Neustadt Ein Sorgenkind weniger

Rund 500.000 Euro hat die neue Brücke in der Niederkircher Straße gekostet.
Rund 500.000 Euro hat die neue Brücke in der Niederkircher Straße gekostet.

Nach über einjähriger Bauzeit haben der Deidesheimer Verbandsbürgermeister Peter Lubenau und Stadtbürgermeister Manfred Dörr (beide CDU) am Montagnachmittag gemeinsam mit dem Vertreter des Landesbetriebs Mobilität, Manfred Borrell, sowie Weinprinzessin Lena I. den Brückenabschnitt in der Niederkircher Straße mit dem Durchschneiden des roten Bandes offiziell für den Straßenverkehr freigegeben. Die aus Sicherheitsgründen notwendige Sanierung – die Brücke war marode – belief sich auf rund 740.000 Euro, wovon die Stadt einen Eigenanteil von 350.000 Euro übernehmen musste. Wie hoch der Zuschuss vom Land ist, steht laut Dörr noch nicht fest. Die Stadt habe wegen der erhöhten Kosten einen neuen Förderantrag gestellt. Einerseits freute sich Dörr, dass nach einer langen Phase der Planung und des Umbaus die Straße mit der Brücke wieder ihrer Bestimmung übergeben werden konnte. Andererseits machte er keinen Hehl aus seiner Ernüchterung darüber, dass sich die ursprünglich geplanten Kosten von 255.000 Euro fast verdreifacht hätten. Wie Lubenau erläuterte, seien nach dem Abriss deutliche Abweichungen von den Angaben im Bauwerksbuch festgestellt worden, die weitere Planungen der Konstruktion und eine überarbeitete Statik erforderlich gemacht hätten. Für Lastwagen über 3,5 Tonnen ist die Brücke übrigens gesperrt. Die Brücke, die die Deutsche Bahn vor vielen Jahren der Stadt veräußert hatte und die 2003 erfolgte Abstufung der Landesstraße 527 zu einer Gemeindestraße führten dazu, dass die Stadt Deidesheim für die Verkehrssicherung verantwortlich zeichnete. Da die sicherheitstechnische Bewertung der Brücke in den vergangenen Jahren immer schlechter ausgefallen sei, habe die Stadt schon 2013 mit den Sanierungsplänen begonnen. Zunächst hatte die Kommune versucht, mit einem Provisorium wie einer Tonnagen- und Geschwindigkeitsbegrenzung zu einer einspurigen Fahrbahn den Betrieb noch aufrechtzuerhalten, ehe man sich im Februar 2017 zu einem Abriss entschied. Ab Oktober vergangenen Jahres bis diesen Monat waren Fachfirmen mit dem Wiederaufbau der Brücke beschäftigt. Dörr hob die Bedeutung des Bauwerks bei der Feierstunde hervor und erinnerte daran, dass sie eine wichtige innerörtliche Hauptverkehrsstraße mit direktem Anschluss an die Kreisstraße 11 im Osten und an die Landesstraße 526, die Deutsche Weinstraße, im Westen sei. Zudem wies er auf die Bedeutung als Rettungsweg hin. Mit ihrer Lage am neuen Feuerwehrgerätehaus östlich der Bahnlinie sei die Zufahrt zur Stadt über die Niederkircher Straße von besonderer Bedeutung – gerade dann, wenn der Bahnübergang zur Bahnhofstraße geschlossen sei. „Allein das ist schon ein wichtiger Grund für die Sanierung des Bauwerks, obwohl es die Stadt viel Geld kostet. Bei den Prognosen für die Bedeutung und Zunahme des Straßenverkehrs in der Zukunft wäre es sicher falsch gewesen, wenn wir auf die Brücke verzichtet und uns so einer wichtigen Verkehrsverbindung beraubt hätten“, meinte Dörr. Noch ehe der katholische Pfarrer Bernhard Braun der Brücke seinen Segen gab, freute sich Dörr, dass das Werk gelungen und niemand zu Schaden gekommen sei. Als in der Stadt noch nicht ganz abgeschlossen betrachten Achim Schulze und Herbert Latz-Weber, die Fraktionsvorsitzenden von SPD und Bündnis 90/Die Grünen, die Themen Verkehrsregelung sowie -beruhigung. Sie haben dem Stadtbürgermeister bei der Einweihungsfeier eine Reihe von Vorschlägen und Initiativen übergeben. Dazu gehört eine Einbahnstraßenregelung stadteinwärts. Zudem wollen sie eine Tempo-30-Zone. Ob diese Vorschläge als Antrag in die nächste Stadtratssitzung eingebracht würden, müsse die Fraktion noch prüfen, sagte SPD-Sprecher Schulze.

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