Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Ehemaliges Sulo-Gelände: Über 40 Familien schon eingezogen

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Das Luftbild zeigt, was sich am Gelände alles tut. Im Hintergrund die fertigen Reihenhäuser, vorne die Mehrfamilienhäuser, an denen derzeit zum Teil noch gearbeitet wird. In den nächsten Abschnitten folgt die Bebauung der Grünzone (rechts) sowie der Mitte.

Auf dem ehemaligen Sulo-Gelände an der Speyerdorfer Straße wird fleißig gearbeitet. Die ersten Bewohner des neuen Weinbiet-Quartiers sind eingezogen. Derweil hat der Investor schon die nächsten Schritte im Blick.

An eine Industriebrache erinnert nichts mehr. Wer von der Speyerdorfer Straße abbiegt und in der Eugenie-Abresch-Straße parkt, betritt vielmehr eine Großbaustelle und spürt, dass sich an dieser Stelle das Gesicht Neustadts komplett verändert. Zu erkennen ist das zum einen am neuen Aldi-Markt, aber eben auch an den zwölf fertigen Reihenhäusern sowie den acht viergeschossigen Mehrfamilienhäusern, die zum Teil ebenfalls schon bezogen sind. Man ist also mittendrin im neuen „Weinbiet-Quartier“. Diesen Namen hat der Investor, die Mannheimer Domus Massivhaus GmbH, für die Vermarktung gewählt.

So sollen die Gebäude im nächsten Bauabschnitt aussehen.
So sollen die Gebäude im nächsten Bauabschnitt aussehen.

Geschäftsführer José Pires ist stolz auf den Baufortschritt. Seit 2020 wird auf dem etwa 30.000 Quadratmeter Areal gearbeitet. 250 Familien sollen dort einmal wohnen. Es entsteht eine Mischung aus Reihenhäusern, Eigentumswohnungen und Büros. Die Nachfrage sei sehr gut. Auch für den ab 2023 anstehenden Bauabschnitt „haben wir schon erste Reservierungen“. Dass das Projekt so gut funktioniert, führt der Architekt auf die Innenstadt-Lage, die gute Anbindung an Autobahn und Bahnhöfe, die Einkaufsmöglichkeiten sowie Kitas und Schulen in direkter Nähe zurück. Hinzu komme die „hochwertige Ausstattung“ der Objekte, die jeweils schlüsselfertig übergeben werden. Die Preise für die im nächsten Abschnitt geplanten Wohnungen liegen je nach Größe zwischen 368.000 und 541.000 Euro

Eigenes Blockheizkraftwerk

Um seine Ausführungen zu veranschaulichen, führt Pires durch eines der Mehrfamilienhäuser. Die Tour beginnt in der Tiefgarage, damit die Straßen nicht komplett zugeparkt werden. Per Aufzug geht es nach oben in die Wohnungen. „Damit ist alles barrierefrei und somit auch für ältere oder behinderte Menschen geeignet“, sagt Pires. Der kleine Rundgang endet in einer Penthouse-Wohnung, die kurz vor der Übergabe an den Käufer steht. Vom großen Balkon aus gibt es einen tollen Blick über die Haardt. Ebenfalls immer zu sehen: das Telekom-Hochhaus. Dass auf dessen Nachbargrundstück ein großer Neubau geplant wird, begrüßt Pires: „Das wertet das gesamte Gebiet auf.“

Blick vom Balkon einer Penthouse-Wohnung über die Siedlung.
Blick vom Balkon einer Penthouse-Wohnung über die Siedlung.

Für die Heizenergie im gesamten Gebiet sorgt ein Blockheizkraftwerk der Stadtwerke. Alles sei auf niedrigen Energieverbrauch ausgelegt. Da die Domus Massivhaus GmbH noch mitten im Projekt ist, wird eine der Wohnungen als Baubüro genutzt. Für Interessenten öffnet zudem jeden Freitag von 14 bis 17 Uhr ein Info-Pavillon.

Keine Lieferengpässe

Pires ist mit der Zwischenbilanz sehr zufrieden: „Es wohnen bereits über 40 Familien im Gebiet.“ Die Käufer der zwölf Reihenhäuser seien alle eingezogen. Vom ersten Bauabschnitt seien zwei Mehrfamilienhäuser bereits bezogen. Im zweiten Abschnitt sei das erste Mehrfamilienhaus fertig und die elf Wohnungen auch bezogen. Der Blick richtet sich nun auf den nächsten Abschnitt, bei dem erneut 44 Wohnungen in vier Mehrfamilienhäusern entstehen werden. Der Startschuss soll im Frühjahr 2023 fallen: „Bezugsfertig sind die Wohnungen dann eineinhalb bis zwei Jahre später.“ Zum Schluss wird dann die Mitte des Gebiets mit Wohnungen und Büroräumen bebaut. In etwa viereinhalb Jahren soll alles fertig sein, sagt Pires. Und sobald alles bezogen ist, würden auch die Außenanlagen fertig gestellt. Begrünt werden auch die Dächer der Gebäude: „Aus Klimagründen und um Regenwasser zurückzuhalten.“

Prominenter Nachbar: das Telekom-Hochhaus.
Prominenter Nachbar: das Telekom-Hochhaus.

Die steigenden Zinsen und wirtschaftlichen Sorgen hätten bisher keinen Effekt auf die Nachfrage, betont Pires. Die Interessenten kämen einerseits aus Neustadt, andererseits aus der gesamten Region. Lieferschwierigkeiten seien auch kein Problem, versichert Pires: „Wir haben früh reagiert und große Mengen bestellt.“

Neue Kita geplant

Neustadts Baudezernent Bernhard Adams freut sich über das Projekt: „Es ist gut, dass wir davon ausgehen können, dass es voll ausgenutzt wird und keine ärgerlichen Baulücken über Jahre zurückbleiben.“ Zugleich bedeute die Verdichtung einen weiteren Bedarf an Schul- und Kita-Plätzen. „Dazu arbeitet die Wohnungsbaugesellschaft WBG an der Umsetzung eines Kita-Neubaus in der Straße Grubenhof. Und vor zwei Monaten traf der Zuwendungsbescheid über 800.000 Euro für die im Sulo-Gelände geplante neue Kita ein. Das Grundstück dazu haben wir bereits“, so Adams. Er hofft auf den Kita-Bau bis 2025. Er wisse, dass die Bauarbeiten für einige Anlieger eine Belastung seien: „Hier ist Geduld gefragt, aber man sieht ja, es geht voran.“

Der Fasshersteller Sulo hatte 2014 mit zuletzt noch 37 Mitarbeitern das Werk stillgelegt. Sulo produzierte in erster Linie Stahlfässer für die chemische Industrie, die Lebensmittelindustrie und die Mineralölwirtschaft.

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