Neustadt
Ein Jahr im Amt: Welche Bilanz Hambachs Ortsvorsteher Pascal Bender zieht
Das Treffen mit Pascal Bender soll an einem Ort stattfinden, der für ihn in seinem ersten Amtsjahr als Ortsvorsteher wichtig war. Der SPD-Mann wählt dafür den Rathausbrunnen. Klar, er habe viel Zeit im Rathaus verbracht. Aber der Platz davor sei eben auch so zentral für Hambach, begründet er. Hier würden die Feste gefeiert. Hier sei viel Verkehr unterwegs – „wie man sieht“, fügt er lachend an, weil sich in diesem Augenblick tatsächlich mehrere Autos über den Platz schieben. Man sehe aber auch, dass der Platz mehr Potenzial habe, fährt Bender fort. Er meint dies mit Blick auf so manches, nicht mehr ganz so ansehnliches Gebäude im Umfeld. Aber auch der Platz selbst könnte eine Sanierung vertragen. Hambachs Ortsvorsteher will der Stadt hier aber nicht den Vorwurf machen, dass sie den Platz nicht angeht. Das würde sehr teuer, das müsse man ehrlich sagen, erklärt er. Die Sanierung sei daher eher ein Traum, „aber man soll ja auch träumen dürfen“.
Das Amt des Ortsvorstehers war im ersten Jahr so, wie es sich Bender vorgestellt hat. „Ich hatte ja auch den Vorteil, dass ich 15 Jahre lang Stellvertreter war.“ Dennoch ist es noch einmal eine andere Hausnummer, jetzt ganz vorne zu stehen: „Die Termindichte ist ganz anders.“ Er sei viel häufiger in der Verwaltung, führe dort zahlreiche Gespräche. Manchmal sei er überrascht, wer dort für was zuständig sei. Aber zum Glück habe er eine sehr gute Sekretärin, die ihm dabei helfe. Seine Vorgängerin Gerda Bolz (CDU) sei auch immer ansprechbar. Dann sind da natürlich auch die Hambacher, die sich mit ihren Anliegen an ihren Ortsvorsteher wenden. „Es macht mir Spaß“, bilanziert Bender, auch wenn er zugibt, dass manchmal ein Termin weniger auch nicht schlecht wäre.
Bender sieht sich als Teil eines Teams
Dass er der erste Ansprechpartner ist, dessen ist sich Bender bewusst. Doch er sieht sich und seine Stellvertreter Claudia Dorka und Jürgen Grün als Team. Auch der ganze Ortsbeirat zähle für ihn dazu. „Der Teamgedanke ist mir wichtig“, betont der Sozialdemokrat. Denn er sei ja nicht in allen Teilen Hambachs gleichermaßen unterwegs. Da sei es wichtig, dass über die Ortsbeiratsmitglieder Anliegen und Impulse aus allen Ecken des Dorfes aufgenommen würden. Bender hat auch bewusst an der Ortsverwaltung kein Schild „Büro des Ortsvorstehers“ anbringen lassen. Dort stehe schlicht Ortsverwaltung, um den Teamgedanken zu unterstreichen.
Mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate freut sich Bender, dass am Parkplatz Dammstraße ein gutes Angebot für Wohnmobile geschaffen wurde. Ein Thema, das die Hambacher natürlich immer beschäftigt, ist der Verkehr zum und vom Schloss – und die damit verbundenen Belastungen. Im vergangenen Jahr wurde die Streckenführung für die Schlossbesucher geändert, ausdrücklich als Verkehrsversuch. Aus Sicht Benders hat dieser sich bewährt. Es habe nur anfangs Beschwerden gegeben, manches Missverständnis habe man dabei klären können. Man werde im Ortsbeirat noch darüber sprechen, kündigt er an, er steht der aktuellen Regelung aber sehr wohlwollend gegenüber. Dabei ist Bender auch klar, dass die derzeitige Variante für manche Hambacher belastender ist als andere Regelungen. „Aber es gibt leider keine Lösung, mit der alle zufrieden sein können“, sagt Bender. In Sachen Verkehr waren die Hambacher auch nicht immer einer Meinung mit der Schloss-Stiftung. Es gebe aber mittlerweile einen konstruktiven Dialog, lobt Bender.
Im Stadtrat wird größeres Rad gedreht
Neben dem Amt des Ortsvorstehers hat Bender noch eine weitere herausgehobene Rolle in Neustadts Kommunalpolitik. Er führt die SPD-Fraktion, die im Stadtrat in der Opposition sitzt. Wie unterscheiden sich die beiden Funktionen? Im Stadtrat werde mitunter ein größeres Rad gedreht, sagt Bender, außerdem werde dort „deutlich politischer“ agiert. Als Ortsvorsteher habe er hingegen das ganze Dorf im Blick. Im Ortsbeirat gebe es zwar auch unterschiedliche Meinungen, aber auf viele Probleme blickten die Mitglieder auf gleiche Weise. Der Sozialdemokrat sieht für sich auch Synergieeffekte durch die beiden Ämter. Es erleichtere auf jeden Fall den Informationsfluss.
Und was war für Bender in seinem ersten Amtsjahr der Höhepunkt? Der Ortsvorsteher antwortet mit einem Satz, den man diplomatisch, politisch oder auch lokalpatriotisch nennen könnte: „Hambach ist für mich insgesamt ein Höhepunkt.“