Neustadt Dinex produziert nur noch bis Ende 2016
Wie die RHEINPFALZ mehrfach berichtete, hat der Konzern, der seinen Hauptsitz in Dänemark hat, vor einigen Monaten mitgeteilt, dass der Standort Haßloch geschlossen werden soll. Dinex stellt Abgas- und Emissionssysteme für Lkw, Busse, Kleintransporter und industrielle Maschinen her und vertreibt diese weltweit. Die Dinex A/S hatte 2004 das ehemalige Haßlocher Familienunternehmen Hildebrand GmbH übernommen. 2014 waren im Haßlocher Werk Teile der Produktion eingestellt und die entsprechenden Maschinen an einen Standort von Dinex in der Türkei verlagert worden. Im Zuge dieser Betriebsänderung wurde zwischen der Konzernleitung und dem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung geschlossen, in der die Konzernführung die „Absicht bekräftigt“, die Arbeitsplätze am Haßlocher Standort bis mindestens Ende 2018 zu erhalten. Der Betriebsrat war damals von Eri Feuerbach, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall, beraten worden und hatte auf juristischen Beistand verzichtet. Eine Absichtserklärung ist juristisch nicht bindend. Lennart Rasmussen, Vice President Group Procurement von Dinex A/S, hatte im März auf Anfrage der RHEINPFALZ mitgeteilt, dass die Schließung des Haßlocher Werks Teil einer „Optimierung der Struktur des Konzerns“ hin zu einer Konzentration auf einzelne Standort sei. In Haßloch war nach Angaben von Rasmussen der kleinste Produktions-Standort von Dinex in Europa. Der jetzt zwischen der Konzernleitung und dem Betriebsrat ausgehandelte Sozialplan enthält im Wesentlichen die Gründung einer Transfergesellschaft und Abfindungen für die Mitarbeiter. Die Höhe der Abfindungen richte sich nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit, so Feuerbach. Genauere Angaben wollte sie nicht machen. Rasmussen bestätigte auf Anfrage, dass ein Sozialplan ausgehandelt und unterzeichnet wurde. Da er derzeit in Urlaub sei, könne er erst Ende kommender Woche weitere Angaben machen. Die Transfergesellschaft wurde nach Angaben von Feuerbach in Kooperation mit der gemeinnützigen Gesellschaft Zentrum für Bildung und Arbeit Frankenthal, einem Dienstleister für soziale und berufliche Hilfs- und Bildungsangebote, gegründet. Die Mitarbeiter können in die Transfergesellschaft wechseln und bekommen dann für einen bestimmten Zeitraum 80 Prozent ihres bisherigen Lohnes. Davon zahlt, je nach individuellem Fall, die Agentur für Arbeit etwa 60 bis 65 Prozent und Dinex den Restbetrag. Wie lange die Mitarbeiter in der Transfergesellschaft bleiben können, hängt von mehreren Faktoren, wie Kündigungsfristen, ab. Die Höchstdauer sind zwölf Monate. Die in die Transfergesellschaft gewechselten Mitarbeiter bekommen vom Zentrum für Bildung und Arbeit Qualifizierungsangebote. Das kann beispielsweise eine Anleitung zum Schreiben einer Bewerbung sein, aber auch fachliche Weiterqualifizierung. Die dafür anfallenden Kosten übernehme Dinex, so Feuerbach. Wie hoch der dafür ausgehandelte Betrag ist, wollte sie nicht sagen. Mitarbeiter, die in die Transfergesellschaft wechseln, würden in der Regel eine etwas höhere Abfindung erhalten, so Feuerbach. Damit solle ein Anreiz geschaffen werden, dieses Angebot anzunehmen. Doch gibt es nach Informationen der RHEINPFALZ auch Ausnahmen. So erhalten die Vorsitzenden des Betriebsrats eine höhere Abfindung als ihre Kollegen und werden nicht in die Transfergesellschaft wechseln. Der Vorsitzende des Betriebsrats und sein Stellvertreter waren nicht zu erreichen. Mitarbeiter von Dinex, die nach dem Ende ihrer Zeit bei der Transfergesellschaft keinen neuen Arbeitsplatz gefunden haben, sind arbeitslos und erhalten erst Arbeitslosengeld I und dann Hartz IV. Feuerbach geht davon aus, dass dies zumindest einen Teil der Mitarbeiter treffen wird, vor allem diejenigen, die älter oder nicht ausreichend qualifiziert sind.