Neustadt Drei Spiele, neun Punkte

Hassloch. Vom Abstiegskandidaten zur (momentanen) Spitzenmannschaft: Der 1. FC 08 Haßloch freut sich in der Fußball-Bezirksliga Vorderpfalz nach drei Spielen über einen optimalen Ertrag. Ortsrivale VfB kassierte die zweite Niederlage in Folge. Das Etappenziel – mindestens Platz fünf nach zehn Partien – ist so nicht zu erreichen.
Neun Punkte, 7:1 Tore: Nach dem 2:0 (1:0) am Mittwochabend beim SV Rot-Weiss Seebach durch zwei Tore von Marc Hofmeister strahlt der 1. FC 08 Haßloch über eine blütenreine Weste. Gehören die „Nullachter“ zu den Titelkandidaten? Gedeihen Aufstiegsillusionen? „Natürlich sind wir über diesen Start sehr, sehr erfreut. Und wenn man jedes einzelne Spiel für sich betrachtet, kann man jedes einzelne auch gewinnen. Dass es in Summe so gut läuft, hätten wir aber natürlich nicht gedacht“, sagt Trainer Christian Lederle. „Die Leute freuen sich mit uns. Sie haben aber nicht vergessen, was in der vergangenen Saison war – und wie schnell es gehen kann.“ Zeit zum glückseligen Ergötzen bleibt dem FC nicht. Am Samstag (17 Uhr) kommt es an der Adam-Stegerwald-Straße zum Duell mit Aufsteiger SV Ruchheim, danach steht die nächste englische Woche an. „Der August hat es in sich“, sagt Lederle, „da gilt es, die Sinne zu schärfen.“ Für Lederle ist der kommende Widersacher eine große, schwer einzuschätzende Unbekannte. Erreicht der 1. FC 08 sein Niveau, dürfte Sieg Nummer vier nichts im Wege stehen. Obgleich es die Mannschaft noch nicht schafft, über 90 Minuten konstant zu agieren. Auch in Seebach gab es nach dem Seitenwechsel eine Phase, in der das Gebilde aus den Fugen geriet. Der Unterschied zur Vorsaison allerdings ist: „Wir fangen uns jedes Mal wieder“, sagt der Haßlocher Trainer und fügt lobend hinzu: „Wir haben Seebach immer wieder versucht zu zeigen: Ihr schießt heute hier kein Tor!“ Und das ist gelungen. Der VfB Haßloch kann das nicht behaupten. 3:4 im Heimspiel gegen Südwest Ludwigshafen, zweite Niederlage in Folge mit mindestens drei Gegentreffern. Beim 0:3 in Maxdorf war es Christian Jesberger, der dreimal gegen den VfB traf, vorgestern Geri Hasa. Er wendete für den SV Südwest einen 0:1-Rückstand (Torschütze: André Grässer) binnen 17 Minuten (12., 22., 29.) in eine 3:1-Führung. Tobias Schlegel verkürzte für Haßloch, Nauwid Amiri stellte den alten Abstand wieder her. Sebastian Pelgens Strafstoßtor in der 89. Minute kam zu spät. Südwest feierte den ersten Rundenerfolg. Frank Lieberknecht konnte das Gesehene am Tag danach noch immer nicht begreifen. „Wir führen schnell 1:0 und lassen uns fünf Minuten später daheim auskontern. Das ist an Naivität nicht zu überbieten“, schimpfte der Trainer des VfB. Einmal in Fahrt, sagte er weiter: „Wir müssen langsam mal anfangen, stabil zu stehen. Wir werden ja zur Schießbude, das kann es nicht sein.“ Immerhin: Der VfB kämpfte, traf gegen eine physisch mehr und mehr abbauende Südwest-Elf Pfosten und Latte. „Die unnötigste Niederlage, die ich in den vergangenen Jahren erlebt habe“, sagte Lieberknecht. Am kommenden Sonntag ab 15 Uhr ist der VfB Haßloch im Heimspiel gegen den noch unbezwungenen SV Altdorf-Böbingen gefordert. Vermutlich muss Kevin Rebholz dann den Platz zwischen den Pfosten räumen. Denn mit der Leistung des Torwarts war Frank Lieberknecht in keiner Weise einverstanden: „Die ersten drei Gegentore waren nicht unhaltbar. Das 1:1 war ein Freistoß, da hat er sich nicht mal gerührt. Ich erwarte von einem Torwart mehr Engagement. Das hat mich sehr geärgert.“ Fakt zur Liga Geht sportlicher Erfolg mit Fairness einher? Im Fall des ASV Maxdorf ist es so. Der Spitzenreiter (drei Spiele, neun Punkte) hat erst eine Gelbe Karte hinnehmen müssen. Platz eins in der Fairnesstabelle. Schlusslicht ist der SV Ruchheim mit elf Gelben und einer Gelb-Roten Karte – in zwei Spielen. Spieler des 1. FC 08 Haßloch sahen bisher viermal den gelben Karton, Aktive des VfB schon siebenmal. (aboe)