Neustadt Ein Fall für den Bürgerbeauftragten

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Fast 130 Kommunen aus der Metropolregion Rhein-Neckar wollten in den Genuss einer von der Dietmar-Hopp-Stiftung finanzierten generationenübergreifenden Begegnungs- und Bewegungsanlage kommen. Knapp 20 wurden ausgewählt. Doch wohl nirgendwo ist die „edle Spende“ so umstritten wie in Edenkoben. Kaum waren bespielbarer Triefenbach-Uferbereich, Picknickplätze, Balancestrecke, Trampoline, Kulturecke für kleinere Veranstaltungen, Baumhain mit Liegestühlen, Vogelnestschaukel, Hügellandschaft, Labyrinth, naturnaher Spielplatz, Familienkarussell, Boulefläche, Pavillon, überdachter Grill, Erlebnisweg und Mikadowald eingeweiht, da wurden bei den Nachbarn die ersten Klagen laut. Im Fokus der Kritik vor allem die Folgen des Andrangs mit zugeparkten Zufahrtsstraßen, Wegen, Weinbergen – und vor allem die enorme Geräuschkulisse, wenn an einem Tag 1000 Leute und mehr zur Alla-Hopp-Anlage strömen. Inzwischen hat sich eine Bürgerinitiative (BI) mit dem Namen „Lebensqualität trotz Alla-Hopp“ gebildet. Angeblich sitzen Rechtsanwälte schon in den Startlöchern. Unter anderem soll es auch um das Anfechten der Baugenehmigung durch die Kreisverwaltung SÜW gehen. In der BI engagiert sich auch Ulrike Sacher. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ betont die freie Landschaftsarchitektin, dass man nicht generell gegen die Anlage sei, aber auch im sonst euphorischen Stadtrat seien von SPD und Linkspartei leise Zweifel aufgekommen, ob der Standort sorgfältig geprüft worden sei. Über allem steht der Eindruck der Anlieger, dass eine Freizeiteinrichtung entstanden sei, die nicht eine lokale, sondern längst eine überregionale Magnetwirkung ausübe. Als Folge wird beklagt: Die Lebensqualität leide, die Immobilien rund um den Fritz-Claus-Weg verlören an Wert. Ein Dorn im Auge ist den Anwohnern außerdem, dass trotz eines Gegenantrags der BI im Stadtrat die Entscheidung fiel, für 450.000 Euro einen weiteren Parkplatz bauen zu lassen. Befürchtet werden noch mehr Verkehr, mehr Leute und mehr Lärm. Vor diesem Hintergrund hat sich die Bürgerinitiative an den Bürgerbeauftragten Dieter Burgard in Mainz gewandt. Für 29. März ist ein Vor-Ort-Termin am Triefenbach anberaumt. „Natürlich“ mit dabei ist Stadtbürgermeister Werner Kastner (FWG). Dass bei den Anliegern nichts mehr so ist, wie es früher einmal war, räumt er gerne ein. Das sei aber immer der Fall, wenn irgendwo ein Spielplatz, eine Straße oder ein Baugebiet entstehen. Im Übrigen sei das Alla-Hopp-Projekt im Vorfeld mit allen Beteiligten besprochen, auch bei manchen Elementen Rücksicht genommen worden. Wenn nun viele Auswärtige nach Edenkoben kämen, so könne man die nicht einfach abweisen nach dem Motto: Das ist nur für uns gebaut. Auch habe er bei seinen regelmäßigen Besuchen nie zu starken Lärm festgestellt. Und: Der geplante Parkplatz sei im Interesse von geordneteren Verhältnissen beschlossen worden. Zunächst gelte es, das in Auftrag gegebene Lärmgutachten abzuwarten, an dessen Ergebnissen sich dann die Politik zu orientieren habe.

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