Neustadt „Ein bisschen arg dick aufgetragen“

Placeholder-Image

Der Deidesheimer Stadtbürgermeister Manfred Dörr (CDU) und Stefan Wemhoener, Geschäftsführer der Tourist Service GmbH Deidesheim, halten die Kritik von Hoteliers am Gästebeitrag (wir berichteten am Mittwoch) für überzogen.

In anderen Gemeinden wie St. Martin gebe es den Gästebeitrag seit Jahren. „Wenn es dort funktioniert, dürfte das bei uns auch kein Problem sein“, sagt Dörr. Mehraufwände würden immer erst einmal kritisch betrachtet. „Aber das war schon ein bisschen arg dick aufgetragen“, sagt Dörr und bezieht sich damit auf die Aussagen der Hoteliers, der Gästebeitrag schade dem Geschäft. Rund 1,2 Millionen koste der Tourismus die Stadt pro Jahr. „Wir können nicht jedes Jahr Schulden machen“, betont Dörr. Nach dem Landesgesetz dürfe die Stadt diese Kosten umlegen, „also tun wir es auch“. Die zwei Euro pro Gast und Nacht kämen aber ohnehin komplett dem Tourismus zugute: „Davon profitieren alle.“ Anders als berichtet, seien Geschäftsreisende nicht vom Beitrag ausgenommen, sagt Stefan Wemhoener von der Tourist Service GmbH. Der Grund: In anderen Kommunen, in denen diese Gruppe keinen Beitrag habezahlen müssen, seien plötzlich 70 Prozent der Buchungen als Geschäftsreisen deklariert worden. Da über die 30 Prozent beitragszahlender Gäste zu wenig Geld reingekommen sei, habe der Satz angehoben werden müssen. Dies soll in Deidesheim verhindert werden. In der jüngsten Stadtratssitzung verlas Dörr die ausführliche Antwort auf eine Anfrage von Dariusz Kogut, Inhaber der Residenz Mandelgarten und der Kurpark-Residenz. Er hatte unter anderem darum gebeten, die Kosten für die „Luxus-Poller“ aufgeschlüsselt zu bekommen. Zudem hatte er moniert, die Stadt habe seine Idee zur Aufstellung einer Kelter mit dem „fadenscheinigen Argument Sicherheit“ abgelehnt. Dörr erwiderte, dass dazu ein Konzept nötig sei. Sollten sich die Verantwortlichen des Museums für Weinkultur der Sache annehmen, würden Stadt und Tourist Service GmbH dies unterstützen.

x