Nachruf Duttweilers früherer Ortsvorsteher Harald Rust gestorben

Harald Rust
Harald Rust

Harald Rust gehörte nicht zu denen, die still im Hintergrund standen, er lebte und feierte gern, doch aus gesundheitlichen Gründen war es still um ihn geworden. Kurz vor Weihnachten ist der frühere Ortsvorsteher von Duttweiler im Alter von 79 Jahren gestorben. Wenige Monate nach seiner Ehefrau Irmgard.

Harald Rust ist relativ spät politisch aktiv geworden. Der gebürtige Neustadter, der in der Kernstadt aufgewachsen ist, zog Anfang der 1980er-Jahre mit seiner zweiten Ehefrau nach Duttweiler. Seiner offenen und geselligen Art entsprechend interessierte sich der damals etwa 50-Jährige für das Geschehen im Ort und wurde in der CDU aktiv.

Aktiv war Harald Rust schon zuvor gewesen: bei den Feucht Fröhlichen Neustadtern (FFN) und in seinem Beruf. Rust, der sich für Naturwissenschaften interessierte, konnte aus finanziellen Gründen nicht studieren. 1956 ging er zur BASF, machte dort eine Ausbildung zum Physiklaboranten, qualifizierte sich mehrfach weiter und wurde Verfahrensingenieur und Leiter des Kompetenzzentrums Destillation. Rust war in seinem Beruf auch an 36 Erfindungen beteiligt.

Anfang der 1980er-Jahre kaufte Rust, der aus erster Ehe zwei Söhne hat, in Duttweiler ein altes, ziemlich verfallenes Haus und baute es mit seiner Frau Irmgard in jahrelanger Arbeit und mit viel Liebe zu einem Schmuckstück aus. Besonders stolz war das Ehepaar auf den rund 700 Quadratmeter großen Garten. Bis vor wenigen Jahren war dieser regelmäßig bei der Aktion Offene Gärten zu bewundern und wurde mehrfach ausgezeichnet.

Per Losentscheid Amt verloren

1994 wurde Rust zum Duttweilerer Ortsvorsteher gewählt und kam in den Stadtrat. In seiner Amtszeit wurden ein Dorfgemeinschaftshaus gebaut und die Festhalle saniert. Zudem wurden Weinfest und Kerwe attraktiver gestaltet. Im Stadtrat engagierte sich Rust in verschiedenen Ausschüssen und war im Aufsichtsrat der Tourist, Kongress und Saalbau GmbH. Er war zudem Vorsitzender des CDU-Ortsverbands und im Vorstand des Kreisverbands.

Rust war gern in Gesellschaft. Er trug wesentlich dazu bei, dass die damaligen Ortsvorsteher regelmäßig in geselliger Runde zusammenkamen. 1999 schrieb Harald Rust ungewollt Geschichte. Er hatte bei der Kommunalwahl erneut als Ortsvorsteher kandidiert und erhielt die genau gleiche Anzahl an Stimmen wie SPD-Kandidat Karl Heinz Großhans. Auch bei der Stichwahl erzielten beide Kandidaten die gleiche Anzahl an Stimmen. Die Kommunalwahlordnung schreibt vor, dass der Ortsvorsteher dann per Losverfahren festgelegt werden muss. In Rheinland-Pfalz hatte es das bis dahin noch nie gegeben. Am 27. Juni 1999 fungierte der damalige Oberbürgermeister Jürgen Weiler (SPD) als „Glücksfee“ und zog einen Briefumschlag mit dem Namen von Großhans. Danach war Rust noch mehrere Jahre im Stadtrat aktiv.

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