Neustadt Ein Herz für Blumen
Blaue Iris, gelbe Reseden, rosa Wildrosen, bunte Buschblumen und Akeleien: Nicht im Garten, sondern rund um das Schützenhäuschen, an einem Feldweg nach Deidesheim und umgeben von den Reben der Gemarkung Leisböhl, blühen diese Pflanzen. Seit mehreren Jahren kümmert sich Anna Holz um das kaum vier Quadratmeter kleine Häuschen.
Vor vielen Jahrzehnten wurde das Schützenhäuschen gebaut, um den damaligen Feldschützen einen trockenen Unterschlupf zu bieten. Übrigens gibt es in der Gemeinde heute noch immer zwei Feldschützen, die vor Ort nach dem Rechten sehen. Anna Holz, die 1951 in der Pfarrgasse in Haßloch im Hause Walter geboren wurde und jetzt in Böhl-Iggelheim lebt, ist häufig dort anzutreffen, auch bei abendlichen Spaziergängen. „Die Idee ist mir 2010 gekommen, als dort das Leisböhlglühen veranstaltet werden sollte. Ich habe in meinem Garten immer viele Pflanzen übrig, und so habe ich rund um das Häuschen und am Ende von 100 Wingertzeilen Iris gepflanzt“, berichtet Holz über die Anfänge. Und seit dieser Zeit fährt sie mehrmals pro Woche und meistens mit dem Fahrrad zu dem Schützenhäuschen, das an der Rückwand von einer hohen Rebe umrankt wird. „Ich will einfach einmal denjenigen Danke sagen, die sich ehrenamtlich engagieren, im Hintergrund agieren und das, ohne viel Aufwand darum zu machen“, betonte Bürgermeister Lothar Lorch (CDU) bei einem Treffen vor Ort. Anna Holz setzt nicht nur unermüdlich Pflanzen rund um das Schützenhäuschen und immer wieder Iris am Ende der Wingertzeilen. „Die Mäuse und Kaninchen lieben diese Pflanzen besonders“, erzählt sie. Beobachtet hat sie auch, dass die Pflanzen am Ende der Rebenzeilen oft nur verkümmert wachsen, als Ursache vermutet sie den Einsatz verschiedener Spritzmittel. Gepflanzt wird nur, was auch ohne regelmäßiges Gießen dort gedeiht, und auch Wildkräuter oder die Brennnessel bleibt als Raupenfutter stehen. „Leider ist bei der Wingertpflege eine große Fenchelpflanze abgeschnitten worden, von der sich häufig Raupen des Schwalbenschwanzes ernähren“, bedauert Holz. Regelmäßig macht die engagierte Mitsechzigerin auch das kleine Häuschen sauber, leert die von ihr auf gestellten Mülleimer, entsorgt aber auch den Abfall rund herum. Die meisten Besucher des Schützenhäuschens halten dort Ordnung, aber es gibt leider hin und wieder auch negative Überraschungen, so die Erfahrung von Holz. „Besonders beliebt ist der Ort für Liebespaare, denn zahlreiche Hinterlassenschaften zeugen von den dortigen Aktivitäten“, erzählt sie verschmitzt. In ihrer Freizeit ist Holz auch sonst vielseitig und ehrenamtlich aktiv: Sie ist Mitglied der Landfrauen in Böhl-Iggelheim, organisiert dort regelmäßig einen Flohmarkt, dessen Erlös für mehrere Projekte gespendet wird oder bringt Sachen auch an die Tafel in Haßloch. (uhk)