Neustadt Eine Frage ist noch offen ...

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Deidesheim. Verdient ist verdient. Nach einer überragenden Rückrunde und einem Gipfelsturm von Platz acht auf Platz zwei der A-Klasse-Tabelle haben die Fußballer der TSG Deidesheim die Relegationsrunde zur Bezirksliga Vorderpfalz als Sieger verlassen. Mit dem 5:3 am Freitag gegen den FSV Freimersheim (wir berichteten am Samstag) stand der Aufstieg fest. Doch eine Frage ist geblieben.

Als Rudi Benkler am Samstagnachmittag langsam wieder zu Stimme fand, waren seine Jungs noch nicht mal zu Hause gewesen. Sie hatten sich nach durchzechter Nacht umgehend in den Garten von Benklers Trainer-Kompagnon Michael „Micky“ Doll begeben, um dort munter weiterzufeiern. So ein Aufstieg in die Bezirksliga kommt ja nicht jeden Tag vor, und die jungen Männer vertragen eben eine Menge. Benkler ist schon 35 und nach eigener Darstellung nach drei, vier Schorle groggy. Um 3 Uhr in der Nacht auf Samstag war er nach Hause geschlichen, um 7 Uhr wieder aus dem Bett gekrabbelt – die Meisterschule rief unerbittlich. Zudem hatte Benkler ordentlich zu grübeln. Eigentlich hatte er schon vor Wochen erklärt, am Ende der Saison als Trainer abzutreten. Er fühlte sich nicht ausreichend unterstützt, im Zusammenwirken mit dem eigenen Beruf und der Familie wäre die Belastung zu groß geworden. Doch wer versuchte während der Feierstunden nicht alles, den erfolgreichen Coach zu bequatschen. Und Benkler selbst hatte ja direkt nach dem Abpfiff in Bellheim im Angesicht des jubelnden Deidesheimer Fußballvolkes bemerkt, diesen Verein im Grunde nicht verlassen zu können. Aus der Emotion heraus aber wollte er keine Entscheidung fällen. Es kennt seine Pappenheimer. „Wir waren ja schon oft zusammengesessen“, sagt er, „dann hält es 14 Tage und geht wieder von vorne los.“ Mit zweimal Training pro Woche wird die TSG in der Bezirksliga nicht bestehen können. Die Beispiele des VfB Iggelheim und des FV Heiligenstein, 2015 auf- und nun sang- und klanglos wieder abgestiegen, belegten, wie groß der Leistungsunterschied sei, sagt Benkler. „Es kommt noch mehr auf uns zu.“ Mehr Arbeit. Wenn er sich selbst schon untreu wird und den Rücktritt vom Rücktritt erklärt, dann will er eine Garantie dafür, sich ausschließlich auf die originären Aufgaben eines Trainers beschränken zu können. Mitte kommender Woche, sagt Rudi Benkler, werde er sich mit den Entscheidern erneut beraten. Die Mannschaft bleibt schon mal beisammen. Alle Spieler hätten ihre Zusage erteilt, auch der dreifache Torschütze des Freitags, Marvin Ehrenpreis (vom SV Geinsheim und dem VfB Haßloch umgarnt), und Nicolas Deimel. Der Verteidiger erwischte einen rabenschwarzen Freitag in Bellheim, Benkler wechselte ihn noch in der ersten Hälfte aus. „Ich musste es machen“, sagt Benkler. „Nic hat mit seinen Leistungen davor sehr geholfen, dass wir überhaupt in dieses Spiel gekommen sind. Aber jetzt war er eine Katastrophe. Wir hätten nicht gewonnen, hätte ich ihn dringelassen.“ Der für Deimel aufs Feld gekommene Daniel Gillmann stabilisierte die TSG. Mit ihm ging ein Ruck durch die Deidesheimer Elf. Als Folge eines Zweikampfs mit Andreas Klundt schien auch Gillmann kurz vor einer Auswechslung zu stehen, er war auf die Schulter gefallen, die er sich vor einem halben Jahr schon einmal ausgekugelt hatte. Der Physiotherapeut zerrte minutenlang an ihm herum. Vom Schmerz war dann Stunden später offenbar nichts mehr zu spüren. „Er konnte das Schoppenglas ganz gut heben“, scherzte Benkler. Apropos: Ende dieser Woche hebt eine große TSG-Delegation ab in Richtung Mallorca. Bei der Rückkehr werden die Spieler wissen, ob ihr Trainer sich umentschieden hat. Wetten werden noch angenommen ...

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