Neustadt Eine Brücke der Solidarität
DEIDESHEIM. Das Thema Brücken hat der „Freundeskreis Ehemalige Deidesheimer Synagoge“ als Leitmotiv seiner „Deidesheimer Kulturwoche“ gewählt, und eine Brücke über geografische und politische Grenzen hinweg stand auch gleich beim Auftakt am Sonntag auf dem Programm beim „Tag für Nepal“, bei dem es vor allem darum ging, eine Brücke der Hilfsbereitschaft in das im April von einem verheerenden Erdbeben getroffenen Land im Himalaya zu bauen.
Der Ruppertsberger Markus Göhrig, der seit über 25 Jahren mit Hilfsprojekten die Menschen vor Ort unterstützt, hatte diesmal auch seine Freunde eingeladen: So erzählte der nepalesische Bergführer Chhiri Tendi von seinen Bemühungen, die Menschen in seiner Heimat, die oft ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben, zu unterstützen. Mit bewegenden Worten schilderte er die Not vor Ort und berichtete von seinen Erfahrungen bei der Verteilung von Sachgegenständen und Hilfsgeldern. Tendi lobte zugleich, dass der Freundeskreis mit dem Fest ein deutliches Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Nepal setze. „Wir sind weiterhin beim Aufbau unseres Landes auf die Unterstützung der Menschen in anderen Ländern angewiesen“, sagte er. Deshalb sei er auch gerne nach Deutschland gekommen, um über die Situation vor Ort zu berichten. Tendi und seine Bergführerkollegen bemühen sich weiterhin um viele Sachspenden, um die Menschen, die noch ohne Dach sind, vor dem Winter zu schützen. Die Schönheit des Landes, dessen Kultur und die Herzlichkeit der Nepalesen dokumentierten die beiden Fernsehjournalisten Dreepak Sapkota und Arun Karki vom nepalesischen Fernsehen, die seit dem Erdbeben die Entwicklung in verschiedenen Regionen des Landes festhalten. Die verheerenden Auswirkungen der Katastrophe und die Not der Menschen machten am Sonntag viele Besucher nachdenklich, die sich hier „aus erster Hand“ informieren konnten. „Die Not ist sehr groß, der Winter steht bald bevor, es wird sehr kalt und viele Menschen haben noch keine Hütte“, war zu hören. Da kommt das Hüttenbau-Projekt, das Markus Göhrig mit Unterstützung des Synagogen-Vereins in Fokte, nordöstlich von Kathmandu, vorantreibt, genau zum richtigen Zeitpunkt. Natürlich durfte an diesem Tag auch das nepalesische Nationalgericht „Dal Bhat Tarkari“, das der Deidesheimer Timo Roos zubereitete, der viele Jahre als Physiotherapeut in Nepal gelebt und gearbeitet hat, nicht fehlen. Wie viel am Sonntag für das Hilfsprojekt genau eingespielt wurde, steht noch nicht exakt fest. Man rechne mit einer vierstelligen Summe, war zu hören. Termine Die „Deidesheimer Kulturwoche“ in der ehemaligen Synagoge läuft noch bis zum Sonntag, 13. September. Bis dahin ist täglich von 14–18 Uhr die Ausstellung mit Gemälden von Arsim Kajtazi zu sehen. Zum Abschluss am Sonntag um 18 Uhr steuern die in Deidesheim lebenden Hochschulprofessoren Birgit Franz und Georg Maybaum Kurzvorträge zu den Themen „Brücken als positive Metapher“, „Brückenbauten der Reichsautobahn“ und „Brücke als Ort sozialer Interaktion“ bei. (wij)