Neustadt Dramatik im Kellerduell bis zum Schluss

Herrenberg. Im fünften Anlauf hat die TSG Haßloch nach ihrem Aufstieg in die Dritte Handball-Liga den ersten Auswärtspunkt geholt. So richtig zufrieden war der Haßlocher Trainer Admir Kalabic nach dem 28:28 seines Teams im Kellerduell beim Tabellenvorletzten SG H2Ku Herrenberg aber nicht.
„Es ist extrem ärgerlich, dass wir quasi mit dem Schlusspfiff noch das Gegentor zum Ausgleich bekommen“, sagte der Gästecoach nach der bis zur letzten Sekunde hochdramatischen Begegnung vor den rund 500 Zuschauern. Immerhin hat sich sein Team auf Tabellenplatz 13 verbessert, hat die Abstiegsränge verlassen. Maßgeblichen Anteil am ersten Haßlocher Punkt in der Fremde hatte vor allem Kevin Seelos, der mit seinen zehn Treffern der beste Torschütze gestern Abend war. Sich ärgern oder freuen? So lautete allseits die Frage nach dem Schlusspfiff. Herrenbergs Trainer Nico Kiener brauchte man jedenfalls nur ins Gesicht blicken, um über seine Gefühlswelt informiert zu sein. „Aus meiner Sicht bedeutet dieses Unentschieden, dass wir heute einen sehr wertvollen Punkt verloren haben“, sagte er. Zur Pause hatte sein Aufgebot noch mit 16:14 geführt und hatte im zweiten Spielabschnitt zwischenzeitlich beim 22:18 (43.) sogar mit vier Treffern noch deutlicher in Front gelegen. Doch viele Fehler sowie ein nicht nachlassender Kontrahent sorgten dafür, dass die von beiden Seiten zwar hart, aber nicht unfair geführte Partie sieben Minuten vor Schluss beim 23:23-Zwischenstand zahlenmäßig wieder ausgeglichen war. Einzige unrühmliche Ausnahme war die Rote Karte für TSG-Kreisläufer Sebastian Bösing, der nach seinem eindeutig zu robusten Einsatz gegen Christian Rau von den Schiedsrichtern den vorzeitigen Duschbefehl erhielt (47.). Der Rest der verbleibenden Spielzeit wurde derweil zu einem Krimi: Bis zum 27:27 legten die Gastgeber stets einen Treffer vor, den die Gäste um ihren Torjäger Kevin Seelos scheinbar mühelos wieder egalisierten. Doch nachdem der Herrenberger Neuzugang Fabian Gerstlauer bei seinem nächsten Versuch den Ball nur an den Torpfosten des TSG-Gehäuses gesetzt hatte und auf der Gegenseite Florian Kern es im direkten Gegenzug besser machte und die Kugel zur ersten Gäste-Führung im zweiten Durchgang überhaupt unterbrachte, schien die Partie zugunsten der Pfälzer zu kippen. Allerdings nur bis zur Schlusssekunde, in der Sven Maier für die Gastgeber den Totalschaden verhinderte und doch noch den viel umjubelten Treffer zum insgesamt gerechten 28:28 erzielte. „Dieser späte Ausgleichstreffer ist für mich extrem ärgerlich. Dennoch bin ich sehr stolz auf die Leistung meiner Mannschaft“, gestand allerdings Kalabic. So spielten sie TSG Haßloch: Schlingmann, Eigenmann - Masica (5), Schubert (1), Kern (1), Widmann (3), Seelos (10/6), Zellmer (1), Gregori (1), Bösing (1), Zimmermann (2), Dietz (3), Röder, Kurka. Spielfilm: 2:2 (5.), 3:4 (9.), 5:7 (12.), 6:8 (13.), 10:10 (19.), 16:14 (30.), 19:15 (35.), 21:17 (41.), 23:20 (45.), 23:23 (53.), 26:26 (58.), 27:28 (60.), 28:28 (60.). Zeitstrafen: 4/7. Rote Karte: Bösing: (47.). Siebenmeter: 9/8 - 6/6. Gelbe Karten: 4/3. Beste Spieler: Zuschauer: 500. Schiedsrichter: Schek/Wittemann (Eckbachtal/Neuhofen)