Direkt gefragt RHEINPFALZ Plus Artikel Diedesfelds Torwart Tizian Krimmel über lange Unterhosen und Elfmeter

Tizian Krimmel
Tizian Krimmel

Torwart Tizian Krimmel hat immer nur für den TuS Diedesfeld gespielt. Beim 1:1 in Altdorf-Böbingen hält der 23-Jährige einen Elfmeter. Doch der Unparteiische pfeift den zurück.

Herr Krimmel, wenn es wie jetzt kalt ist, frieren Sie als Torhüter während eines Spiels?
Wenn man gut zu tun hat, nicht. Solch ein Wetter lädt nicht gerade zum Rumstehen ein. Wenn nichts für mich zu tun ist, halte ich mich immer in Bewegung. Und unter der kurzen Torwarthose ist eine lange Unterhose für mich ein Muss.

Wie sind Sie überhaupt im Tor gelandet?
Bis zur E-Jugend war ich ein Linksaußen. Dann war mal unser Torwart verletzt, ich bin eingesprungen. Es macht mir Spaß, nach den Bällen zu fliegen. Auf dem Rasen natürlich mehr als auf dem Hartplatz. Zudem komme ich aus einer Torhüter-Familie. Mein Bruder ist, mein Vater war Torwart. Mir geht es darum, der Mannschaft einen sicheren Rückhalt zu bieten.

Das tun Sie offensichtlich. Die Anzahl der Gegentore, die der TuS bisher kassiert hat, sieht – verglichen mit den anderen Mannschaften – gar nicht so schlecht aus. Diedesfeld scheint ein Problem im Angriff zu haben, oder?
Ja, das haben wir intern auch so analysiert. Bis zum Waldsee-Spiel Mitte Oktober (Anm. d. Red: Diedesfeld verlor mit 0:4 in Waldsee) hatten wir sogar die beste oder zweitbeste Abwehr. Unser Stürmer Jonas Weller hat uns leider in Richtung 1. FC 08 Haßloch verlassen. Uns hat bislang eine Zielfigur im Angriff gefehlt. In den letzten Spielen haben wir das aber ganz gut gemacht über beide Außen. Und beim 5:0 gegen Lingenfeld hat es über Außen sogar sehr gut geklappt. Wir sind ein bisschen in einen Flow gekommen. Die Winterpause kommt für uns ein bisschen ungünstig (lacht).

Beim SV Altdorf-Böbingen, der im Mittelfeld der Tabelle steht, hat Diedesfeld einen Punkt geholt. Unter erschwerten Bedingungen, oder?
Ja, trotz Unterzahl haben wir ein 1:1 erkämpft. Das 1:1 ist durch einen Elfmeter entstanden. Marcel Monath hat uns zunächst in Führung gebracht. Später habe ich einen Elfmeter gehalten. Aber der Schiedsrichter hat den leider zurückgepfiffen, weil ich wohl nicht mit beiden Füßen auf der Linie gestanden habe, als der Schütze schoss. Es ist eine relativ undankbare Regel für die Torleute.

Und warum musste Diedesfeld in Unterzahl spielen?
Unser Innenverteidiger Nicolas Kretschmar hat bereits in der 36. Minute eine Rote Karte erhalten. Das war völlig unnötig. Die Definition des Schiedsrichters lautete Nachtreten. Die Entscheidung war eindeutig.

Wo steht Diedesfeld am Saisonende?
Ich bin zuversichtlich, dass wir nicht auf einem Abstiegsplatz stehen. Das Hinspiel gegen Altdorf hatten wir noch mit 1:4 verloren. Jetzt haben wir in Unterzahl 1:1 gespielt. Am Sonntag haben wir unser letztes Spiel 2023. Wenn wir gegen die Schifferstadter drei Punkte holen, ziehen wir mit ihnen punktemäßig gleich.

Was macht den TuS aus?
Der Teamgeist und das Mannschaftsgefüge. Wir verstehen uns auch neben dem Platz recht gut. Das ist sehr speziell beim TuS.

Interview: Sabine Dean

x