Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel Drei Spiele und eventuell ein Fünfmeterschießen im warmen Stadionbad

Im Stadionbad gibt es am Samstag und Sonntag insgesamt drei Spiele für Mannschaften des SC Neustadt, darunter eine Pokalpartie.
Im Stadionbad gibt es am Samstag und Sonntag insgesamt drei Spiele für Mannschaften des SC Neustadt, darunter eine Pokalpartie.

Wie mit Stress im Fünfmeterschießen umgehen? Vorher einen Plan machen, sagt Trainer Thorsten Preuß vom SC Neustadt. Im Pokalspiel gegen Würzburg könnte es dazu kommen. Drei Spiele stehen für zwei Neustadter Mannschaften im Stadionbad an. Am Samstag gibt es ein Wiedersehen mit einem früheren Juniorentrainer des SCN.

Heizkosten sparen. Zumindest an diesem Wochenende hilft ein Besuch im Stadionbad, denn am Samstag werden dort ab 18 Uhr zwei Wasserballspiele ausgetragen, am Sonntag folgt um 14 Uhr die Zweitliga-Partie des SC Neustadt gegen Friedberg. Besonders am Samstag lohnt es sich, zu Hause den Thermostat etwas zu drosseln und sich stattdessen im Moby Dick aufzuwärmen.

Um 18 Uhr spielen die Neustadter U18-Junioren in der Bundesliga-B-Gruppe gegen Krefeld, um 20 Uhr folgt die zweite Runde um den DSV-Pokal. Das Männerteam, bekanntlich in der Zweiten Liga angesiedelt, trifft auf den Erstligisten SV Würzburg.

Erfolgsparameter

Würzburg spielt in der schwächeren B-Gruppe der ersten Liga. Dort könnte auch der SCN spielen, hätte er sich im Sommer als Zweitliga-Meister für das Aufstiegsprozedere entschlossen. Doch die Mannschaft entschied sich für einen Verbleib in der Zweiten Liga, weil der Trainingsaufwand für die höchste Spielklasse zu hoch gewesen wäre. Jetzt befehligt SCN-Trainer Thorsten Preuß ein sehr junges Team, überwiegend aus eigenen Nachwuchsspielern sowie den Routiniers Matthias Held und Timo van der Bosch.

Die Bilanz von Würzburg in dieser Saison ist ausgeglichen: Die Franken kassierten zwei Niederlagen und holten zwei Siege. Auf jeden Fall sieht Preuß die Gäste in der Favoritenrolle. Die Parameter für einen SCN-Erfolg kann er schon jetzt nennen: „Wir dürfen nicht sofort einem Rückstand hinterherlaufen. Die ersten Angriffe müssen Tore bringen für uns. Wir müssen diszipliniert spielen. Ich traue das dem Team zu. Es muss sich selbst einen Ruck geben, die Schlüsselsituationen nutzen. Wir brauchen Glück, Herz und die richtige Einstellung.“ Er sieht eine Verbindung aller SCN-Spieler untereinander, die Konzentration sollte so bei allen vorhanden sein.

Nicht denken, schießen

Ein Unentschieden gibt es natürlich nicht im Pokalwettbewerb. Sollte es nach vier mal acht Minuten einen Gleichstand geben, geht es ins Fünfmeterschießen. Preuß betont: „Das müssen wir diese Woche üben, das klappt noch nicht so gut bei uns.“ Er wisse, ein Fünfmeter sei eine Stresssituation. Komme der Pfiff des Schiris noch aus dem Spiel, weil ein Angriff unfair unterbunden worden sei, müsse der Spieler seinen Puls verlangsamen, also „herunterfahren“, vor allem, wenn der gefoulte Spieler selbst antrete.

Ein Fünfmeterschießen nach der offiziellen Spielzeit eines Pokalspiels verlangt neben den guten Nerven auch die richtige Methodik. Preuß: „Vorher einen Plan machen, dann ohne weiter zu denken schießen. Es muss vorher überlegt sein, ob Aufsetzer, nach links, nach rechts oder oben oder unten. Den Tormann anschauen, ihn fixieren.“ Preuß erklärt seinen Spieler auch, dass vom Fünfmeterpunkt eine Bewegung beim Schuss nach vorne erlaubt sei. So könne der Schütze den Arm lang machen, um damit die Distanz zu reduzieren. Wichtig sei eine fließende, flüssige Bewegung dabei ohne Unterbrechung.

Würzburgs Trainer kennt sich beim SCN aus

Preuß hat noch einige andere Baustellen aus der Begegnung gegen Fulda am vergangenen Samstag aufzuarbeiten. Der SCN siegte knapp mit 13:11 und fabrizierte vor allem im Angriff dicke Fehler. Preuß: „Unsere Außenspieler sollen auch selbst aufs Tor schwimmen und schießen, wenn der Abwehrspieler zu weit weg ist. Und Timo van der Bosch wurde in der Mitte zu selten angespielt. Dabei signalisierte er dem Außenspieler mit Blicken und Gesten, dass er bereit sei. Unser Team soll mehr auf die Vorlieben der Mitspieler achten und diese entsprechend einsetzen.“ Von den Stürmern fordert Preuß noch einige Tricks, wie Querbewegungen oder Aufsetzer bei den Torschüssen.

Pikant an dem Pokalmatch gegen die Franken ist auch, dass der Würzburger Trainer George Mihalache einen großen Teil der SCN-Spieler noch gut kennen dürfte. Mihalache war 2021 für einige Monate als Jugendcoach für den SCN im Einsatz. Er gilt als sehr temperamentvoller Trainer, der sein Team von außen lautstark antreibt.

Für das Spiel am Sonntag, nur wenige Stunden nach dem Samstagsmatch, gegen Zweitliga-Gegner Friedberg, betont Preuß: „Wie immer müssen wir den Gegner ernst nehmen. Aber dieses Spiel sollten wir eigentlich gewinnen.“

Junioren: Nur vier im Training

Die SCN-Junioren spielen am Samstag um 18 Uhr quasi als Vorprogramm in der Bundesliga B-Gruppe gegen Krefeld. Das U18-Team hat bislang in drei Spielen drei Niederlagen eingefahren. Da diese Runde mit drei Konkurrenten allerdings nur die Vorrunde zur weiteren Qualifikation für die Zwischen- und Endrunden darstellt, ist der SCN auch bei weiteren Niederlagen nicht aus dem Rennen. Dennoch erwartet SCN-Jugendcoach Peter Jacqué von den Jungs eine Leistungssteigerung. Doch aktuell sei die Beteiligung im Training aus schulischen und gesundheitlichen Gründen sehr gering, klagt Jacqué. Am Montag seien von 13 Akteuren nur vier im Stadionbad gewesen. Jacqué: „Am Freitag haben wir eine Teamsitzung, um zu sehen, wie es weitergehen kann. Natürlich hat die Schule Vorrang, dazu kommen andere Termine wie zum Beispiel die Fahrschule. Aber man müsste die Termine von Seiten der Jungs auch besser koordinieren.“

So erwartet Jacqué eine schwierige Partie gegen die starken Krefelder. Zumal er nicht nur auf Keeper und Feldspieler in Personalunion Joona Vagts verzichten muss. Auch hinter dem Einsatz von Stammkeeper Dante Habel steht ein Fragezeichen. Habel ist beim Zweitligisten Frankfurt erster Tormann und hätte am Samstag mit Frankfurt eine Partie um 19 Uhr in Fulda. Jacqué: „Der Stammverein hat natürlich Vorrang vor dem zweiten Verein. Aber Frankfurt versucht, eventuell einen anderen Torhüter für seine Partie zu finden. Wir müssen mal abwarten.“

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