Neustadt Einmal ein Fakir sein
„Hereinspaziert“ heißt es heute in der Turnhalle der Grundschule Schöntal. 56 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren zeigen um 14 Uhr ihren Eltern und Freunden in der Manege, was sie in fünf Tagen beim „Zirkus Soluna“ gelernt haben.
Jeder Teilnehmer hat am Montag zwölf Workshops kennengelernt und ausprobiert. Neben Jonglage, Zauberei, Clownerie und Akrobatik gab es auch ein Fakir-Projekt und ein richtiges Trapez. Drei Projekte konnten sich die Kinder aussuchen, dann ging’s los mit dem Üben. Cecilia ist mit zwölf Jahren eine der ältesten Akrobaten. Sie turnt am Trapez einen perfekten „Engel“ mit durchgedrücktem Hohlkreuz. Als Ballerina und Turnerin hat sie schon Erfahrung. „Ich wollte schon immer mal bei so einer Ferienaktion mitmachen“, erzählt sie – zumal ihre Freundinnen davon schwärmten. Zuerst sei sie etwas enttäuscht gewesen, dass auch sehr viele jüngere Kinder dabei sind. „Doch wir haben alle gut zusammen gearbeitet.“ Das bestätigt Mirco Kaiser, einer von zwei hauptamtlichen Mitarbeitern des Projekt-Anbieters aus Köln. Unterstützt wird er von zwei Betreuern des städtischen Jugendamts und vier Praktikanten. „Die Kinder lernen neue Seiten von sich selbst kennen. Sie wachsen dabei auch über sich hinaus“, stellt er immer wieder bei den Ferienhitswochen fest. Und auf die Abschlussschau seien sie „heiß wie Frittenfett“. Kaisers Kollege Marcel Molfese leitet gerade Kinder beim Fakir-Workshop an. Fabian legt sich todesmutig auf ein Nagelbrett mit über 200 spitzen Nägeln. Der elfjährige Till erklärt den Trick: „Es kommt auf die Fläche an, mit der man drauf kommt. Je größer die Fläche, desto besser funktioniert es.“ Auf seiner Haut sind dennoch die kleinen roten Punkte zu sehen, die von den Nägeln hinein gedrückt wurden. Barfuß steigt Alina auf die Nägel. „Es macht mir viel Spaß und es tut kaum weh“, sagt die Achtjährige. Dass dabei zu Beginn auch ein bisschen Angst mitspielt, ist ganz normal. So erging es auch Jessica, die sogar einen Handstand auf den Glasscherben schafft. Interessierte Zuschauer sind Max und Hedda, beide noch zu jung zum Mitmachen. Ihre Mutter Lea Straßburg hat sie mitgenommen, um die große Schwester Kajsa abzuholen. Die Siebenjährige sei begeistert. Sie habe schon im Vorjahr bei Tanzaktionen und einem Naturprojekt mitgemacht, erzählt Straßburg. Für sie sind die Ferienangebote eine große Entlastung. Denn mit den zwei jüngeren Geschwistern, die oft noch einen Mittagsschlaf machen, könnte sie für Kajsa nicht immer selbst das Ferienprogramm gestalten. Sie spricht sich mit einer befreundeten Familie ab, man unterstützt sich gegenseitig beim Hinbringen und Abholen. Info Vom 10. bis 14. Juli: noch sieben freie Plätze beim Ferienhit „Zirkus Soluna“, vom 17. bis zum 21. Juli: noch 18 freie Plätze. Bei weiteren einwöchigen Zirkus-Workshops in der zweiten Ferienhälfte gibt es ebenfalls noch freie Plätze. Information und Anmeldungen auf www.nw4you.de oder direkt im Ferienhitsbüro beim Jugendamt, Telefon 06321/855624.