Neustadt Ein Geburtstag, zwei Geschenke
Das Müllheizkraftwerk in der Bürgermeister-Grünzweig-Straße in Ludwigshafen-Nord ist mittlerweile 50 Jahre alt. Für den Geburtstag hat die GML Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH als Betreiberin die Anlage herausgeputzt und die Nordfassade des Müllbunkers neu gestaltet. Das bunte Kunstwerk ist nun ebenso feierlich eingeweiht worden wie das neue Bürogebäude, das die 16 GML-Mitarbeiter nun beziehen werden.
Es scheppert und dröhnt an der Einfahrt zum Müllbunker. Genau diese Eindrücke sind GML-Geschäftsführer Thomas Grommes wichtig. Er ist stolz auf seinen Betrieb: „Das Tolle an unserem Müllheizkraftwerk ist ja, dass es eine der ältesten Anlagen in Deutschland ist und zugleich eine der modernsten.“ Und laut Ranglisten „das drittbeste“ im Land. Der Müll von einer Million Bürgern, auch von Bürgern aus Neustadt, wird hier mitten in der Stadt verbrannt und in Energie umgewandelt. Davon profitiere die Stadt, betonte der Ludwigshafener Bau- und Umweltdezernent Klaus Dillinger (CDU), der Vorsitzender des GML-Aufsichtsrats ist. Er sei stolz auf den regionalen Entsorger GML, „denn so müssen wir unseren Müll nicht quer durch Europa transportieren“. Grommes nutzte den runden Geburtstag, um den Einwohnern Ludwigshafens zu danken: „Denn sie akzeptieren uns.“ Die GML bemühe sich täglich, dass das Zusammenleben funktioniere, versicherte der Geschäftsführer. Die Gestaltung der Nordfassade sei dafür ein wesentlicher Beitrag. „Wir wollen kein Schmuddelimage, sondern symbolisieren, dass hier Hightech für die Umwelt zum Einsatz kommt.“ Mit der Nordfassade ist auch der Haupteingangsbereich zur Müllverbrennungsanlage neu gestaltet worden. Das Design ist bereits bei der Gestaltung des neuen Bunkers nach dem Großbrand 2010 verwendet worden. Damals kam der Entwurf von einer Klasse der Berufsbildenden Schule Technik 2. Zwei Schüler, Christian Deutsch und Julia Strifler-Tavernier, arbeiten heute als Künstler und durften im GML-Auftrag den Entwurf für die Nordfassade sowie für das Treppenhaus im neuen Bürogebäude entwerfen. Ausgeführt hat die Gestaltung eine Spezial-Designfirma aus Cottbus. Die Gestaltung der 500 Quadratmeter großen Fassade solle den Arbeitsprozess im Müllkraftwerk darstellen, erläuterte Grommes: Erst liegt Glut auf dem Rost, später ist oben blaue Luft. Außerdem stehen mehrere Adjektive auf der Wand: sauber, sicher, nachhaltig, transparent, klimaschonend – „das sind alles Eigenschaften, die wir uns auf die Fahne schreiben“, betonte Grommes. Das neue Bürogebäude, das am Müllbunker für 1,9 Millionen Euro entstanden sei, sei eminent wichtig, hob Dillinger hervor: „Es ist funktional und repräsentativ.“ Auf 600 Quadratmetern hat die GML nun moderne Büros und Besprechungsräume. Das alte Gebäude wird demnächst abgerissen.