Neustadt „Ein Campus am Böbig“

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Erst die künftige Schulform festlegen, dann die Gebäudefrage klären. In dieser Reihenfolge will sich Schuldezernentin Waltraud Blarr mit der Zukunft der Realschule plus befassen. Sie plädiert für einen Neubau in Holzbauweise am Böbig.

Neustadt gibt einen Schulentwicklungsplan in Auftrag. Die Ausschreibung ist gerade in Vorbereitung. Bestandteil der Untersuchung soll auch die Prüfung sein, in welcher Form eine Integrierte Gesamtschule (IGS) umgesetzt werden kann. Das hat die Schuldezernentin Waltraud Blarr (Grüne) im RHEINPFALZ-Gespräch angekündigt. Das Leistungsverzeichnis für das Sachverständigengutachten kennt keine Tabus. Die Experten sollen alle Varianten überprüfen: die Umwandlung der Realschule plus in eine IGS, die Umwandlung eines Gymnasiums in eine IGS, eine Kooperation einer IGS im Oberstufenbereich mit einem bestehenden Gymnasium und eine gemeinsame IGS Neustadt-Lambrecht mit zwei Standorten. Blarr wünscht sich eine fundierte Grundlage, „um frei von Emotionen eine sachliche Entscheidung treffen zu können“. Der noch 2013 unter Vorgänger Ingo Röthlingshöfer (CDU) vorgelegte Schulentwicklungsplan war von der Verwaltung selbst erstellt worden. Er enthielt keine Aussagen zu künftigen Schulformen, war eine reine Bestandsaufnahmen, verbunden mit Prognosen zu künftigen Schülerzahlen aufgrund der Bevölkerungsentwicklung. Mehrere Schulleiter hatten das Papier als unzureichend und fehlerhaft bezeichnet. Die Schuldezernentin ist persönlich der Meinung, dass eine Umwandlung eines der drei allgemeinbildenden Gymnasien schwer möglich sein wird, weil mit großem Widerstand der Elternbeiräte zu rechnen sei. Waltraud Blarr war selbst mehrere Jahre Vorsitzende des Elternbeirates des Leibniz-Gymnasiums. Charme hat für die Grünen-Politikerin die Aussage von Hartmut Loos, dem Schulleiter des Kurfürst-Ruprecht-Gymnasiums (KRG) im Böbig, er könne sich eine gemeinsame Oberstufe mit einer benachbarten IGS vorstellen. Allerdings hat sich Loos mittlerweile für den Chefposten am Gymnasium am Kaiserdom in Speyer beworben. Auch für eine gemeinsame IGS mit Lambrecht ist Blarr offen. Das würde nach ihrer Meinung die Realschule plus Hambach-Maikammer stärken. Das Realschulgebäude am Böbig hat sozusagen noch eine Restlaufzeit von acht Jahren. Dann läuft die befristete Brandschutzgenehmigung aus und die Frage, ob Neubau oder Sanierung, muss entschieden sein. Blarr schlägt vor, die Kosten für ein Baugutachten „von vielleicht 50.000 Euro“ einzusparen und plädiert für einen Neubau. Der könnte speziell auf die künftige Schulform ausgerichtet werden. Sie stellt sich eine Art Campusatmosphäre mit mehreren kleinen Gebäuden vor, am besten in Holzbauweise: „Ein Campus am Böbig. Wir hätten die Chance, baulich ein Alleinstellungsmerkmal zum bekommen. Die Schule aus nachwachsenden Rohstoffen am Haardtrand. Wenn so etwas nicht vor dem Pfälzerwald möglich sein soll, wo denn dann?“ Nicht rütteln will Blarr an dem Beschluss des Stadtrates, alle 13 Grundschulstandorte zu erhalten: „Da ist allenfalls in fünf bis zehn Jahren wieder ein Thema. Da gilt es die Bevölkerungsentwicklung zu beobachten, wobei die Geburtenzahlen wieder leicht steigen und auch die Flüchtlingszahlen dafür sorgen werden, dass sich die Frage so schnell nicht stellen wird.“ (wkr)

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