Neustadt Eine Quereinsteigerin mit musikalischer Ader

Lena Franz bevorzugt den trockenen Riesling. Den dürfte sie als kommende Weinprinzessin schon mal öfter im Glase haben.
Lena Franz bevorzugt den trockenen Riesling. Den dürfte sie als kommende Weinprinzessin schon mal öfter im Glase haben.

Sie ist eine „Quereinsteigerin“, sagt der Deidesheimer Stadtbürgermeister Manfred Dörr über Lena Franz, die künftige Weinprinzessin der Verbandsgemeinde. Sie kommt nicht aus einer Winzerfamilie. Aber die 18-Jährige ist hoch motiviert. Ein Jahr lang hat sie sich in Sachen Wein weitergebildet, um dieses Amt auch sachkundig ausüben zu können.

Lena Franz’ Kontakte zum Wein kamen über die Arbeitsgemeinschaft Weinbau an der Integrierten Gesamtschule in Deidesheim. Darin hat sie alle möglichen Arbeiten kennengelernt, von Rebenbinden über die Lese bis zum Etikettieren der Flaschen. Und mit diesem Wissen hat sie sich vor einem Jahr beworben. „Da war sie halt noch sehr jung“, sagt Dörr, warum sie damals noch nicht zum Zuge gekommen ist. Jetzt, ein Jahr später, greift sie nach dem Krönchen der Weinprinzessin und freut sich sehr darauf: „Ich habe mich mit Vorgängerinnen unterhalten. Sie haben mir gesagt, es wird ein spannendes Jahr.“ Mehrmals hat Lena Franz beim Winzerverein Deidesheim hospitiert, und Mitarbeiterin Inge Schneemann hat ihr vieles beigebracht, was sie als Weinhoheit über den Rebensaft und seinen Genuss wissen muss. Auch der Stadtbürgermeister hat sich von ihren Weinkenntnissen überzeugt. Er hat ihr in einem Weinlokal verschiedene Weißweinsorten wie Burgunder, Sauvignon blanc, Riesling und mehr vorgesetzt. Sie musste die richtige Reihenfolge herausfinden. „Test bestanden“, bescheinigt er. Mit ihrem Arbeitgeber, dem Krankenhaus in Bad Dürkheim, ist abgeklärt, dass die angehende Weinprinzessin auch mal Repräsentationstermine hat. Nach der mittleren Reife an der Gesamtschule hat sie eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin begonnen. Jetzt ist sie im zweiten Lehrjahr. Wein und Gesundheit, ein Thema für sie? Ja klar. In Maßen natürlich. Lena verweist da gerne auf ihre Oma, die mit 67 Jahren regelmäßig ein Gläschen Wein trinkt und „fit ist“. Und manche jungen Leute täten besser daran, mal ein Glas Wein zu trinken, meint sie, statt der hochprozentigen Mixgetränke, die schnell in den Kopf steigen und nicht ohne Grund bei Weinfesten verboten sind. Lena Franz passt gut in die Reihe der Weinprinzessinnen, die musikalisch sind. Ihre Vorgängerinnen Julia Kren und Katharina Weisbrodt spielen in den Musikkapellen in Meckenheim und Deidesheim. Lena selbst spielt klassische Gitarre. Sie mag Pop und Rockmusiker der 1980er-Jahre wie Phil Collins oder Queen. Mit der Stadt Deidesheim wird sie in ihrer Amtszeit auch einige Auslandstermine wahrnehmen. Der nächste führt in die ungarische Partnergemeinde Tihany am Plattensee, informiert Dörr. Verbandsbürgermeister Peter Lubenau will sie mit in die polnische Partnergemeinde Byczyna nehmen. 2018 folgt ein Termin, der einen ernsten Hintergrund hat: ein Treffen von Jugendlichen aus Deidesheim und der Partnergemeinde St. Jean (Bretagne/Frankreich) in Verdun zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Gekrönt wird Lena Franz am Freitag, 11. August, zum Auftakt der Deidesheimer Weinkerwe.

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