Neustadt „Ein echtes Spitzenspiel“

Neustadt. Bereits im dritten Rundenspiel der Wasserball-Bundesliga gibt es einen Leckerbissen für die Fans des SC Neustadt: Am Samstag, 18 Uhr, geht es im Neustadter Stadionbad gegen den Tabellenführer der Gruppe B, SVV Plauen.
Der 23-jährige SCN-Neuzugang Martin Görge bestreitet sein erstes Spiel gegen Plauen. Der Controlling-Student wechselte zu Saisonbeginn von Vorwärts Ludwigshafen an die Weinstraße. Als Linkshänder soll er wichtige Impulse auf Rechtsaußen geben. Ob er dann zum Torschuss oder als Passgeber gebraucht werde, werde von Situation zu Situation entschieden, erklärt Görge. „Ich richte mich nach der Vorgabe des Trainers oder des Kapitäns Matthias Held.“ Plauen sieht er als „harte Nuss“. Jeder Fehler werde bestraft, höchste Konzentration sei angesagt. Aber das gelte eigentlich für alle Spiele in der Ersten Liga, so Görge. Er macht einen erheblichen Unterschied zur Zweiten Liga Süd aus. „Es ist immer noch eine Herausforderung.“ Auch das Training sei anders gestaltet. So gebe es einen sehr schwimmintensiven Bereich. Auch auf taktischem Gebiet seien mehr Möglichkeiten vorhanden. Taktik, das ist das Stichwort für SCN-Coach Janusz Gogola. Er gibt sich nicht damit zufrieden, sein Team technisch und konditionell auf Erstliga-Niveau zu halten, sondern tüftelt tagelang an einem Rezept, um den Gegner auszuhebeln. Das zweite Stichwort: Schweigen. Nur nicht zu viel verraten, um den Ostdeutschen etwas an die Hand zu geben, mit dem sie im Stadionbad punkten könnten. So deutet Gogola nur an, dass er die letzten Trainingseinheiten der Abwehrschwäche seines Teams widmen möchte. „Wir hatten bislang keine anspruchsvollen Gegner. Aber schon gegen Fulda hat sich gezeigt, wo wir nachbessern müssen“, betont er. Von Fernando Mongrells Bruder Jorge zeigte sich Gogola indes beim Pokalspiel am vergangenen Samstag angetan. „Er hat Kämpferqualitäten und hat drei Tore erzielt. Er ist eine echte Verstärkung“, so Gogola. Hinter dem Einsatz von Stammkeeper Michael Knelangen, der wegen eines grippalen Infekts seit über einer Woche nicht trainieren konnte, steht ebenso ein Fragezeichen wie hinter dem von David Csente. Der Ungar, der zuletzt kämpferisch und als Torjäger überzeugt hat, hat ebenfalls seit mehr als zehn Tagen aufgrund einer Schulterverletzung nicht mehr trainiert. Kapitän Matthias Held ist ebenfalls angeschlagen. „Er erhielt im Training einen Schlag auf den Oberarm und muss kürzer treten“, informiert Gogola. Der Coach ist froh, dass er erneut auf Regisseur und Torjäger Bojan Matutinovic bauen kann. Gogola: „Es ist zwar aufwendig, ihn jedes Mal aus Irland anreisen zu lassen, aber gerade für dieses Spiel ist er enorm wichtig. Es gibt ein echtes Spitzenspiel. Plauen hat ein eingespieltes Team, der große Kern ist auch in dieser Saison dabei.“ Der Trainer der Ostdeutschen, Jörg Neubauer, bestätigt dies. Er vermeldet drei Neuzugänge, darunter zwei Ungarn. Neubauer: „Wir sind in einer guten Verfassung. Aber wir wissen, dass Neustadt ein starker Gegner ist. Der SCN zählt zu den Favoriten der B-Gruppe, das beweisen auch die bisherigen Ergebnisse.“ Ein Vergleich zeigt, dass der SCN und Plauen in dieser Saison auf ähnlicher Wellenlänge liegen: Die Partie Leimen/Mannheim gegen Plauen endete 5:15, Leimen/Mannheim gegen den SCN 4:18. Plauen besiegte Laatzen 14:6, der SCN Laatzen mit 15:7. Plauen hat außerdem gegen Wedding Berlin mit 10:4 gewonnen und in Weiden 11:10 gesiegt. Neustadt hat bisher zwei Spiele weniger auf dem Konto.