Neustadt Entwässerung im Neubaugebiet teurer als erwartet
Die abwassertechnische Erschließung des Deidesheimer Neubaugebiets D5 fällt anspruchsvoller aus als zunächst erwartet. Das Entwässerungskonzept stellte Peter Bader vom Neustadter Ingenieurbüro IPR-Consult GmbH dem Werkausschuss in seiner jüngsten Sitzung vor.
Das Neubaugebiet D5 umfasst eine 2,1 Hektar große Fläche im Nordosten der Stadt Deidesheim. Hier sollen 25 Grundstücke entstehen. Es grenzt westlich an die Bebauung des St.-Martinswegs und im Osten an die Bahnlinie. Nördlich des Buschwegs entsteht noch eine Häuserreihe. Zurzeit ist das Areal noch eine Rebfläche. Der Boden hat ein Gefälle von vier Prozent. In unmittelbarer Nähe befindet sich das kleine Gewerbegebiet „Buschweg“. Hier gibt es bereits ein Versickerungsbecken. Das Gewerbegebiet ist über eine Druckwasserleitung an den Mischwasserkanal des St.-Martinswegs angeschlossen. Gemäß Landeswassergesetz (LWG) soll Niederschlagswasser vorrangig vor Ort versickern. Jedoch ergab ein Bodengutachten, dass der Untergrund in D5 undurchlässig ist. Deshalb kommen Versickerungsmulden an jedem Haus nicht in Betracht. Ein Grundwasserleiter zur Versickerung sei auch nicht vorhanden. Aus Sicht der Fachleute ist hier eine dezentrale Lösung am wirtschaftlichsten. Für das Entwässerungskonzept muss das Versickerungsbecken östlich der Bahnlinie verlängert werden. Zur Drosselung werden zusätzlich zwei Pufferbecken angelegt. Das Baugebiet wird in zwei Bereiche eingeteilt. Im nördlichen Bereich wird das Niederschlagswasser über eine Pflasterrinne und Sammelmulde ins Pufferbecken Nord geleitet. Von hier aus läuft das Wasser über eine vorhandene Leitung unter der Bahnlinie hindurch zum Versickerungsbecken „Buschweg“. Das Schmutzwasser wird an die Abwasserleitung aus dem Gewerbegebiet Buschweg angeschlossen. Jedoch wird die vorhandene Druckleitung mit einem herkömmlichen Kanal ersetzt. Die Druckleitung hatte in der Vergangenheit gelegentlich für Geruchsprobleme im St.-Martinsweg gesorgt. Mit dieser Lösung entfalle auch das Pumpwerk, das zurückgebaut werden soll. Das Regenwasser der Südseite läuft ebenfalls über Mittelrinnen, Gräben und Mulde ins Pufferbecken Süd und dann stark gedrosselt in den Mischwasserkanal. Um die Abflussmenge weiter zu begrenzen, könnten Auflagen erhoben werden, so Bader. Beispielsweise könnten Zisternen oder Gründächer auf Nebengebäuden wie Garagen gebaut werden. Das Schmutzwasser dieses Teilbereichs wird am südlichen Ende des St.-Martinswegs in den Kanal geleitet. Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen rund 915.000 Euro. Darin enthalten ist die Regenwasserableitung über Kanäle, Mulden, Rinnen und Pufferbecken sowie die Erweiterung des bestehenden Versickerungsbeckens, die Schmutzwasserableitung und der Rückbau der Druckwasserleitung und des Pumpwerks. Die Planung ist für ein 50-jähriges Regenereignis ausgelegt und wurde mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd abgestimmt. Über die Höhe der Kosten war Stadtbürgermeister Manfred Dörr (CDU) wenig begeistert. Der Stadtrat wird sich in einer der kommenden Sitzungen mit dem Thema befassen. Für weitere Ingenieurleistungen zur Planung und Ausführung sollen Angebote eingeholt werden. Der Werksausschuss stimmte dem mit zwei Enthaltungen zu.