Neustadt
Hambacher Schloss: Künftig muss andere Strecke durch den Ort gefahren werden
Demnächst sollen die Navis den Autofahrern eine bestimmte Route gar nicht mehr vorschlagen, um vom Hambacher Schloss hinunter ins Dorf zu kommen: Denn die Bergsteinstraße soll spätestens ab Mai für den Bergab-Verkehr gesperrt werden. Derzeit ist es so, dass rund die Hälfte der vom Schloss kommenden Fahrzeuge über die Bergsteinstraße und den unteren Teil der Freiheitstraße nach Hambach hinein fahren.
Doch die Freiheitstraße ist dort recht eng – die Gesamtbreite von Hauswand zu Hauswand beträgt unter fünf Meter, mitunter sogar unter vier Meter. An der engsten Stelle misst die Straße nur 3,8 Meter, den „Gehweg“ schon mit eingerechnet. Da ist es unmöglich, dass zwei Autos gut aneinander vorbeikommen – geschweige denn Lkw oder Wohnmobile. Und deshalb will der Ortsbeirat nun handeln: Das Gremium hat am Dienstagabend einstimmig beschlossen, ein Jahr lang zu testen, ob es etwas bringt, die Bergsteinstraße von oben zu sperren, damit der Verkehr gar nicht erst auf die untere Freiheitstraße gelangt. Ziel ist es, den Begegnungsverkehr an der engen Stelle zu vermeiden. Klar ist damit aber auch, dass die Autofahrer, die bislang vom Triftbrunnenweg in die Bergsteinstraße abbiegen, künftig über die Straßen In der Almel und Römerweg nach unten ins Dorf fahren werden. Es könnte sein, dass die Bewohner des Römerwegs mit der Entscheidung nicht glücklich seien, da sie den Verkehr nun „abbekommen“, hieß es aus dem Ortsbeirat.
Für die Mitglieder des Gremiums ist aber auch klar, dass dieser Vorschlag eine passable Lösung ist, um den Verkehrsfluss zu entzerren. Deshalb soll der Verkehrsversuch nun ein Jahr lang durchgezogen werden, danach soll Bilanz gezogen werden. So soll eine Zählung stattfinden, um einen Vorher-Nachher-Vergleich ziehen zu können, und es sollen die Beschwerden ausgewertet werden, die im Laufe des Jahres eingehen, berichtet Beigeordneter Bernhard Adams, der für den Verkehr zuständig ist. Wenn sich die Probe-Lösung bewährt hat, soll sie zur festen Lösung werden. Konkret geplant ist:
1. Am Abzweig der Bergsteinstraße vom Triftbrunnenweg wird die Einfahrt verboten. Radfahrer und Linienbusse dürfen durchfahren.
2. An der Einmündung der Bergsteinstraße in die Freiheitstraße gibt es ein Durchfahrtsverbot für Lkw und Busse.
3. Am Abzweig der Straße Schieferkopf vom Triftbrunnenweg wird ein Einfahrtsverbot-Schild aufgehängt (analog dem oberen Ende der Freiheitstraße), Radfahrer dürfen durchfahren.
Diese Ideen wurden verworfen
Verkehrsdezernent Adams berichtet, dass die Verwaltung im Nachgang zu einer Bürgerversammlung im September vergangenen Jahres die Anregungen von Bürgern aufgenommen und geprüft habe. Vorgeschlagen worden sei, in der Bergsteinstraße ein Schild mit der Aufschrift „Anwohner frei“ aufzustellen – ein solches Schild gebe es aber gar nicht. „Der Gesetzgeber will nicht, dass es Straßen nur für Anwohner gibt“, sagt er.
Was es allerdings gibt, ist ein Schild mit der Aufschrift „Anlieger frei“. Doch damit hätte man in diesem Fall nichts gewonnen, stellt Adams dar: Zum einen würde ein solches Schild nur für die Anlieger der Bergsteinstraße gelten, nicht aber für die von Haagwiesenweg und Enggasse. Und: Der Stadt sei es nicht erlaubt, den fließenden Verkehr zu kontrollieren, und die Polizei habe nicht die Kapazität dafür. Eine weitere Frage der Anwohner war, ob eine Markierung mit einem blauen Pfeil eine Lösung wäre, um die Fahrer auf die richtige Fährte – heißt: gerade weiter auf dem Triftbrunnenweg – zu führen. „Nein, das muss zwingend Konsequenzen in der Bergsteinstraße haben“, erklärt Adams und spricht von einem Durchfahrtsverbot, denn: „Ein Pfeil ohne einschränkende Konsequenzen ist rechtlich nicht erlaubt.“ Und auch die Ausweisung einer „Spielstraße“ im engen Bereich der Freiheitstraße sei keine Lösung: „Das ist rechtlich nicht möglich, weil es dort ein großes Verkehrsaufkommen gibt.“