Handball
Dritte Liga: TSG Haßloch erwartet die Bergischen Panther
„Nochmals so eine blutleere Vorstellung, wie gegen die HG Saarlouis darf es nicht geben“, sagte Trainer Christian Job. Noch vor zwei Wochen saß der gebürtige Südpfälzer auf der Tribüne und wirkte danach rat- und fassungslos. Job, damals noch in der Funktion des Sportlichen Leiters, vermisste die notwendige Einstellung der Mannschaft und sah sich zu weiteren Gesprächen mit seinem Kollegen Kevin Seelos veranlasst.
Die Folge: Noch am gleichen Abend bat Philip Rogawski seinen Rücktritt an, den der Verein auch annahm. Jetzt muss Job selbst ran. Bereits zum zweiten Mal. Denn erst letzte Saison hatte er nach der Trennung von Michael Übel das Zepter übernommen. Stürmische Zeiten bei den „Bären“. Auch deshalb, weil die Blau-Weißen am letzten Spieltag nach der Niederlage beim TV Gelnhausen wieder auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht sind.
Das bringt Job nicht aus der Fassung. Im Gegenteil: Er setzt auf den Neuanfang und dieser wurde bereits eingeleitet. „Die Trainingsbelastung in den letzten zwei Wochen ist jetzt ganz anders, sie ist viel intensiver, sowohl konditionell, aber auch im technischen Bereich“, erzählt Sebastian Wieland vor der Partie gegen die Bergischen Panther, wenn die Mannschaft wieder ein Erfolgserlebnis feiern möchte.
Wieland weiß wie’s geht
„Dass wir alle Handball spielen können, das weiß jeder. Wir müssen einfach es mal wieder schaffen, das umzusetzen, was der Trainer vorgibt, dann sollte man mal wieder einen Erfolg erreichen“, sagte Wieland mit Blick auf die aktuelle Tabellensituation. Dabei macht er kein Geheimnis daraus, dass die schon eine Belastung sei.
„Aber wir müssen auch realistisch die Situation einordnen, denn das was wir auf die Platte gebracht haben, ist nicht das was wir können“, sagte Sebastian Wieland. Der 23 Jahre alte Linksaußen, der vor zwei Jahren vom HLZ Friesenheim-Hochdorf in Großdorf gewechselt war, nimmt da kein Blatt vor den Mund und nimmt sich selbst mit in die Kritik.
„Die Situation in der laufenden Saison war nicht optimal“, so Wieland. „Wir bringen nicht das auf das Spielfeld, was wir uns im Training erarbeitet und auch mit dem Trainer abgestimmt haben.“ Warum das so ist, diese Frage stellt sich der Medizintechniker am Universitätsklinikum Heidelberg selbst und findet darauf keine Antwort.
Nach Offenbach
Ob ein Ligaverbleib noch möglich ist, da kommt Wieland ins Grübeln. „Der Glaube, dass wir noch den drittletzten Tabellenplatz erreichen können, ist schon da, wir dürfen aber jetzt nicht alles in die Tonne werfen, denn wir wissen, dass wir Handball spielen können“, meinte der in Dannstadt-Schauernheim lebende Linksaußen.
„Wenn wir es jetzt mit Christian Job schaffen, das umzusetzen, was er uns vorgibt, dann denke ich schon, dass wir noch den einen oder andern Punkt holen können, auch wenn es total schwierig sein wird, die Klasse zu halten“. Unabhängig vom Saisonausgang wird der Rechtshänder nach zwei Spielzeiten die TSG Haßloch verlassen.
Wieland schließt sich ebenso wie Lukas Klein und Florian Pfaffmann dem TV Offenbach an. „Ich habe es in Haßloch nicht geschafft, meine Spielzeiten zu bekommen, die ich brauche, um mich sportlich weiterzuentwickeln. Gerade wenn man solch einen hohen Aufwand betreibt, will man spielen“, erzählt Wieland.
Nach dem dies in seiner zweiten Saison bei den „Bären“ bei nicht zu einer Verbesserung führte, hat Wieland sich entschlossen, den Verein verlassen zu wollen. Dass er in die Südpfalz nach Offenbach wechselt, sei sein persönlicher Wunsch gewesen, da er zu dem früheren Trainer Michael Übel in Kontakt stand und sich mit ihm auch sehr gut verstehe.
„Der Abschied fällt mir schwer, gerade deswegen, weil wir Jungs in Haßloch uns alle sehr gut verstehen. Mir ist es auch wichtig, dass ich mich mit 23 noch sportlich entwickeln kann, deswegen auch der Schritt zurück in eine untere Klasse. Manchmal muss man auch einen Schritt zurück machen, um dann wieder anzugreifen“. Einen Satz, der bald auch für die TSG Realität werden könnte …