Neustadt Elektro-Mobilität auf dem Prüfstand

Müsste gebaut werden: eine Wasserstofftankstelle.
Müsste gebaut werden: eine Wasserstofftankstelle.

Was wäre möglich, wenn ...: So lautet der Arbeitstitel, unter dem der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) und die Stadtverwaltung Neustadt mittelfristig prüfen wollen, ob bei den Neustadter Buslinien Elektromobilität möglich wäre. Kurz gesagt: Ob es technisch und finanziell machbar wäre, irgendwann nach dem Jahr 2023 E-Busse fahren zu lassen.

Indes ist es noch ein weiter Weg, außerdem einer mit offenem Ergebnis, wie Christian Wühl, beim Verkehrsverbund Leiter der Abteilung Planung und Angebot, auf RHEINPFALZ-Anfrage erläutert. Ein Anfang wurde am vergangenen Dienstag gemacht, als sich Vertreter des VRN, des von ihm beauftragten Ingenieurbüros und des städtischen Fachbereichs Ordnung, Umwelt, Bürgerdienste zu einem ersten Gespräch trafen. Weitere sollen nun folgen. Neustadt wäre aus Sicht des VRN ein gutes Erprobungsgebiet. Zum einen, weil die städtischen Buslinien sowohl Neustadt als auch die Region betreffen, zum anderen, weil die Topographie sehr unterschiedlich ist, es sozusagen hoch und runter geht. Am wichtigsten aber ist, dass das Neustadter Linienbündel bald neu ausgeschrieben werden muss: Wie mehrfach berichtet, werden die Leistungen immer für zehn Jahre vergeben, zuletzt ab 2013 an die Unternehmen Palatina-Bus GmbH und Imfeld. Wühl zufolge will sich auch der VRN, ein kommunaler Zweckverband, dem Neustadt angehört, zugunsten des Klimaschutzes engagieren. Daher sei eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden, „um zu prüfen, ob der Einstieg in die E-Mobilität sinnvoll wäre“. Außer mit Neustadt werde voraussichtlich mit einer oder zwei weiteren Kommunen darüber nachgedacht. Indes sei die Studie noch nicht abgeschlossen, aktuell könne höchstens von einem Zwischenergebnissen gesprochen werden. Rein technisch hat sich bislang herauskristallisiert, dass für E-Mobilität in Neustadt mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenbusse am besten sein könnten. Neben den Fahrzeugen würde dann auch eine entsprechende Tankstelle gebraucht. Diese könnte ein wichtiger Standortfaktor sein, weil sie zudem von Gewerbetreibenden und Privatleuten genutzt werden könnte, ist die zuständige Neustadter Beigeordnete Waltraud Blarr überzeugt. Darüber hinaus würde der regional erzeugte Strom damit optimal verwertet, so Blarr – weil Wasserstoff als Zwischenspeicher für Überschüsse aus Solar- und Windkraftproduktion diene. Bis Frühsommer soll Wühl zufolge geprüft werden, ob diese Technik tatsächlich in Betracht kommen könnte. Falls ja, wäre im Anschluss die Stadtpolitik gefragt. Denn umsonst wäre die E-Mobilität für Neustadt nicht zu haben. Weshalb letztlich der Stadtrat entscheiden müsste, „ob er da mitgehen will“. All das muss dann in die Ausschreibung einfließen, damit wiederum die Busunternehmen wissen, was sie bieten müssten. Würden in Neustadt wirklich einmal E-Busse rollen, ist Blarr überzeugt: „Die Akzeptanz bei den Bürgern wäre sehr hoch.“ Schließlich würden weniger Immissionen und ein leiser Betrieb mehr Komfort bedeuten.

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