Neustadt Ein Roboter als Servicekraft
Die Ideenschmiede der Jungforscher der schulübergreifenden Arbeitsgemeinschaft von Sergej Buragin war mit drei Teams beim Finale des Airbus-Wettbewerbs „Ideenflug“ in Berlin vertreten. Gesamtsieger wurde unter insgesamt zehn Bastler-Gruppen das Neustadter Team „Smart-Airplane-Trolley“.
Der Erfolg lässt sich laut Buragin an vielen Punkten festmachen. Mittlerweile hat der Fachlehrer und Ingenieur Erfahrung mit solchen Wettbewerben: „Irgendwann weiß man genau, was die Jury sehen und hören möchte. Was also alles dazu gehört, um ein Projekt und die Idee verständlich zu präsentieren.“ Das seien auch Kleinigkeiten, einheitliche Sweat-Jacken mit dem Aufdruck des Projektnamens zum Beispiel oder ein ausgefeiltes Handout für die Jury. Doch nicht Buragin stellt auf den Wettbewerben die Ergebnisse vor, sondern die beteiligten Jugendlichen übernehmen das. Er ziehe sich schon bei den Arbeitsstunden an den Projekten soweit wie möglich zurück, erklärt der Betreuer. So sei er zwar Ansprechpartner, doch die wesentlichen Impulse und Ideen kämen von den jungen Forschern selbst. Das gilt auch für die jüngste Erfolgsstory. Denn das Team, das den Trolley entworfen und in Modulen zusammengebaut hat, ist nicht nur technisch versiert, sondern auch selbstbewusst und fit im logischen und mathematischen Denken. Projektleiter Jan-David Johann ist schon „ein alter Hase“. Denn der 17-Jährige hatte bereits Erfolg mit einem anderen Buragin-Team und dem Strandreiniger-Roboter „Noo-Noo“. Der Zwölftklässler des Leibniz-Gymnasiums kümmerte sich jetzt ein halbes Jahr um die Jungspunde: die zwölfjährigen Tobias Schutzat (Gymnasium Edenkoben) und Lukas Kaiser (Siebenpfeiffer-Realschule Haßloch), den 13-jährigen Francis Merz (Käthe-Kollwitz-Gymnasium Neustadt) und den 14-jährigen Franciszek Wozniak (Integrierte Gesamtschule Grünstadt). Gemeinsam investierten sie rund 500 Arbeitsstunden in das komplizierte Gerät. Jeder Schüler brachte seine eigenen Stärken ein. „Ich schraube gerne und baue zusammen“, sagt etwa Lukas. Tobias ist fit im Programmieren – er schrieb die Steuerungs-App: „Wenn man den Code beherrscht, geht es eigentlich ganz leicht.“ Keine Frage, dass sein Traumberuf Software-Entwickler ist. Vor der Präsentation beim Airbus-Finale war die Aufregung riesig. „Ich habe die Nacht vorher kaum geschlafen“, sagt Tobias. Während der Zugfahrt nach Berlin nutzten die fünf Jung-Ingenieure die Zeit, um alle möglichen Fragen bei ihrer Präsentation bis ins kleinste Detail durchzugehen. Schließlich kamen vier verschiedene Jurys beim Finale vorbei und bewerteten immer wieder neue Komponenten. „Wir waren stärker angespannt als bei einem Test in der Schule“, sagt Lukas. Aber sie hätten auch gemerkt: „Hier geht was.“ Die Präsentation sei einfach gut gelaufen. Auch wenn die anderen Teams ebenfalls gute Ideen gehabt hätten, sei seine Gruppe zuversichtlich gewesen, meint Jan-David Johann. Dass es dann der mit 3000 Euro dotierte Hauptpreis wurde, löste beim Trolley-Team natürlich großen Jubel aus. Zudem gab es einen Sonderpreis und damit 1000 Euro für die beste Visualisierung und Präsentation für das Neustadter Team „Löschdrohne“. Das Geld wird in die Arbeit investiert. Seit 2013 nahmen Forscher-Gruppen von Sergej Buragin am Airbus-Wettbewerb teil. Der Lohn waren bislang acht Sonderpreise, jetzt gab es auch einen Hauptpreis. Buragin stellte in diesen fünf Jahren in Berlin elf Projekte mit insgesamt 37 Neustadter Teilnehmern vor. Mit einem Augenzwinkern meint er: „Wenn die anderen Teams diesen großgewachsenen Russen sehen, dann wissen sie inzwischen, dass wir bei der Entscheidung ein Wörtchen mitreden ...“