Neustadt Eine echte Lok fürs Museum
Das Museum entsteht in einer Scheune, die Paul-Peter Götz, Mitinhaber der gleichnamigen Werbeagentur, gehört. Er ist zweiter Vorsitzender des neugegründeten Trägervereins Museum Bachbahn. Vorsitzender ist Jürgen Stemler, zugleich Mitglied bei den Eisenbahnfreunden - Modelleisenbahnclub Kaiserslautern. Einige Mitglieder des Vereins sind auch Mitglieder im Trägerverein. „Es gibt eine Verzahnung der beiden Vereine“, sagt Stemler. Die Verzahnung besteht alleine schon deshalb, weil die Mitglieder der Eisenbahnfreunde ihren Nachbau der Bachbahn im Museum aufbauen. Sie haben im Maßstab 1:45, Spur 0, die frühere Bachbahn, die von Reichenbach bis Otterbach fuhr, detailgetreu nachgebaut. So wurden bis auf den in Schwedelbach alle Bahnhöfe angefertigt, Landschaften entlang der Bachbahntrasse nachgebildet. Die Anlage misst 80 Meter, geht nicht komplett in das Museum, aber ein großer Teil, etwa 70 Meter schätzt Stemler, werden dort fest installiert sein. In der Scheune geht es gut voran. Das Dach ist weitgehend gedämmt, freitags und samstags ist Arbeitseinsatz des Trägervereins. Wenn die Scheune hergerichtet ist, sollen dort neben der Bachbahn andere Modelleisenbahnen zu sehen sein, es wird eine Spielecke für kleine Kinder geben, anspruchsvollere Rangierspiele für größere Kinder. Relikte aus der guten, alten Eisenbahnzeit wie Zugschlussbeleuchtungen werden aufgestellt. Und an der Wand entlang, durch eine Öffnung im Mauerwerk auch in einen Nebenraum, tuckert die Bachbahn. Eine besondere Attraktion wird eine alte Diesellok werden, die als Werkslok der Spinnerei Lampertsmühle ein Stückchen auf der Bachbahntrasse fuhr. Götz hat die alte Lok in einem Museum in Hermeskeil ausfindig gemacht. Sie soll mit einem Tieflader geholt und vor das Eisenbahnmuseum gestellt werden. Daneben könnte ein altes Signal platziert werden, das den Besuchern signalisiert, ob das Museum geöffnet ist – je nachdem ob das Signal auf Fahrt oder Halt steht. Stemler schwebt vor, das Museum in der Anfangszeit alle zwei Wochen am Wochenende zu öffnen. Wenn sich alles eingespielt hat, könnte es jeden Samstag und Sonntag geöffnet sein. Dann werden nicht nur Kinderaugen und die von Eisenbahnliebhabern leuchten, auch Freunde des Gerstensaftes werden auf ihre Kosten kommen. In einem früheren Stall der Scheune wird Bachbahnbier gebraut – von einem Braumeister, der in Erfenbach wohnt. Das Bachbahnbier, in Erinnerung an die frühere Lauterer Brauerei BBK genant, werde dann in größeren Mengen gebraut, die Braugenehmigung sei bereits erteilt, betont Götz. Kaffee und Kuchen wird es im Museum hingegen nicht geben. Man wolle dem Bauerncafé im Ort keine Konkurrenz machen, sagt Stemler. Ihm schwebt vor, dass künftig in Erfenbach historische Eisenbahnführungen angeboten werden. So könne es eine Besichtigung des Stellwerkes Lampertsmühle geben, und von dort könne es auf der alten Schienentrasse nach Erfenbach ins Museum gehen. Stemler und Götz hoffen, dass der Radweg von Weilerbach bis Otterbach auf der Bachbahntrasse realisiert wird, wenngleich sie zwischen dem Industriegebiet Nord und der Erfenbacher Rotenbergstraße den Radweg über bestehende Wirtschaftswege führen möchten. Die Natur habe sich die Schienentrasse zurückerobert, so solle es auch bleiben, sagt Stemler. Entlang des Radweges – so er realisiert wird – will der Trägerverein dann Plakate mit Motiven aufstellen aus der Zeit, als auf der Bachbahn noch Züge fuhren.