Neustadt Drei Konzerte zum Jubiläum

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«Deidesheim». Im Vergleich zu seinem Namensvetter aus Neustadt, der gerade seine Premiere erlebte, ist der „Deidesheimer Musikherbst“ fast schon eine Traditionsveranstaltung: Bereits über die 20. Auflage können sich die Kirchenmusikliebhaber in diesem September freuen. Zum Auftakt am Samstag gibt es ein Konzert, bei dem sich Orgel, Schlagzeug und Rezitation zu einem außergewöhnlichen Gesamtkunstwerk verbinden sollen.

An die 90 Konzerte und sonstige Veranstaltungen haben seit der Premiere 1997 die zahlreichen Besucher erfreut, hat Elke Voelker, die Initiatorin und künstlerische Leiterin der Reihe, errechnet, mehr als 300 national und international bekannte Künstler haben daran mitgewirkt. Auch für das Jubiläum hat die Organistin aus Speyer wieder drei ganz unterschiedliche Konzerte zusammengestellt. Dass der Deidesheimer Musikherbst in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag feiern kann, „ist finanziell natürlich auch immer wieder eine Frage der Sponsoren“, betont Voelker, denn ohne Unterstützung sei eine solche Veranstaltungsreise nicht möglich. Die leisten die Stadt Deidesheim, die Kirchengemeinde St. Ulrich, die Lyden-Stiftung, die Mitglieder des Fördervereins „Deidesheimer Musikherbst“, Geldgeber aus der regionalen Wirtschaft und natürlich das Publikum. Dabei waren auch immer wieder Rückschläge zu verkraften, 2007 zum Beispiel fiel die Reihe komplett aus, weil das Innere der Deidesheimer Pfarrkirche St. Ulrich, in der die Konzerte traditionell stattfinden, renoviert wurde. Dabei hat die Reihe in den 20 Jahren ihres Bestehens ein große Entwicklung durchgemacht. Von Voelker 1997 ins Leben gerufen, um die neu restaurierte Walcker/Kuhn-Orgel in der Pfarrkirche zur Geltung zu bringen, lief sie die ersten 14 Jahre unter dem Namen „Deidesheimer Orgelherbst“. 2011, erzählt sie, habe es dann die Überlegung gegeben, „das Festival auszuweiten auf Chormusik und Darbietungen, die alle Arten von Musik einschließen, um ein größeres Publikum zu erreichen“. Aus dem „Deidesheimer Orgelherbst“ wurde so der „Musikherbst“. Auch räumlich erweiterte man das Angebot: Musiziert wurde nun unter anderem auch in der ehemaligen Synagoge und der evangelischen Kirche. Hinzu kamen Orgelexkursionen in die Region – „immer mit viel Experimentierfreude und Mut zu Neuem“, wie die künstlerische Leiterin hervorhebt. Auch für den 20. Deidesheimer Musikherbst, der vom 16. bis 30. September mit drei Terminen in St. Ulrich stattfindet, werde es „ein ausgesuchtes Programm“ geben, verspricht Voelker. Schon die Eröffnungsveranstaltung am Samstag, 16. September, verspreche Außergewöhnliches. Unter dem Titel „20 Jahre Klang : Zeit“ erwarte die Besucher ab 19 Uhr „ein akustisches Kleinod“, sagt sie. Rezitationen des bekannten Mannheimer Theologen Gerhard Engelsberger, der rund 50 Bücher zu Fragen des Glaubens und des Lebens veröffentlichte, aus seinen eigenen Werken wird die international gefeierte Perkussionistin Se-Mi Hwang aus Stuttgart mit Klangexperimenten und Improvisationen begleiten. Voelker selbst wird diese an der Orgel aufnehmen. „Das ist auch für mich Neuland“, sagt sie dazu, denn bislang habe sie erst einmal mit einem Perkussionisten zusammengearbeitet. Besonders eindrucksvoll verspricht dieser Dreiklang aus Sprache und Instrumenten auch deshalb zu werden, weil die Orgel oben auf der Empore mit klassischen Werken erklingt, die Schlagzeugerin sich unten im Schiff dagegen in modernen Breiten tummelt. „Gerade diese Extreme werden den besonderen Reiz ausmachen“, sagt Voelker: „Durch den kleinen Kirchenraum entsteht zudem eine ganz besondere Kammermusik-Atmosphäre.“ Geistliche Werke unter anderem von Giovanni Croce, Ludovico Viadana, Mozart, Schubert, Mendelssohn, Gounod, Saint-Saëns und Rheinberger erklingen dann am Sonntag, 24. September, um 18 Uhr beim Chorkonzert „Te Deum laudamus“. Beteiligt sind hier die Chorgemeinschaft Deidesheim/Ruppertsberg und der Frauenschola St. Ulrich, beide geleitet von Marie-Luise Birkhofer, Bassbariton Thomas Herberich mit seinem Männerquartett „Cantus Palatinus“, ein Deidesheimer Streicherensemble und wiederum Elke Voelker selbst an der Orgel. Das Gotteslob „Te Deum laudamus“, das dem Konzert den Titel gibt, entstand bereits im 4. Jahrhundert und gehört heute noch zum Stundengebet der Kleriker an hohen Feiertagen. Auch das dritte Konzert am Samstag, 30. September, um 19 Uhr steht im Zeichen der Vokalmusik: Der frühere Speyerer Domkapellmeister und Domorganist Leo Kraemer stellt dabei mit seinem Palatina-Klassik-Vokalensemble ein Programm vor, das sich „Venezianische Mehrchörigkeit – Musik aus San Marco“ nennt, aber neben Werken von Monteverdi, Gabrieli, Palestrina und Croce auch solche von Pachelbel und Scheidt bietet. Begleitet werden die Sänger vom Palatina-Klassik-Brassensemble und Kraemer selbst am Cembalo. Noch Fragen? Alle drei Konzerte finden in der Pfarrkirche St. Ulrich in Deidesheim statt. Karten über die Touristinfo Deidesheim (06326/ 96770). Weitere Infos unter www.deidesheimer-musikherbst.de.

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