Neustadt
Elmstein: Herter und Verdaasdonk in Stichwahl um Bürgermeisteramt
Die Elmsteiner können am Sonntag bei einer Stichwahl entscheiden, ob der SWG-Kandidat Stefan Herter weitere fünf Jahre Bürgermeister bleiben oder ob SPD-Kandidat Rene Verdaasdonk das Amt übernehmen soll. Dabei spielt die alte Rivalität zwischen Elmstein und Iggelbach eine wesentliche Rolle.
Beide Kandidaten haben für die Stichwahl eine Werbebroschüre verteilt. Verdaasdonk hat außerdem zu Bürgerdialogen nach Iggelbach und Elmstein eingeladen. Beide Kandidaten bemühen sich besonders um den Hauptort Elmstein, das hat einen Grund: „Da wird die Wahl entschieden“, weiß Herter. Er lag mit 42,89 Prozent der Stimmen am 26. Mai vorne. Verdaasdonk kam auf 40,4 Prozent, der CDU-Kandidat Stefan Kobel war mit 16,7 Prozent weit abgeschlagen.
Von den 1386 Wählern, die bei der Kommunalwahl ihre Stimme abgegeben haben, haben 550 für Verdaasdonk votiert. 316 dieser Stimmen stammen aus Iggelbach. In dem Elmsteiner Ortsteil haben sich insgesamt 385 Wähler an der Bürgermeisterwahl beteiligt. Der gebürtige Niederländer Verdaasdonk, der schon lange in Iggelbach lebt, hat in dem Ortsteil also die absolute Mehrheit. Herter bekam 53, Kobel nur zwölf Stimmen.
Streit vor zehn Jahren Ursache der Konkurrenz
Iggelbacher wählen Iggelbacher, und Iggelbacher wählen SPD – das war schon bei allen Wahlen so, und daran hat sich nichts geändert. Auch der Elmsteiner Ortsteil Appenthal war lange eine Hochburg der SPD. Das hat ist aber Geschichte.
2009 zerstritten sich der SPD-Ortsverein Elmstein, zu dem auch die Appenthaler Parteimitglieder gehörten, und der SPD-Ortsverein Iggelbach. Im Verlauf der heftigen Auseinandersetzungen wurden einige der Elmsteiner und Appenthaler SPD-Mitglieder aus der Partei ausgeschlossen, andere traten aus. Die wenigen restlichen Elmsteiner Genossen schlossen sich mit den Genossen aus Iggelbach zum Ortsverein Elmstein-Iggelbach-Appenthal zusammen. Die Ex-SPD’ler, von denen viele in Appenthal wohnten, gründeten die Soziale Wählergemeinschaft (SWG).
Wesentliche Faktoren der Auseinandersetzung waren die seit Urzeiten bestehende Rivalität zwischen Elmstein und Iggelbach und der Streit um eine Kandidatenkür. Es wurde mit harten Bandagen gekämpft. Die Auswirkungen sind nach wie vor zu spüren, das Verhältnis zwischen SPD und SWG war und ist schlecht. In Appenthal wird seitdem SWG gewählt. Am 26. Mai haben sich 237 der 335 Appenthaler Wähler für den Appenthaler Stefan Herter entschieden. Verdaasdonk bekam 57 Stimmen.
CDU-Stimmen entscheiden den Ausgang der Wahl
Elmstein war lange Zeit eine Hochburg der CDU. Am 26. Mai hat der CDU-Kandidat Kobel von den 666 Elmsteiner Wählern aber nur 180 Stimmen erhalten, das waren drei mehr als Verdaasdonk. Herter lag mit 295 Stimmen deutlich vorne.
Die CDU hat für die Stichwahl keine Wahlempfehlung abgegeben. Drei Tage vor der Kommunalwahl hat die CDU mitgeteilt, dass sie die während der ganzen Wahlperiode mit der SWG bestehende Zusammenarbeit beendet und angekündigt, dass sie im neuen Gemeinderat weder mit der SWG noch mit der SPD eine Koalition eingehen wird. Die SWG habe sich gemeinsame Erfolge allein auf die Fahne geschrieben, es habe im Wahlkampf unfaire Angriffe der SWG gegen die SPD gegeben, nannte Kobel als Gründe.
Verdaasdonk hatte bei seiner Nominierung als Kandidat der SPD angekündigt, dass er keinen Wahlkampf machen werde. „Das ist kein Wahlkampf, das ist eine Wahlkampagne. Ich werbe für mich“, kommentiert Verdaasdonk seine umfangreichen Aktivitäten in den vergangenen Monaten. „Es ist einiges an Porzellan zerschlagen worden“, weiß er. Dies vor allem in Mails, Kommentaren in sozialen Netzwerken und Internetveröffentlichungen. Vor allem Bürgermeister Stefan Herter wird dabei teilweise sehr hart angegangen. In vielen dieser Kommentare geht es auch um die Rivalität zwischen Elmstein und Iggelbach. „Die SWG benimmt sich daneben“, weil sie dieses Thema aufgegriffen habe, sagt Verdaasdonk. „Ich will zu diesen Angriffen keine Stellung nehmen“, sagt Herter.
2032 Wahlberechtigte dürfen am Sonntag ihr Kreuzchen hinter dem Namen einer der beiden Kandidaten machen. 919 Wähler haben bereits per Briefwahl ihre Stimme abgegeben.