Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Dreimalige Weltmeisterin gibt Mußbacher Tänzern Feinschliff

Trainerin Blanca Ribas Turón ist kritisch, gibt hier einen Tipp, rückt da eine Hüfte zurecht. Foto: Linzmeier-Mehn
Trainerin Blanca Ribas Turón ist kritisch, gibt hier einen Tipp, rückt da eine Hüfte zurecht.

Trainingsbesuch: Der Tanzsportclub Saltatio im TV Mußbach hat weltmeisterliche Verstärkung bekommen, um im Standardbereich noch erfolgreicher zu werden. Einmal im Monat hilft den Mußbacher Tänzerinnen und Tänzern jetzt Blanca Ribas Turón dabei, ihren Bewegungen und Gesten noch mehr Feinschliff zu verschaffen.

Neustadt. Blanca Ribas Turón, aufgewachsen in Spanien, ist in der Tanzszene bestens bekannt. 2002 kam sie nach Dresden, um dort mit ihrem Partner Christoph Kies zu trainieren. Dreimal hat sie mit ihm zusammen die Weltmeisterschaft über zehn Tänze gewonnen: 2006 in Moskau, 2007 in Tokio, 2008 in Berlin. Dass sie im vergangenen Jahr mit ihrem Mann von Dresden nach Ludwigshafen gezogen ist, erwies sich für den TSC Saltatio als Glücksfall. Hier ergänzt Blanca Ribas Turón das Training überwiegend im Bereich Standardtänze. Die Tanzenden kommen zum Teil aus Neustadt, Landau, Germersheim und Ludwigshafen, „weil wir in Rheinland-Pfalz einer der führenden Vereine sind“, sagt Kim Pätzug, die gemeinsam mit Kirill Ganopolsky das Training beim TSC Saltatio leitet. Trainiert wird drei- bis viermal die Woche, einmal monatlich auch bei Blanca Ribas Turón.

Blanca Ribas Turón war dreimal Weltmeisterin

Die 16-jährige Isabel Schaab aus Landau beispielsweise hat schon eine Stunde mit Kim Pätzug „Latein“ geübt. Jetzt steht für sie mit weiteren Tänzerinnen und Tänzern zwischen zehn und 17 Jahren das Gruppentraining bei Blanca Ribas Turón im Standardbereich an. Wie alle anderen hat auch sie schon auf Turnieren und bei deutschen Meisterschaften getanzt. Ihr gemeinsames Ziel: „Ich möchte besser werden.“ Blanca Ribas Turón hatte mit drei Weltmeisterschaften in zehn Tänzen ihr Ziel erreicht. „Ich tanze keine Turniere mehr“, hat sie 2011 beschlossen und ihrer aktiven Tanzkarriere Ade gesagt. „Wenn man dreimal Weltmeister war, kann man nicht mehr mit einem zweiten Platz zufrieden sein. Dann hört man lieber auf, wenn man ganz an der Spitze steht.“ Doch nicht mit dem Tanzen. Blanca Ribas Turón machte eine umfassende Ausbildung als Trainerin. „Das ist ganz wichtig, um zu wissen, wie Kinder lernen.“ Das sei kein stetiger Fluss, erläutert sie. Da müssten auch Wachstumsphasen berücksichtigt werden, in denen der Körper nicht mehr das könne, was er schon gelernt habe. Da müsse man oft wieder ein Stück zurückgehen. Doch sie liebt es zu unterrichten, sagt sie und strahlt dabei.

Turón: „Ich fordere von den Kindern viel“

„Ich verstärke das, was schon da ist“, betont sie und ist voll des Lobs: „Dieser Verein hat sehr, sehr viele talentierte Kinder und Jugendliche. Das ist selten. Sie haben mit Kim Pätzug und Kirill Ganopolsky aber auch phantastische Trainer.“ Die beiden tanzen seit 2008 für den TSC Saltatio, haben zuletzt 2018 in Zwickau in der Sektion Latein die deutsche Meisterschaft für sich entschieden.

Das ist eine gute Basis für das monatliche Training, mit dem sie die Trainer des TSC Saltatio mit Einzelunterricht und Unterricht in der Gruppe unterstützt, „auch mit meinem eigenen Stil und mit meinem spanischen Blut. Und ich fordere von den Kindern viel.“

An diesem Nachmittag steht der Langsame Walzer auf dem Programm. Dabei werden die einzelnen Schritte gleichsam in ihre Bestandteile zerlegt und geübt. Dass die jungen Teilnehmer beim Training Tanzkleidung tragen, „vermittelt ein wenig Turniergefühl“, erklärt Kim Pätzug. Vor allem die elegante Hüftbewegung muss stimmen, die beim Standardtanz weniger ausgeprägt ist als bei den lateinamerikanischen Tänzen. Die Trainerin ist kritisch, gibt hier einen Tipp, rückt da eine Hüfte zurecht. Es folgt eine Schrittkombination: ein Schritt vor, zur Seite, schließen.

Einem jungen Mann wird der Kopf zurechtgerückt

Was bald schon beinahe schwerelos aussieht, ist auch der präzisen Beinarbeit zu verdanken. Dazu kommt die Haltung der Arme, die es in einem bestimmten Winkel abzubiegen gilt. Einem jungen Mann wird sanft, aber mit Nachdruck noch der Kopf zurechtgerückt. Dann wiederholen die Tanzenden die Bewegungen weit ausholend zur Musik und ohne sich an den Händen zu fassen. Auf Tuchfühlung gleiten sie dahin. Die gleichen Schritte werden nun in der Drehung getanzt, mal rechtsherum, mal linksherum, die Mädchen weit zurückgelehnt in den Armen der jungen Herren, die wiederum besonders darauf achten müssen, den Rücken gestreckt zu halten.

Nach einer Stunde ist Blanca Ribas Turón mit diesen Grundbewegungen zufrieden: „Super. Ihr macht das sehr gut.“

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