Neustadt Ein Neubau für mehr Stabilität

Etwas versteckt in der Nachtweide: Seit 2009 betreibt Autoteile Felder eine Filiale in der Hermann-Wehrle-Straße.
Etwas versteckt in der Nachtweide: Seit 2009 betreibt Autoteile Felder eine Filiale in der Hermann-Wehrle-Straße.

Die Vermarktung von Gewerbeflächen auf dem ehemaligen Messegelände im Quartier Hornbach ist gut angelaufen. Nachdem der Landmaschinenhersteller Bartz & Klein ein 8500 Quadratmeter großes Areal erworben hat, steht mit der Firma Autoteile Felder auch der zweite Käufer fest (wir berichteten). Der in Pirmasens gegründete Familienbetrieb wird sich in der Louis-Escande-Straße auf rund 4000 Quadratmetern ansiedeln.

Über eine Million Euro will Autoteile Felder investieren und am neuen Standort zwei Gebäude errichten lassen. Der bisherige Sitz in der Hermann-Wehrle-Straße (Nachtweide) wird dann aufgegeben. Dort ist das Team um Geschäftsführer Tim Felder, Sohn des Firmengründers Kurt Felder, seit 2009 zu finden. Weitere Felder-Filialen gibt es in Pirmasens, Zweibrücken, Landstuhl und Frankenthal, diese sind von den Neustadter Plänen nicht betroffen. Insgesamt sind in dem vor über 40 Jahren gegründeten Unternehmen rund 40 Mitarbeiter beschäftigt. Das Hauptgeschäft bildet der Verkauf von Fahrzeugteilen an kleinere, meist freie Werkstätten. Auf alle fünf Filialen verteilt, zählten rund 500 Werkstätten zum Kundenkreis, berichtet Tim Felder. In Neustadt seien es rund 100, das Kerngeschäft konzentriere sich aber auf etwa 30. Das zweite Standbein ist der direkte Vertrieb an Privatkunden, dafür soll am neuen Standort ein deutlich größerer Verkaufsraum entstehen, als Felder zurzeit in der Nachtweide zu bieten hat. Geplant sind 400 Quadratmeter, dazu kommt eine Halle mit 1000 bis 1200 Quadratmetern. „Es wird für beide Seiten eine Verbesserung, sowohl für Privatkunden als auch für Werkstätten“, verspricht Felder, der vor gut drei Wochen bei einem Übergabefest die alleinige Leitung der Unternehmensgeschicke von seinem 65-jährigen Vater übertragen bekommen hat. Felder verkauft für Autoreparaturen erforderliche Werkzeuge und Ersatzteile aller Art. Die Bestellung kann ganz klassisch vor Ort oder telefonisch aufgegeben werden – oder mit der dafür entwickelten App für Smartphones und Tablets. Ein Foto vom Fahrzeugschein machen, dazu kurz die Info, welche Art von Ersatzteil es denn sein soll, auf senden drücken – und wenig später kommt ein Angebot. „Das wollen wir noch mehr nach vorne bringen. Wir haben auch eine neue Webseite, auf der wir die App noch mehr bewerben werden“, so Felder. Es sei wichtig, digitale Angebote zu etablieren, glaubt der 33-Jährige: „Sonst geht doch alles an Amazon und Co., aber was passiert dann mit der Stadt?!“ Im Jahr wanderten bei Felder rund 100.000 Ersatzteile über die Theke, ständig auf Lager habe man stets 20.000 bis 30.000 Positionen, informiert Felder. Alleine 1500 Bremsbeläge seien vorrätig. Womit der Geschäftsführer bei einem Thema ist, über das er trefflich philosophieren kann: die Qualität der Teile. Beispiel Bremsbeläge: Nur wenige Produzenten belieferten den gesamten Weltmarkt, also sowohl die großen Automobilhersteller als auch über Umwege freie Werkstätten und Betriebe wie Felder. Wenn man also auf Billigmarken aus Fernost verzichte, worauf er größten Wert lege, bekomme man Topqualität, betont Tim Felder und spricht von „OE-Qualität zu akzeptablen Preisen“. OE steht für „Original Equipment“ – soll heißen, dass Ersatzteile, wie sie bei Felder erhältlich sind, die gleiche Qualität wie die der Autohersteller haben sollen. Auf Qualität will Felder auch in Sachen Unternehmensentwicklung achten, deshalb habe man sich für den Neubau in Neustadt entschieden, so der Geschäftsführer: „Wir könnten für das Geld auch drei neue Filialen eröffnen und den Umsatz damit erhöhen. Aber unser Ziel ist Stabilität – auch für alle Mitarbeiter, damit sie einen sicheren und guten Job haben.“ Die Umsatzentwicklung sei sehr positiv, man habe es geschafft, die Verkaufszahlen auch nach dem Rekordjahr 2015 immer weiter zu steigern. Auf die neue Filiale in Neustadt freue man sich sehr, sagt Felder und lobt die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Baustart soll wenn möglich in diesem Jahr sein und die Eröffnung 2019 – mit einem großen Fest.

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