Neustadt dorfgeflüster:
Wir haben gegoogelt, bis die Tastatur geglüht hat. Wir haben uns tagelang den Kopf zerbrochen, wir haben uns bei Leuten erkundigt, die sonst auch immer alles wissen. Was in aller Welt, so haben wir uns kürzlich gefragt, soll denn bitteschön eine „EH DA“-Fläche sein, als wir den Begriff neulich zum ersten Mal gelesen haben. Und was hat diese geheimnisvolle Bezeichnung auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Haßlocher Feld-, Wald- und Umweltschutzausschusses zu suchen? Wir hatten schon vermutet, „EH DA“ sei eine Abkürzung für wieder mal eine neue Kommission auf Ebene der Europäischen Union. Da wimmelt es nur so von Abkürzungen, die mit einem E wie Europa beginnen. Das reicht von der EASGA, der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, bis zur EBDD, der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht. Da „EH DA“ Thema in Haßloch war, hätte es vielleicht auch Europäischer Haselnussanbau-Deregulierungs-Ausschuss bedeuten können. Aber mit unserer Mutmaßung haben wir natürlich wieder mal völlig falsch gelegen. Die Lösung war nämlich viel einfacher. „EH DA“ ist nicht etwa eine Abkürzung, sondern eine griffige Bezeichnung für Flächen, die – wie der Name sagt – „eh da“ sind, allerdings weder landwirtschaftlich noch für den Naturschutz oder sonstwie sinnvoll genutzt werden: Brachflächen, Böschungen, Bahndämme oder Verkehrsinseln zum Beispiel. Sie erfüllen keinen besonderen Zweck, führen ein unbeachtetes Schattendasein und sind halt einfach nur vorhanden. Damit geht es ihnen wie Abermillionen von uns allen: Sie sind einfach „eh da“. Dieser Begriff taucht in letzter Zeit immer häufiger im Zusammenhang mit dem vielerorts zu beobachtenden Artenrückgang auf. Gerade auf ungenutzten „Eh da-Flächen“ entstehen – wie es bei einem im Frühjahr 2016 beginnenden Projekt auch in Haßloch geplant ist – neue Lebensräume für bedrohte Tiere und Pflanzen. Das ist eine schöne Idee – aber wie sich schon bei der Diskussion in der Gemeinderatssitzung gezeigt hat, sollte das Projekt nach Möglichkeit keine Kosten verursachen. Die Gemeindekasse ist nämlich – eh leer.