Neustadt
Erhält Neustadt das Label „Stadtgrün naturnah“?

Es grünt so grün: Im vergangenen Jahr hatte die Stadt angekündigt, dass sie sich für das Label „Stadtgrün naturnah“ bewirbt. Ziel des vom Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz bezuschussten Projekts ist die Förderung der biologischen Vielfalt in Kommunen. In Neustadt sei bereits einiges auf den Weg gebracht worden, vermeldet Umweltdezernentin Waltraud Blarr. In wenigen Wochen entscheidet sich, ob genug getan wurde.
Rund 48 Hektar Grünflächen gibt es im innerstädtischen Bereich. Das ist ein Ergebnis der Bestandsaufnahme, die die Stadt im Zuge des Zertifizierungsverfahrens für das Label gemacht hat. „Das war auch für uns interessant zu sehen“, sagt die Umweltdezernentin. Bei dem Projekt gehe es nicht nur darum, neue Flächen zu schaffen, sondern auch den Bestand zu optimieren.
Bis April dieses Jahres hatte die Stadt Zeit, einen Maßnahmenplan zu erarbeiten. Darin sei zum Beispiel die Empfehlung enthalten, eine Baumschutzsatzung auf den Weg zu bringen. Diese müsse allerdings politisch beschlossen werden, informiert Blarr. „Das haben wir vor der Wahl leider nicht mehr geschafft.“
Dafür seien aber bereits andere Ideen umgesetzt worden. „Wir haben zum Beispiel auf einer Eh-da-Fläche neben der Haardter Grundschule eine Blumenwiese ausgesät.“ Vor der Ortseinfahrt Geinsheim sei ein Storchennest gestaltet worden und in Gimmeldingen habe man den Bestand der Mandelbäume genauer unter die Lupe genommen. „Dort wurden teilweise falsche Bäume gepflanzt, die dann gestorben sind. Die haben wir durch regionale Mandelsorten ersetzt“, berichtet Blarr. Auch im Hinblick auf Grünflächen an Straßenrändern habe ein Umdenken stattgefunden. „Da wird nur noch ein kleiner Streifen gemäht, dass keine Pflanzen auf die Fahrbahn ragen.“ So entstünden auf den unberührten Flächen blühende Streifen.
Die Umweltdezernentin sieht aber noch Handlungsbedarf. „Das Grünflächenamt wird eine Kartierung erstellen, wo in der Innenstadt weitere Bäume gepflanzt werden können.“ Das sei aber mit viel Arbeit verbunden, da zum Beispiel im Boden verlegte Leitungen beachtet werden müssten. „Dafür braucht es Personal.“ Auch in den Außenbereichen der Stadt könnten weitere Bäume gesetzt werden. „Der Grünzug am Speyerbach und am Rehbach in Richtung Böbig soll auch noch weitergeführt werden“, informiert Blarr auch im Hinblick auf die geplante Bewerbung für die Landesgartenschau 2026.
Am 19. September findet in Bonn die Feier statt, bei der die teilnehmenden Kommunen, die sich beim Thema Biodiversität verdient gemacht haben, mit dem Label „Stadtgrün naturnah“ ausgezeichnet werden. Dort entscheide sich auch, ob Neustadt ein goldenes, ein silbernes oder ein bronzenes Label erhalte, so Blarr. „Verdient haben wir auf jeden Fall ein Label. Wir haben uns angestrengt und hoffen, dass etwas Anständiges dabei herauskommt.“