Neustadt Eine Kreuzfahrt zum Jubiläum

Turbulent geht es zu bei den Aufnahmen für die Fernsehserie „Dahin schwimmende Liebe“ auf der M.S. Aphrodite: Vor allem der kapr
Turbulent geht es zu bei den Aufnahmen für die Fernsehserie »Dahin schwimmende Liebe« auf der M.S. Aphrodite: Vor allem der kapriziöse Hauptdarsteller Menno Mennerich (Dieter Ferckel, rechts) hält das Team (von links: Christel Klohr, Susanne Böhnke, Karlheinz Mallrich, Renate Sander und Lothar Kurz) ordentlich auf Trab.

«Neustadt-Mussbach.» Zu runden Geburtstagen gönnt man sich was: Die Mußbacher Mundarttheatergruppe „Die Groddegiexer“ zum Beispiel geht zu ihrem 30-jährigen Bestehen auf Show-Kreuzfahrt. Erstmals am 2. Februar sticht sie mit ihrem neuen Stück „M.S. Aphrodite – Show, Stars und Stress“ im Mußbacher Herrenhof in See.

Die Anspannung der Schauspieler ist groß, es wird intensiv geprobt. Schließlich sollen die Wogen der Heiterkeit hochschlagen, gern bis Orkanstärke, wenn das Ensemble in gut zwei Wochen vors Publikum tritt. Zunächst aber gibt es viel Gelächter in der Probe. Goldene Hotpants und Perücken werden herumgereicht, welche könnten passen? Die Textbücher wälzen bringt nicht mehr viel, denn die Texte sollten längst sitzen, meinen die motivierten Darsteller. „Tun sie aber nicht“, lachen die beiden kampferprobten „Urgroddegiexer“ Christel Klohr und Lothar Kurz. Souffleuse Renate Müller, ideenreich und improvisationserfahren, muss ran. Also einfach rein in die Szene, schauen, was schon geht, lautet das Motto. Denn sie haben ein Theaterstück im Gepäck, das mit viel Tempo, Verwechslungen, Lieben, Trieben und „tiefen Einblicken“ in das Fernsehgeschäft für Unterhaltung sorgen soll. Eingebautes Lokalkolorit und schlagfertige Dialoge, manchmal auch mit dem Publikum, sollen wieder das Markenzeichen sein. Dazu schlüpft Dieter Ferckel sogar in eine Doppelrolle. Er ist zum einen der extrem gestresste Serienstar Mennowin Mennerich, genannte Menno, zum anderen der geplagte Ehemann Rüdiger Reichenbach, an dem seine Frau Beate (Renate Sander) vor allem (oder vielleicht auch nur) schätzt, dass er ihrem Idol Menno so ähnlich sieht. Mit an Bord kommt ebenfalls Beates beste Freundin Astrid (Christel Klohr), die ständig auf der Suche nach ihrer besseren Hälfte ist, die zumindest am Handy auf den bezeichnenden Namen „Huppsi“ hört. In „Traumschiff“-Manier wird dann auf der M.S. Aphrodite die Serie „Dahin schwimmende Liebe“ gedreht, und obwohl die letzten Dreharbeiten nur noch wenig Aufwand bedeuten, macht Menno schlapp. Wie gut, dass sein Doppelgänger Rüdiger an Bord ist. Dumm allerdings, dass dem jegliche schauspielerische Begabung fehlt, was sich schon früh ankündigt, schafft er doch noch nicht einmal die „lockere Menno-Pose“ am Stehtisch fürs Urlaubsfoto der Gattin. Das Probengelächter ist groß, als Ferckel als „Pienzkopp“ Rüdiger bei seiner Klage über den für ihn scheinbar unerreichbaren Strahlemann Menno in Richtung des imaginären Publikums ruft: „Ach Gott, wonn ich demm soi 6.000 Euro Dachesgage hätt, det ich ach lokker dostehe“, und so in seiner Rolle aufgeht, dass er fast den Tisch zum Anlehnen verpasst. Nahtlos singt sich die ambitionierte Schlagersängerin Helene Berg (Susanne Böhnke) warm, die Einspielung hat ihre Tücken, sie klappt nicht zeitgleich – noch nicht. Ohne Bühnenbild – die Herrenhof-Bühne steht nur eingeschränkt zum Proben zur Verfügung – wird den Darstellern viel Einfühlungsvermögen abverlangt. Lothar Kurz jedenfalls bemüht sich als Regisseur Franz Bruddl auch ohne Kulisse schon komödiantisch überzeugend, seine zeternde Crew (Wolfgang Medart, Beate Hofen, Karlheinz und Dorothee Mallrich) meditativ auszugleichen. Dorothee Mallrich freut sich auf ihre lange ersehnte Bühnenpremiere, erzählt sie strahlend, denn letztes Jahr habe sie noch keine Rolle ergattert, und davor sei sie einfach noch zu jung gewesen. Ob in der turbulenten Komödie wenigstens der Schifflotse (Christoph Merckel) oder die Journalistin Anne Töpperwein (Susanne Sander) den Überblick behalten? Das Stück aus der Feder von Bernd Spehling, einem waschechten Nordlicht, haben die „Groddegiexer“ wieder gemeinschaftlich ins Pfälzische übertragen und um einige humorvolle Einlagen ergänzt. Zwischen den drei Akten warten kulinarische Genüsse und ein gut bestückter Vereinsausschank auf die Besucher. Außerdem sollen alle Gäste im Jubiläumsjahr ein kleines Begrüßungsgeschenk erhalten. Termine Die „Groddegiexer“ feiern am Freitag, 2. Februar, um 20 Uhr mit „M.S. Aphrodite – Show, Stars und Stress“ Premiere im Festsaal des Mußbacher Herrenhofs. Weitere Aufführungen gibt es dort am 3., 9. und 10. Februar, jeweils um 20 Uhr, und an den beiden Sonntagen 4. und 11. Februar um 16 Uhr. Karten (10/9 Euro) in der Papierschatulle in Mußbach (06321/60360).

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