Neustadt Einzug im Oktober

Der Turmschreiberturm im Deidesheimer Schlossgraben ist nicht mehr lange verwaist.
Der Turmschreiberturm im Deidesheimer Schlossgraben ist nicht mehr lange verwaist.

Im Oktober wird der Turmschreiber voraussichtlich sein Domizil am Schlossgraben in Deidesheim beziehen können. Nach neun Jahren ohne einen Turmschreiber wird Schriftsteller und Hugo-Ball-Preisträger Andreas Maier das Amt übernehmen. Für einen Monat wird Maier dort sein, zweimal zwei Wochen innerhalb von zwei Jahren, bis ein neuer Preisträger feststeht. Die Neugestaltung des Grabens wird hingegen erst im kommenden Jahr möglich sein. Das teilt der Deidesheimer Stadtbürgermeister Manfred Dörr (CDU) mit. Wie mehrfach berichtet, ist die Mauer im nördlichen Teil des Areals in Privatbesitz. An dieser Mauer hatte es ebenso wie an der Sandsteinmauer im südlichen Teil, die der Stadt gehört, Schäden gegeben. Ursachen waren der Zahn der Zeit, aber auch eindringende Feuchtigkeit, die den Sandsteinen zusetzte. Die Mauern hatten sich ausgewölbt, und es gab Beschädigungen an Krone und Fuß. Die Stadt hatte 2016 ihren Teil der Mauer sanieren lassen. Stahlbetonplatten wurden eingesetzt, die den Druck auf die Mauer abfangen und sie vor Feuchtigkeit schützen sollen. Außerdem wurde in der Burggasse eine Entwässerung zum Kanal installiert. So soll verhindert werden, dass Wasser in Richtung der Mauer fließt und die Sandsteine beschädigt. Da die Mauer unter Denkmalschutz steht, waren die Arbeiten sowohl mit der Unteren Denkmalschutzbehörde bei der Kreisverwaltung Bad Dürkheim wie auch mit der Oberen Denkmalschutzbehörde des Landes abgesprochen. Rund 600.000 Euro haben die Arbeiten gekostet, 50.000 Euro wurden durch einen Zuschuss der Denkmalpflege abgedeckt. Den überwiegenden Teil des Geldes muss die Stadt selbst aufbringen. Abstimmungen mit den Denkmalschutzbehörden, die Frage der Finanzierung und eine längere Erkrankung des Besitzers der Mauer im Norden des Schlossgrabens waren die Gründe dafür, dass deren Sanierung bisher ausstand. Nach Angaben von Stadtbürgermeister Dörr hätten die Arbeiten nun begonnen. „Mit den Denkmalbehörden ist alles abgestimmt“, betont Dörr. Die Mauer werde so hergerichtet, dass die Verkehrssicherheit gewährleistet sei. Der Schlossgraben war längere Zeit aus Sicherheitsgründen gesperrt. Zudem ist das Gelände schon seit Längerem nicht mehr im besten Zustand. Die Mitglieder des Stadtrats haben deshalb beschlossen, dass das Gelände neu gestaltet werden soll. Im April entschieden die Ratsmitglieder, dass der Schlossgraben „eine Oase der Ruhe in der Altstadt“ bleiben soll. Dies war die Intention gewesen, als der Schlossgraben in den 1970er-Jahren angelegt worden war. Ebenfalls im April waren zwei Konzepte für die zukünftige Gestaltung vorgelegt worden. „Die Ratsmitglieder müssen nun demnächst eine Entscheidung treffen, welches dieser Konzepte umgesetzt werden soll“, sagt Dörr. Doch das werde dieses Jahr wohl nicht mehr realisiert werden können. Die Arbeiten müssten vorbereitet werden, und es seien Ausschreibungen erforderlich. Zudem seien die meisten Handwerker derzeit stark beschäftigt, so dass es dauere, bis sie Zeit hätten. Die Kosten für die Umgestaltung betrügen bei beiden Konzepten etwa 100.000 Euro. Allerdings soll nach Angaben von Dörr beim Freiwilligentag der Metropolregion Rhein-Neckar am 15. September von Ehrenamtlichen der Bereich um den mittelalterlichen Turm gesäubert und in Ordnung gebracht werden. Dort soll im Oktober nach mehrjähriger Unterbrechung erstmals wieder ein Stadtschreiber tätig sein (wir berichteten). „Da soll das Ambiente einigermaßen in Ordnung sein“, sagt Dörr über die geplanten Aufräumarbeiten. Er ist zuversichtlich, dass Ehrenamtliche die Arbeiten erledigen können. Falls dies nicht klappen sollte, werde der Bauhof dort noch tätig werden, so der Stadtbürgermeister.

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