Neustadt Die TSG ist „natürlich Favorit“

«Neustadt.»Die TSG Deidesheim hat ihrer beeindruckenden Serie ein noch beeindruckenderes 4:0 bei Rot-Weiss Seebach hinzugefügt. Mit sechs Siegen im Jahr 2018 hat Spielertrainer Danko Boskovic seine Elf auf Tabellenplatz eins der Fußball-A-Klasse Rhein-Mittelhaardt geführt. Die Frage drängt sich auf, wer diese Mannschaft stoppen kann.
Der VfL Neustadt etwa, der am Donnerstag, 19.30 Uhr, im Nachholspiel bei der TSG gastiert? „Man kann sie schon knacken, klar, durch taktische Disziplin, Laufbereitschaft – und wenn man eine konkurrenzfähige Mannschaft aufbieten kann“, sagt Trainer Thomas Wünstel. Letztgenannter Aspekt sei die oberste Prämisse, doch gleichzeitig das größte Neustadter Problem. Die Personalnot ist noch größer geworden, beim 3:2 am Sonntag gegen die SG Limburgerhof standen Wünstel nur elf Spieler zur Verfügung. Mircea-Olivin Vacaru musste trotz einer schmerzhaften Leistenverletzung 90 Minuten durchhalten und konnte nach dem Abpfiff nicht einmal mehr gehen. Umso erstaunlicher, dass er mit zwei Treffern maßgeblich am Erfolg partizipierte. Furkan Erol, seit Oktober 2017 ohne Training, war von Wünstel reaktiviert worden. Nicolas Deimel und Leonardo Lippolis fehlen eh. Auch Ulrich Donfack plagen Probleme, Menderim Haxhija ist gen Kosovo gereist, um seinem verstorbenen Großvater die letzte Ehre zu erweisen. Eine Rückkehr bis Donnerstag ist unwahrscheinlich. „Ich kann nach jedem Spiel immer nur die Wunden lecken“, sagt Wünstel. „Respekt vor den Jungs, was sie im Moment leisten.“ Sich hängen zu lassen, ist für Wünstel keine Option. „Wenn wir nur zehn Mann haben, dann spielen wir mit zehn Mann und versuchen so unser Bestes. Solange keiner vom Platz getragen werden muss, bleibt er drauf.“ Mit 47 Punkten rangiert der VfL drei Zähler hinter der TSG Deidesheim, die laut Wünstel „natürlich Favorit“ sei. Danko Boskovic widerspricht dem nicht. „Wir haben jetzt gegen drei Topmannschaften gut gespielt, gezeigt, dass wir besser sind“, sagt er. Aber in der zur Halbzeit abgebrochenen Partie bei Kellerkind SV Gommersheim habe seine Elf nur zweimal aufs Tor geschossen. Anlass genug zu mahnen. „Wir haben schon die Qualität. Es ist schwer, gegen uns Chancen zu kreieren, es greift alles. Trotzdem, mit 70 Prozent klappt es nicht, und jeder will uns ein Bein stellen.“ Der ASV Harthausen hat 2018 noch kein Spiel verloren und zuletzt viermal in Serie gewonnen. 42 Punkte bedeuten Platz sechs, doch der ASV hat erst 23 Spiele ausgetragen; vier weniger, als es zu diesem Zeitpunkt der Fall sein müsste. Das Ensemble aus dem Tabakdorf kann noch richtig ins Titelrennen eingreifen. „Man kann sich das ausrechnen. Wenn sie uns schlagen, dann sind sie bis auf zwei Punkte an uns dran“, sagt Sven Hörnschemeyer, der Trainer des Tabellendritten TSV Königsbach, der heute, 18.45 Uhr, in Harthausen zu Gast ist: „Das ist eine klasse Truppe.“ Fraglich ist, ob bei der TSG jeder Spieler rechtzeitig vor Ort sein wird. Gerade in der Anfangsphase kann dies von Nachteil sein. „In Deidesheim war das augenscheinlich“, erinnert Hörnschemeyer an das 1:2 vor einer Woche: „Sebastian Buschlinger kam aus Frankfurt, war zehn Minuten vor dem Anpfiff da. Da kann ich von niemandem verlangen, gleich voll bei der Sache zu sein.“ Dem TuS Diedesfeld ging die Konzentration eher in der Schlussphase flöten. Bei der TSV Lingenfeld führte die Elf von Trainer Markus Loh bis zur 88. Minute 3:2. Dann kassierte sie noch drei Tore und unterlag 3:5. Der Abstieg des Tabellenvorletzten, sagt Loh, wäre nur noch durch ein „kleines Wunder“ zu vermeiden. Heute, 19.30 Uhr, empfängt der TuS den Tabellenachten FV Dudenhofen II. David Schnitzer fehlt dem TuS wegen eines Muskelfaserrisses, Marvin Platz ist angeschlagen. Hinzu kommt, ob jeder Spieler rechtzeitig vor Ort sein wird ...