Neustadt Direktes Gespräch „am schönsten“
Isabel Mackensen ist wieder dorthin zurückgekehrt, wo sie aufgewachsen ist: in die Hintergasse in Niederkirchen. „Ich liebe mein Dorf“, sagt sie. Auf den Slogan „100 Prozent Pfälzerin“ hat die Direktkandidatin der SPD im Wahlkreis Neustadt-Speyer dennoch verzichtet. „Mein Vater kommt aus Niedersachsen, meine Mutter aus Baden-Württemberg“, erklärt sie schmunzelnd.
Dass die beiden sich ausgerechnet in einem kleinen Ort bei Deidesheim niedergelassen haben, hänge damit zusammen, dass beide in Karlsruhe studiert haben. Und mit der Leidenschaft ihres Vater für Traktoren und ähnlich große Fahrzeuge. „Deshalb hat er damals nach einem Haus mit viel Platz gesucht“, erzählt Mackensen. So kam das Paar mit seiner damals zweijährigen Tochter Ende der 1980er Jahre in die Pfalz. Wie sehr sie hier verwurzelt ist, hat Isabel Mackensen gemerkt, als sie zum Studium – Politikwissenschaft und Geschichte – in Trier war. „Schon unsere Art, Schorle zu trinken, hab ich dort vermisst“, sagt sie. Nach einem kurzen Intermezzo in Alzey ging es zurück in die Heimat. Seit 2014 ist sie auch in der Kommunalpolitik aktiv, inzwischen als Vorsitzende der SPD-Fraktion im Verbandsgemeinderat Deidesheim und als Vorsitzende des dortigen SPD-Gemeindeverbands. Man könne auch im Kleinen viel erreichen, betont sie. Vor Ort agieren, und dennoch die großen Zielen nicht aus den Augen verlieren – das ist ihre Devise. In die SPD eingetreten ist die 30-Jährige nach der Bundestagswahl 2009. Als die SPD mit 23 Prozent so tief im Keller war wie nie zuvor. „Da hab ich beschlossen, mich zu engagieren.“ Das Interesse für Politik war indes schon viel früher da. Im Hause Mackensen wurde viel über Politik gesprochen, die Großeltern mütterlicher- und väterlicherseits waren politisch aktiv, allerdings bei der CDU. Ihren eigenen Weg hat Isabel Mackensen während des Studiums gefunden, nicht zuletzt durch die Beschäftigung mit der Geschichte der SPD. „Und bei den Jusos hab ich mich sofort wohl gefühlt“, sagt sie. Inzwischen hat sie die Partei aus vielen Perspektiven kennen gelernt. Als Mitarbeiterin der Bundestagskandidatin von 2013, Heike Mrosek-Handwerk, als Kommunalpolitikerin, als Mitarbeiterin der SPD Pfalz und des Unterbezirks Neustadt-Bad Dürkheim – ihr derzeitiger Brotjob – und jetzt als Bundestagskandidatin. Das Schönste am Wahlkampf sei, mit den Menschen direkt zu reden, sagt sie. Seit ihrer Nominierung ist sie unterwegs, und was sie seither alles gemacht hat, versucht sie gerade, schriftlich festzuhalten. „Ich würde das gerne auf meiner Homepage veröffentlichen, um den Leuten zu zeigen, dass ich mich nicht erst seit gestern um ihre Anliegen kümmere“, erklärt Mackensen. Themen, mit denen sie bei ihren Rundgängen häufig konfrontiert werde, seien Rente, Pflege und Bürgerversicherung. „Viele Menschen haben Angst, im Alter nicht mehr gut versorgt zu sein.“ Deshalb will sie sich dafür einsetzen, die Zukunft sozial und gerecht zu gestalten.