Neustadt Erst im letzten Viertel zieht der 1. FC Nürnberg davon

Neustadts Keeper Hendrik Hummel war der beste Mann seiner Mannschaft.
Neustadts Keeper Hendrik Hummel war der beste Mann seiner Mannschaft.

«Neustadt.»Mit einer 6:11 (1:2, 2:2, 2:3, 1:4)-Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg geht das Bundesliga-U18 Team des SC Neustadt mit einer schweren Hypothek in das Rückspiel am Sonntag in Nürnberg. In den beiden Relegationsspielen geht es für die beiden Teams um den Einzug in die Endrunde zur deutschen U18-Meisterschaft in der A-Gruppe.

Dass die A-Gruppen-Teams ein anderes Kaliber sind, konnten die SCN-Jungs bereits am Samstag im Spielprotokoll der Begegnung Wasserfreunde Fulda gegen SV Bayer Uerdingen nachlesen. Der Vorletzte der A-Gruppe gewann bei Fulda, Zweiter der B-Gruppe, im ersten Relegationsspiel mit 10:5. Doch der SCN blieb drei Viertel auf Tuchfühlung mit Nürnberg und verlor erst in den letzten acht Minuten deutlich an Boden. Die ersten drei Abschnitte war es Torwart Hendrik Hummel, der Neustadt vor einem hohen Rückstand bewahrte. Nürnberg, in vielen Aktionen einen Tick schneller am Ball, schneller im Zuspiel und schneller im Abschluss, scheiterte zwölf Mal an Hummel. Der 16-jährige Maikammerer lebt in einer wasserballverrückten Familie. Vater Thomas war in seiner Jugend Schwimmer in Edenkoben: „Ich wollte aber nicht nur Kacheln zählen und hätte viel lieber Wasserball gespielt. Das scheiterte aber daran, dass ich nicht zum Training nach Neustadt gefahren wurde.“ Bei seinen eigenen Söhnen wollte er es besser machen. Der Älteste, Benedikt, begann vor neun Jahren beim SCN. Heute spielt der 20-Jährige in der Zweitliga-Mannschaft von Vorwärts Ludwigshafen. Dominik (18 Jahre) spielt mit seinem Bruder Hendrik im U-18-Team des SCN. Thomas Hummel unterstützt das Team als Verpflegungssponsor und als Fotograf, Mutter Susanne zittert als Zuschauerin mit. Sie braucht eine Holzrassel, um so ihr Adrenalin während des Spiels abzubauen. „Das ist für mich körperlich so, als würde ich selbst mitspielen“, gesteht sie. Dass ihre drei Jungs nach dem Training jeweils kiloweise Nudeln verputzen, organisiert sie ebenso wie die vielen Wasserball-Termine ihrer Söhne. Torwart Hendrik, Schüler am Gymnasium Edenkoben, war indes nach dem Spiel gefrustet. „Wir sind im letzten Viertel richtig eingegangen und haben unsere Überzahlsituationen nicht genutzt. Es war heute sehr anstrengend, so stark wurde ich bislang noch nie gefordert“, erklärte er. Dabei gab es einige mitreißende Szenen der Gastgeber, durch die sie sich für das Rückspiel motivieren können. Etwa ein Schuss von der Spielfeldmitte aus durch Xaver Schädler zum 1:1 oder auch die Ausgleichstreffer von Tim Schwarzkopf zum 4:4 und das Fünfmeter-Tor zum 5:5 durch Tobias Bauer. Nürnbergs Trainer Marc Steinberger hatte für sein Team ein leichteres Spiel erwartet. „Wir konnten erst im letzten Viertel die Führung ausbauen. Dann merkte man auch den Unterschied zwischen A- und B-Gruppe. Unser Team spielt schon seit zwei Jahren Bundesliga, da hätte ich mir mehr Souveränität gewünscht. Vom SCN bin ich positiv überrascht“, analysierte er. Gleich vier Trainer des SCN waren gestern im Stadionbad, um das Spiel zu verfolgen. Davorin Golubic, Peter Jacqué, Peter Kuhn und Jens Schwarzkopf waren sich einig: „Das Abwehrverhalten war gut, nur im Angriff ging alles zu langsam.“ So spielten sie: SCN: Hummel – Vagts, Guth (1 Tor), Spandick, Bauer (1), Lukas Schwarzkopf, Tim Schwarzkopf (1), Herrle (1), Schädler (2), Erasmy, Lewin, Hrvic, Baaden.

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