Neustadt Eine knifflige Aufgabe

HASSLOCH. Der TSG Haßloch, Spitzenreiter in der Handball-Oberliga, steht eine knifflige Aufgabe bevor. Am Sonntag führt sie der Spielplan nach Rheinhessen zum TV Nieder-Olm. Nicht nur die ungewöhnliche Anwurfzeit um 11 Uhr erschwert das Siegen. Gespielt wird ohne Harz.
Beides zusammen macht Nieder-Olm zu einer Hausmacht, die bisher in sieben Spielen nur einmal bezwungen wurde – vom TV Bitburg, dem Tabellenvorletzten. Trotz ihrer Heimstärke geht es den Rheinhessen aber kaum besser als den Bitburgern, denn weil auswärts noch kein Punktspiel gewonnen wurde, ist der TV Nieder-Olm nicht nur ein gern gesehener Gast, sondern als Drittletzter der Tabelle auch stark abstiegsgefährdet. Davon blenden lassen will sich Haßlochs Trainer Ralf Schmitt aber keineswegs. Zwar ist die TSG seit 14 Spielen ungeschlagen und gewann im TSG-Sportzentrum das Hinspiel klar mit 31:22, doch warnt der Trainer vor der wiedererlangten Nieder-Olmer Substanz: „Die hatten in der Hinrunde viele Verletzte, sind jetzt wieder komplett und haben mit Tino Stumps einen Mann, der eine Mannschaft ganz alleine abschießen kann.“ Seit zwei Wochen lässt Schmitt die Seinen nun schon ohne Harz trainieren. Vor allem Kai Zimmermann hatte im Pokalspiel gegen Mundenheim ohne das Haftmittel große Probleme, seine Würfe zielgenau im Tor unterzubekommen. Und genau da muss Schmitt auch den Hebel ansetzen. Mit der Torausbeute war er im Pokalspiel vor allem in der zweiten Hälfte nicht zufrieden. „Wir haben da Mundenheim noch einmal aufgebaut, das darf in Nieder-Olm nicht passieren.“ Er will, dass sich seine Mannschaft nicht zu sehr auf die Rückraumschützen verlässt und hat die Parole ausgeben, mehr über den Kreis und die Außen zu klaren Chancen zu kommen. Schmitt hat Angst, dass sein Team in eine Drucksituation gerät und dann nervös mit unpräzisen Gewaltwürfen aus dem Rückraum reagiert. Positiv sei jedoch, dass man im Vorjahr überraschend klar in Nieder-Olm gewonnen habe, nachdem man dort zuvor fast schon traditionell ohne Punkte blieb: „Wir wissen jetzt, dass es geht, aber morgens um diese Zeit ist alles möglich. Wenn man da mal 0:5 oder 1:8 hinten liegt, dann kann man das normal nicht mehr aufholen.“ Daher heißt es für die TSG-Spieler: am Samstagabend zu Hause bleiben, am Sonntag früh aufstehen, um um 11 Uhr schon hellwach zu sein und vielleicht vor dem Anpfiff mit reichlich Kaffee oder einem Energiedrink ein zusätzliches Hallo-Wach-Signal an den Körper zu senden. Sebastian Bösing wird darauf verzichten dürfen. Seine Fußverletzung konnte noch nicht genau diagnostiziert werden, weil der Fuß zu sehr geschwollen ist. Doch Bösing, so sagt es sein Trainer, sei optimistisch, schon in der kommenden Woche wieder trainieren zu können. (mame)