Neustadt Diedesfeld: Kündigung für die Teamleiterin der Betreuung

An der Diedesfelder Grundschule gibt es Probleme im Team der Nachmittagsbetreuung.
An der Diedesfelder Grundschule gibt es Probleme im Team der Nachmittagsbetreuung.

Im Förderverein der Grundschule Diedesfeld sorgt die Kündigung der langjährigen Teamleiterin Karola Fussnegger für Zerwürfnisse und Spannungen. Sowohl Fussnegger als auch der Vereinsvorstand haben mittlerweile einen Rechtsanwalt eingeschaltet.

Fussnegger ist nach eigenen Angaben seit 15 Jahren in der Betreuung engagiert und war lange auch mit organisatorischen Aufgaben betraut. Zu Problemen kam es ihren Aussagen zufolge nach dem jüngsten Wechsel im Vorstand des Vereins. Dieser wird seit 2016 von Sabine Fischer und Kai Steidel geführt.

Gründe für die Kündigung wurden nicht genannt

Ihre Kündigung erhielt Fussnegger am letzten Schultag. „Ich habe den Brief gerade noch gesehen und konnte die Eltern informieren“, erzählt sie. Gründe seien in dem Schreiben nicht genannt. Zu diesen will sich auch Kai Steidel nicht äußern, Sabine Fischer war am Freitag nicht erreichbar. Fussneggers Anwalt Michael Stelter erklärte, dass er den Verein vor einigen Tagen schriftlich aufgefordert habe, das Arbeitsverhältnis fortzusetzen, da die Kündigungsfrist bei einer langjährigen Beschäftigungsdauer wie im Falle Fussneggers bei sechs Monaten liege. Bei einem Kleinbetrieb wie dem Förderverein gebe es keinen Kündigungsschutz. Daher könnten Kündigungen ohne die Nennung von Gründen ausgesprochen werden.

Die Kündigung sorgt im Verein für Spannungen

Steidel zeigte sich kompromissbereit, was den Zeitpunkt der Kündigung angeht. „Über die Frist lässt sich sprechen“, sagte er. Er gehe davon aus, dass sich eine gütliche Lösung finden lasse. Allerdings habe Fussnegger keinen Nachweis vorlegen können, dass sie 15 Jahre lang in der Betreuung gearbeitet habe. Und beim Verein gebe es dazu keine Unterlagen. Darüber müsse intern noch einmal gesprochen werden. Die Kündigung hat unterdessen im Verein für Spannungen gesorgt. Zwei Betreuerinnen haben aus Solidarität mit Fussnegger ihrerseits gekündigt. „Fussnegger war als Teamleiterin top“, sagte beispielsweise Rosemarie Sannowitz, die vier Jahre lang Betreuerin war. Die Zusammenarbeit sei bestens gewesen. „Entsetzt“ zeigte sich auch Ev Wachter. Fussnegger habe die Betreuung in Diedesfeld initiiert und aufgebaut und sich stets um alles gekümmert. „Das wird auch für die Kinder einen Einschnitt geben“, sagte sie. Ihren Posten aufgegeben hat auch Diana Rottmayer, die Mitglied des erweiterten Vereinsvorstands war. Grund sei die „Art und Weise der Kündigung“, sagte Rottmayer. Mehr wolle sie zu dem Fall nicht sagen, das sei Sache des Vorstands.

Auch das Jugendamt war in die Auseinandersetzung eingeschaltet

In die Auseinandersetzungen eingeschaltet war auch das städtische Jugendamt, wie Sozialdezernent Ingo Röthlingshöfer bestätigte. Zu dem Fall an sich wolle er sich nicht weiter äußern, räumte aber ein, dass die Auseinandersetzungen zeigten, dass das System der Betreuenden Grundschule in Neustadt seine Schwächen habe. Die Betreuung der Grundschulkinder wird, wie mehrfach berichtet, von Fördervereinen geleistet. Diese werden von der Stadt zwar durch eine Verwaltungspauschale unterstützt, letztlich wird die Organisation der Betreuung aber von ehrenamtlichen Kräften geleistet. Die Vereinsvorstände fungieren dabei auch als Arbeitgeber.

Röthlingshöfer glaubt an Übergangscharakter

Röthlingshöfer ist der Meinung, dass dieses System letztlich ein Übergangsmodell ist. Er gehe davon, dass in der neuen Legislaturperiode nach der Bundestagswahl die Strukturen der Betreuung im Grundschulbereich nach und nach reformiert werden. Das zeige der Bundestagswahlkampf, in dem dieses Thema eine große Rolle spiele. „Ich habe unser System lange verteidigt, weil es gut funktioniert. Inzwischen glaube ich aber doch, dass es Übergangscharakter hat“, erklärte Röthlingshöfer. Am heutigen Montag startet die Betreuung in Diedesfeld nach Angaben Kai Steidels mit vier Betreuerinnen. 46 Kinder seien angemeldet. Die Anzahl könne sich jedoch in den ersten Wochen erfahrungsgemäß noch verändern.

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