertrainer Rudolf Benkler bezwang gestern Abend in Bellheim die FSV Freimersheim mit 5:3 (2:2). Es war in der Aufstiegsrunde der A-Klassen-Vizemeister nach dem 3:1 gegen den ESV Ludwigshafen der zweite Erfolg.
Als Schiedsrichter Epp nach 95 Minuten letztmals in die Pfeife stieß und der Coup gelungen war, tanzten die Deidesheimer Spieler Ringelreihen und intonierten einen auf jede Liga anwendbaren Dauerbrenner. Dieser lautete: „Niiiie meeehr Aha-Klasse!“ Ob das tatsächlich so kommen wird, die Mannschaft auch in der deutlich stärkeren Bezirksliga Fuß fassen und dort verbleiben kann, muss sich zeigen. Am gestrigen Abend war dies völlig egal. Es durfte gefeiert werden. Und das mit Recht. Im Februar hatten Benklers Mannen letztmals ein Spiel verloren, es wäre geradezu absurd gewesen, hätten sie in der alles entscheidenden Begegnung der Runde wieder damit begonnen. Doch genau danach sah es zunächst aus. Die Deidesheimer Spieler schlüpften in die Rolle des Fehlerteufels. In der fünften Minute verfehlte ein von Denis Thomas getretener, abgefälschter Freistoß das Tor der TSG knapp, zwei Minuten später blockte Nicolai Enzenauer einen Schuss von Dennis Hartweck in höchster Not. Torwächter Michael Lützel musste zudem beherzt in zwei Eins-gegen-eins-Situationen seinen Mann stehen. Pech hatte er jedoch in der 21. Minute: Er wollte klären, schoss aber Denis Thomas an, der Ball sauste ins Netz. 0:1. Acht Minuten später war Lützel abermals geschlagen. Einen langen Ball schätzte TSG-Innenverteidiger Nicolas Deimel auf dem von Re-gen getränkten Rasen falsch ein, Thomas spazierte frei auf das Deidesheimer Gehäuse zu und vollendete an Lützel vorbei zum 0:2. Kurz zuvor war Rudolf Benkler auf der gegenüberliegenden Seite des Spielfeldes beim Schussversuch gestört worden. „Wer solche Fehler fabriziert wie wir in dieser Phase, muss sich nicht wundern, wenn er zurückliegt“, rekapitulierte Benkler nach dem Schlusspfiff und merkte an: „Man ist dann natürlich erst mal gedrückt. Aber was danach passiert ist, zeigt den Charakter, den diese Mannschaft schon in der gesamten Saison auf den Platz gebracht hat. Und davor kann man nur den Hut ziehen.“ Benkler selbst egalisierte das 0:2 mit zwei Treffern in der 32. und 42. Minute noch vor der Pause. Stürmer Marvin Ehrenpreis schoss in der 51. Minute die erstmalige Führung heraus und baute den Vorsprung acht Minuten danach aus. Beim 3:2 stand der Freimersheimer Torwart Christoph Kopf Pate, er ließ einen im Grunde harmlosen Schuss unter sich hindurch über die Linie rutschen. Als Dominik Stubenrauch in der 86. Minute auf 3:4 verkürzte, schien plötzlich wieder alles möglich zu sein. Marvin Ehrenpreis zerschoss letzte Zweifel am Deidesheimer Erfolg mit dem 5:3, seinem dritten Tor am gestrigen Abend (90.). Die große Sause begann. Rudolf Benkler musste sich „früher absetzen“. Heute Morgen wartet die Meisterschule. Er habe „viel Praktisches“ zu leisten, sagte er gestern Abend. Hört er nun tatsächlich als Deidesheimer Trainer auf? Vielleicht ist das letzte Wort ja doch noch nicht gesprochen ... So spielten sie TSG Deidesheim: Lützel - Enzenauer (76. Fellberg), Deimel (31. Gillmann), Speiger, Lisson - Wageck, Benkler - Christian Schubing, Alexander Schubing, Seckinger (88. Anslinger) - Ehrenpreis Tore: 0:1 Thomas (21.), 0:2 Thomas (29.), 1:2 Benkler (32.), 2:2 Benkler (42.), 3:2 Ehrenpreis (51.), 4:2 Ehrenpreis (59.), 4:3 Stubenrauch (86.), 5:3 Ehrenpreis (90.) - Gelbe Karten: Benkler, Enzenauer, Fellberg, Gillmann - Klundt, Pita - Beste Spieler: Lützel, Benkler, Ehrenpreis - Thomas - Zuschauer: 904 - Schiedsrichter: Epp (Bundenthal). (aboe)